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«Wir funktionieren zur Zeit – der Schock kommt vermutlich später»: 400 Schweine bei Brand in Sax umgekommen

Am frühen Montagmorgen ist in einem Schweinestall im Brüel ein Brand ausgebrochen. Trotz des schnellen Einsatzes der Feuerwehr starben in den Flammen etwa 400 Schweine.

Katharina Rutz/Linda Müntener
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Die überlebenden Schweine mussten zum Teil umplatziert oder frühzeitig geschlachtet werden.

Die überlebenden Schweine mussten zum Teil umplatziert oder frühzeitig geschlachtet werden.

Katharina Rutz

Ein Passant wurde um 5 Uhr auf das Feuer aufmerksam und alarmierte die Rettungskräfte. Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrleute stand ein Teil des Schweinestalls bereits im Vollbrand. Das Feuer konnte unter Kontrolle gebracht und eine weitere Ausbreitung auf den anderen Stallteil und umliegende Gebäude verhindert werden. Eine Person musste mit einer Rauchgasvergiftung ins Spital gebracht werden.

Jürg Wohlwend, Kommandant Feuerwehr Sennwald

Jürg Wohlwend, Kommandant Feuerwehr Sennwald

Katharina Rutz

Trotz des schnellen Einsatzes der Feuerwehr starben in den Flammen etwa 400 Schweine, vorwiegend Ferkel. Die Feuerwehren von Sennwald, Gams und Buchs waren mit 65 Feuerwehrleuten vor Ort.

«Der Brand war in rund einer Stunde unter Kontrolle. Der hintere Stallteil war bereits in Vollbrand, den vorderen Teil konnten wir erfolgreich halten», sagt Jürg Wohlwend, Kommandant der Feuerwehr Sennwald. Die Feuerwehr verhinderte so, dass noch weitere Tiere Opfer der Flammen wurden. «Wir gehen davon aus, dass die betroffenen Tiere bei unserem Eintreffen bereits tot waren, denn wir hörten keine Schreie mehr», so Wohlwend.

Überlebende Tiere haben Vorrang

Der Pächter und seine Familienmitglieder waren am Vormittag damit beschäftigt, die noch lebenden Tiere zu versorgen. Sie mussten zum Teil in einen anderen, leer stehenden Stall in der Nähe abtransportiert oder frühzeitig geschlachtet werden. Ausserdem stand die Fütterung der Tiere im unversehrten zweiten Stall an erster Stelle. «Wir funktionieren zur Zeit, der Schock kommt vermutlich später», so einer der Helfer. 

«Wir haben gerettet, was es zu retten gab. Menschen kamen keine zu Schaden», sagte der Pächter. Durch einen Alarm auf seinem Mobiltelefon wurde er darauf aufmerksam, dass im Schweinestall etwas nicht stimmte. Fast gleichzeitig wurde er vom Passanten geweckt, der bereits die Feuerwehr alarmiert hatte.

Der Schweinestall  stand frühmorgens im Vollbrand.

Der Schweinestall  stand frühmorgens im Vollbrand. 

Bild: Beat Kälin/BRK News

Betrieb vor einem Jahr übernommen

Am ersten Januar vor einem Jahr hat der Schweinezüchter den Betrieb in Pacht übernommen. Nun hat er beim Brand einen grossen Teil seiner Tiere verloren. Die Schweine bleiben von der Geburt bis zur Schlachtung in seinem Betrieb. Im betroffenen Stallteil waren die Muttersauen und Jungtiere untergebracht. Die Muttersauen musste er nun in einem Provisorium in der Nähe unterbringen. «Dort können sie aber ihre Ferkel nicht zur Welt bringen». Die Frage nach dem «Wie weiter?» löst beim Pächter ein Schulterzucken aus:

«Jetzt müssen wir aufräumen und auch für die Muttersauen finde ich sicher eine Lösung».

Der entstandene materielle Schaden kann laut Medienmitteilung der Kantonspolizei St.Gallen derzeit noch nicht beziffert werden. «Er liegt im sechsstelligen Bereich», sagt Bertrand Hug, Mediensprecher der Kantonspolizei. Die Brandursache sei im Moment noch nicht bekannt. Die Brandermittler der Kantonspolizei St Gallen haben ihre Arbeit aufgenommen.

Die Feuerwehr steht nun noch für die Bergung der Tierkadaver im Einsatz. Sie werden in einer Mulde zwischengelagert und in der Tiermehlfabrik Bazenheid entsorgt.

Über 65 Feuerwehrleute waren vor Ort.

Über 65 Feuerwehrleute waren vor Ort.

Bild: Beat Kälin/BRK News
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