Willy Dinner packt Leib und Leben in Bilder

Der Buchser Willy Dinner stellt vom 8. März bis am 5. April eine Auswahl seiner Bilder in der Galerie L33 aus. Landschaften, Berge, Menschen und Akte erwarten das Publikum.

Armando Bianco
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Die Vernissage vom Freitag vor Augen: Maler Willy Dinner (links) aus Buchs und Galerist Dominik Lippuner aus Grabs. (Bild: Armando Bianco)

Die Vernissage vom Freitag vor Augen: Maler Willy Dinner (links) aus Buchs und Galerist Dominik Lippuner aus Grabs. (Bild: Armando Bianco)

Treppe hoch, Treppe runter, Treppe hoch, Treppe runter – die Galerie L33 in Werdenberg füllt sich an diesem Dienstagvormittag langsam mit Bildern von Willy Dinner. Stirnrunzeln, Gelächter, Diskussionen.

75 Jahre pure Erfahrung in sich

Er und Galerist Dominik Lippuner suchen nach der bestmöglichen Konstellation für die zumeist grossflächigen Bilder, welche je nach Lichteinfall eine Wirkung entfalten. Willy Dinner ist als Maler in der Galerie zu Gast, wobei er sich betont lieber als «Macher» bezeichnet, denn das war er ein Leben lang.

75 Jahre pure Erfahrung in sich, weit und wild herumgekommen, Extrembergsteiger, Filmemacher, Pilot, Unternehmer, wohnhaft in Buchs, aufgewachsen in Salez. Er hat Tage in der Wüstenhitze und Nächte in der Himalaja-Kälte verbracht. Er hat das Leben in all seiner Breite zu erkunden versucht, hat Wissen und Weisheiten angesammelt.

Ein aussergewöhnlicher Ort zum Kreativsein

Ein paar Stunden später sieht es schon einigermassen geordnet aus im Obergeschoss des imposanten Holzbaus an der Staatsstrasse 3, in welchem die Galerie untergebracht ist. Die anfängliche Hektik ist einer spürbaren Zuversicht gewichen, die Anordnung der Bilder zeugt nun von einem Konzept.

Noch vor wenigen Tagen stapelten sich die Kunstwerke von Willy Dinner in seinem Atelier auf Matug oberhalb Azmoos. Ein aussergewöhnliches Gebäude an einem aussergewöhnlichen Ort. Der Weiler Matug liegt etwas abgeschieden auf 850 Metern über Meer, der Schollberg ist den wenigen Menschen und ihren Häusern wie vor die Nase gesetzt; rechts von ihm hat man den imposanten Pizol im Auge, links zieht sich der Panoramablick vom Falknis bis weit ins Rheintal hinab. Es ist so ruhig, dass es schon wieder auffallend ist. Fuchs und Hase könnten sich hier ungestört «Gute Nacht» sagen.

Das Atelier erinnert an eine Werkstatt

Das Atelier ist umgeben von einem Kunstgarten, der mit der Natur hier im Einklang steht. Im Inneren werden die Klischees bedient, das Atelier erinnert an eine Werkstatt. Farbtuben, Pinsel, Bilderrahmen und allerlei Künstler-Werkzeug stehen und liegen und hängen hier herum.

Den Weg von Buchs nach Matug in der Gemeinde Wartau nimmt Willy Dinner gerne und ganz bewusst auf sich, manchmal auch mehrmals wöchentlich. Damit baut er sich Druck auf, den er braucht, um seine Kreativität zu entfachen.

«Wenn ich ankomme, habe ich einen Widerstand überwunden, dann denke ich nur noch an meine Bilder.»

Er lässt sich hier oben von Ideen und Erlebnissen treiben, die er in der Natur und unter Menschen schöpft. «Ich bin weniger der Typ, der in die Natur zum Malen gehen. Ich nehme meine Eindrücke mit zu mir ins Atelier.»

Eine Faszination mit dem Betrachter teilen

Willy Dinner speichert Flüchtiges und macht es zu Dauerhaftem. In der Abgeschiedenheit dieses einmaligen Ortes entstehen Werke von facettenreichen Landschaften, kraftvollen Bergen, sinnlichen Menschen, die sich durch stimmungsvolle Expressivität vom reinen Abbild abheben.

Der Buchser neigt zur Abstraktion, er tüftelt mit Techniken und Material, das figürliche Zeichnen umgeht er auf der Leinwand elegant. «Abstraktion soll aber nicht plakativ sein», sagt er im Gespräch mit dem W&O. Willy Dinner will mit seinen Werken, speziell den gewagten Akten, nicht brüskieren, er möchte beim Betrachter eine öffnende Konfrontation erzeugen.

«Eine Landschaft zu malen ersetzt nicht die Gerüche des Windes, einen Körper zu malen nicht die körperliche Lust.»

Er möchte seine Faszinationen erlebbar machen und sie teilen, schlicht und wohltuend ehrlich. Willy Dinner wirft nicht mit Kunstinterpretationen um sich, bewegt sich auf Augenhöhe mit seinem Publikum. Er lädt alle Interessierten ein, sich mit ihm auszutauschen, in Ruhe seine Werke zu betrachten, sich von der Bildsprache verführen zu lassen und seine Kunst gefühlsmässig einzuordnen.

Galerie L33, Staatsstrasse 3, 9470 Werdenberg. Vernissage am 8. März ab 18.30 Uhr.