Wildnis stärkt die Landwirtschaft: Andreas und Lukas Sprecher vom Grabserberg sind erfolgreiche Heckenpfleger

Zweite St.Galler Heckenmeisterschaft: Hecken senden im Bereich Natur und Landwirtschaft gute Signale aus.

Heidy Beyeler
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Die Gewinner der 2. Heckenmeisterschaft mit ihren Familien.

Die Gewinner der 2. Heckenmeisterschaft mit ihren Familien.

Bild: Heidy Beyeler

Am Samstag wurden insgesamt sechs St. Galler Landwirtschaftsbetriebe für ökologisch wertvolle Hecken prämiert. Die von WWF und Pro Natur zusammen mit dem St.Galler Bauernverband initiierte Prämierung fand im Landwirtschaftszentrum Rheinhof Salez bei einem Brunch statt. Insgesamt waren 39 Hecken von 26 Bewirtschaftern im Rennen.

In einer kurzen Ansprache bezeichnete Simon Zeller, Amt für Jagd und Fischerei, die Hecken als wichtiges Element in unserer Landschaft. «Sie sind ein Stück Wildnis inmitten der geordneten Landschaft.»

Grabserberger landete auf Rang zwei

Der erste Preis ging an Daniel Schlegel vom Walenstadtberg. Seine artenreiche Hecke mit vielen Nischen, 80 Meter lang und 10 Meter breit, hat er selber gepflanzt. «Hier wachsen viele schutzbietende Dorngewächse, der wollige Schneeball, Mehlbeeren Elsbeeren, Kornelkirsche und viele andere Arten», lobt Martin Zimmermann vom WWF in seiner Laudatio.

Der zweite Preis ging an Andreas und Lukas Sprecher vom Grabserberg. Sie mögen verschiedene Wildobstarten und kennen ihre Pflanzen. «Sie wissen, was eine Hecke braucht, und blicken weit über die rein landwirtschaftlichen Aspekte hinaus», sagt Voji Pavlovic, Kräuterakademie am LZSG Rheinhof, und fügt bei:

«Das Wildobst bietet Vögeln und Kleinsäugern Unterschlupf und Nahrung. Sanddorn, Kornelkirsche, Holunder und viele andere Früchte bieten eine Chance für Landwirte, diese kommerziell zu nutzen.»

Preis nach Schänis

Auch Familie Glaus aus Schänis wurde der zweite Preis zuteil mit einer erstaunlichen Artenvielfalt, die mit einem besonderen Wert zur Vernetzung der Biodiversität beiträgt, wie Bauernverbandsvertreter Fredi Mosberger betonte. «Dazu gehören Vogelbeeren, Haselnusssträucher und Nussbäume, Hainbuche, Wildrosen, Linguster, Hartriegel, Schwarz- und Weissdorn, Holunder und viele mehr.»

Der dritte Preis ging an Andreas Büsser, der sich eigentlich auf Rinderzucht konzentriert und zudem Herr über 140 Hochstammbäume ist. Dazu kommt jedoch die 15 Jahre alte Hecke mit einer unglaublichen Artenvielfalt. Auf die Würdigung von Corina del Fabbro von Pro Natura relativierte Büsser die Freude an der Hecke so: «Natürlich habe ich Plausch, wenn die Hecken blühen, die Vögel drin sind oder ich Eidechsen sehe. Aber: Im letzten Winter habe ich die Hecke durchforstet und das gab ziemliche Arbeit.»

Hecke auf dem Wangserboden

Den vierten und letzten Preis teilten sich die Landwirte Andreas Kindlimann Wald ZH, mit einer Hecke auf St.Galler Boden, und Walter Good, Mels, mit einer Hecke auf Wangserboden, entlang des Fehrbaches. In Goods Hecke gedeihen 25 verschiedene, nützliche Pflanzenarten. Aber, im Winter setzen der Hecke rund 70 Hirsche definitiv zu, wenn sie auf Futtersuche sind.

Fazit: Die Zusammenarbeit mit dem St.Galler Bauernverband, WWF, Pro Natura und Landwirten, die sensibilisiert sind für Veränderungen im Bereich der Biodiversität, trägt Früchte.