Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Willy Fischer ist Feuer und Flamme für den Klang und die Klangschmiede

Obwohl Willy Fischer in Degersheim wohnt, leistet er freiwillige Arbeitseinsätze in Alt St. Johann. Für Willy Fischer stimmt diese Kombination, denn sein Herz schlägt für die Klangwelt.
Adi Lippuner
Willy Fischer heisst alle Interessierten im Klanghaus Alt St. Johann willkommen. Bild: Urs Bucher

Willy Fischer heisst alle Interessierten im Klanghaus Alt St. Johann willkommen. Bild: Urs Bucher

Wer die Klangschmiede in Alt St. Johann betritt, hat die grosse Chance, auf einen äusserst zufriedenen Mitarbeiter im Pensionsalter zu treffen. Willy Fischer ist erste Ansprechperson für Besucher, erledigt einfachere Büroarbeiten, nimmt Anrufe entgegen, erteilt Auskunft und verkauft Souvenirs. Dies alles zu einem beschiedenen Entgelt, «denn als pensionierter Lehrer steht für mich nicht das Geld, sondern die Wertschätzung und das tolle Umfeld im Zentrum», so seine Erklärung für das Engagement.

Auf Umwegen zum Lehrerberuf

Wäre der 1947 in Niederuzwil geborene Willy Fischer chinesischer Abstammung, könnte seine Ausstrahlung allenfalls mit der perfekten Übereinstimmung von Ying und Yang umschrieben werden. Er ist in sich ruhend, strahlt eine grosse Zufriedenheit aus und tut dies mit seiner angenehm tiefen Stimme im Gespräch auch kund. «Ich habe alles, was sich ein Mensch wünschen kann, bin gesund, habe ein gutes soziales Umfeld, keine finanziellen Sorgen und darf in einem faszinierenden Land leben. Da kann ich nur wünschen, dass es noch viele Jahre so bleibt.»

Weil Willy Fischer als anpackender, überlegter und Ruhe ausstrahlender Mensch geschätzt wird, kam eine Anfrage von der Klangschmiede. Bild: Urs Bucher

Weil Willy Fischer als anpackender, überlegter und Ruhe ausstrahlender Mensch geschätzt wird, kam eine Anfrage von der Klangschmiede. Bild: Urs Bucher

Eigentlich wollte der junge Willy Fischer Bauer werden. «Doch ohne eigenen Hof gab es in diese Richtung keine Perspektive und deshalb liess ich mich während vier Jahren zum Technischen Modellbauer ausbilden. Rückblickend ein guter Entscheid, auch wenn dieser Beruf nur eine Zwischenstation war.» Nach sozialen Einsätzen entschied er sich, mit 23 Jahren nochmals die Schulbank zu drücken, absolvierte das Lehrerseminar und hängte –berufsbegleitend – noch die Ausbildung zum Oberstufenlehrer an. «Zuerst fand ich eine Anstellung in Brunnadern als Lehrer einer Abschlussklasse, ab 1977 unterrichtete ich im neuen Oberstufenzentrum Necker und blieb beruflich dort hängen.» Im Alter von 62 Jahren liess er sich frühpensionieren, um sich den Traum vom z’Alp gehen zu verwirklichen. «Ob auf einer Alp am Fusse des Selun, auf der Alp Pradamee oder der Meiersalp oberhalb von Libingen, überall durfte ich herrliche, teilweise auch anstrengende Zeiten erleben», so sein Fazit.

Und weil er als anpackender, überlegter und Ruhe ausstrahlender Mensch weit über die Grenzen seines Wohnortes hinaus geschätzt wird, kam eine Anfrage von der Klangschmiede.

«Die brauchten jemanden als Ansprechperson und so kam ich vor sieben Jahren zu diesem Engagement. Das war ein guter Entscheid, denn in diesem, von Klang geprägten Umfeld, fühle ich mich äusserst wohl.»

Am Klang fasziniert ihn die menschliche Seite der involvierten Personen, seien es die Leute auf der Geschäftsstelle, die Kursleiter oder die Schmiede. «Die Tätigkeit hier ist äusserst wertvoll für meine Lebensqualität, denn in diesem Haus werden Musik, Klang, Spiel und Handwerk vereint.»

«Schöpferische Musikpause»

Während seiner Zeit am Lehrerseminar hat Willy Fischer Klavier spielen gelernt. «Allerdings mit nur mittelmässiger Begeisterung», so seine selbstkritische Analyse. Später sei der Kontrabass dazu gekommen. Seit ein paar Jahren nenne ich den Spielverzicht ‹schöpferische Pause›, aber wer weiss, vielleicht packt es mich plötzlich wieder.»

"In diesem Haus werden Musik, Klang, Spiel und Handwerk vereint." Bild: Urs Bucher

"In diesem Haus werden Musik, Klang, Spiel und Handwerk vereint." Bild: Urs Bucher

Wenn Willy Fischer nicht an seinem Platz in der Klangschmiede ist, fährt er entweder mit seinem Wohnwagen quer durch die Schweiz oder macht einen Abstecher in ein Nachbarland. Auch Töff fahren gehört zu seiner Passion. «Beim Reisen mit dem Wohnwagen fasziniert mich, dass innerhalb kurzer Distanzen ganz andere Welten erlebt werden können. Der Jura präsentiert sich ganz anders als ein Seitental im Tessin.» Zudem sei der Aufenthalt auf einem Campingplatz unkompliziert und die Menschen sind äusserst hilfsbereit. Sitzt der Pensionist auf dem Töff, geniesst er die verschiedenen Gerüche, den Wind und die wechselnden Landschaften.

Der Verkauf von Souvenirs gehöhrt ebenfalls zu den Tätigkeiten von Willy Fischer. Bild: Urs Bucher

Der Verkauf von Souvenirs gehöhrt ebenfalls zu den Tätigkeiten von Willy Fischer. Bild: Urs Bucher

Einmal pro Jahr steht der passionierte Hobbykoch während eines Schullagers, zusammen mit weiteren Helfern in der Küche und verwöhnt Schüler und Lehrerschaft mit feinen Gerichten. Im Zusammenhang mit seiner Reiselust gibt es für Willy Fischer noch einen unerfüllten Traum: «Wenn ich die passende Begleitung finde, würde ich gerne mit einem Wohnmobil oder dem Wohnwagen bis zum Nordkap fahren. Allein mache ich eine solche Reise nicht, aber wer weiss, vielleicht findet sich die richtige Begleitung», so seine leise Hoffnung. Die Aufgabe in der Klangschmiede bringt dem pensionierten Lehrer auch viele Kontakte mit Besuchern. «Es gibt kaum etwas Schöneres, als zufriedene Gesichter, sei es beim Eintritt in die Klangschmiede oder beim Abschied.»

Oft allein, aber nie einsam

In diesem Zusammenhang hat Willy Fischer einen leisen Wunsch an die Autofahrer: «Der Ein- und Ausgang der Klangschmiede führt direkt auf die Strasse und es wäre schön, wenn die Automobilisten mit etwas weniger Tempo unterwegs wären.» Seine Wohnung in Degersheim geniesst er zusammen mit dem vierbeinigen Schmusekater Samiro. «Ich reise gerne, bin aber auch sehr gerne daheim und koche für Gäste. Gemütlich zusammen sitzen, etwas Feines essen, dazu einen guten Wein trinken und über Gott und die Welt reden, auch das ist ein Stück Lebensqualität.» Er sei zwar oft allein, aber nie einsam und das führt er auf sein gutes, soziales Umfeld zurück, das allerdings auch gepflegt sein will.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.