«Wildi Siechä» stärkten sich in Buchs auf der Wanderung vom Toggenburg nach Niederurnen 

Am Wochenende machten sich über 600 Wanderfreudige auf den Weg nach Niederurnen. Am Ziel kamen 421 Läuferinnen und Läufer an. Etliche Teilnehmer mussten mit dem Siächa-Taxi eingesammelt werden.

Heidy Beyeler
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Nach einer kurzen Rast gegen es für diese zwei «Siechä» gutgelaunt weiter in Richtung Sargans. (Bilder: Heidy Beyeler)

Nach einer kurzen Rast gegen es für diese zwei «Siechä» gutgelaunt weiter in Richtung Sargans. (Bilder: Heidy Beyeler)

Über 600 Läuferinnen und Läufer bzw. Wanderer haben am Samstag den Siächämarsch in Angriff genommen, der dieses Jahr von Nesslau über Wildhaus durch das Werdenberg und Sarganserland ins glarnerische Niederurnen führte.

Stärkung für die weiteren 60 Kilometer

Beim Musikheim Rietli in Buchs hatten sie Gelegenheit, eine Rast einzulegen, um sich zu verpflegen. Angeboten wurde Pasta mit Pesto oder Sauce Bolognese, Bouillon, Eistee oder Tee – und zur Stärkung auf dem weiteren beschwerlichen Weg gab es für die Wanderer Schoggi, Farmer, Äpfel, Bananen oder Rüebli.

Eltern aus Schaffhausen mit dem wohl jüngsten, erst fünf Monate alten Teilnehmer.

Eltern aus Schaffhausen mit dem wohl jüngsten, erst fünf Monate alten Teilnehmer.

Marschhalt für «Mega-» und «Supersiechä»

Die «Megasiächä» mit Start in Nesslau und einer Gesamtstrecke von 100 Kilometern hatten bis zum Verpflegungsposten beim Musikheim Rietli schon beinahe die Hälfte ihrer gewählten Strecke hinter sich. Die «Supersiächä», die in Wildhaus (80 km) in den «Kampf» gegen 80 beschwerliche Kilometer Strecke einstiegen waren, hatten sich bis zum Rietli recht gut eingelaufen.

Die «Siechä» starteten «erst» in Trübbach auf ihre noch immer sehr ansehnliche 50-Kilometer-Strecke und waren zur Mittagszeit noch gar nicht unterwegs. Die Startzeit war dort für 17 bis 17.30 Uhr angesagt.

Blasen werden beim Marschhalt professionell verarztet.

Blasen werden beim Marschhalt professionell verarztet.

Die ersten Läufer, die um 9 Uhr in Nesslau gestartet waren, trafen am frühen Nachmittag beim Musikheim Rietli ein. Es waren durchtrainierte Jungs, die den «Megasiächä»-Marsch nicht das erste Mal mitmachten. Vereinzelt sind sie die ganze Strecke von Nesslau bis Buchs im Jogging-Tempo gelaufen.

Die eigenen Grenzen erfahren

Schon bald kamen Teilnehmende an, die «erst» in Wildhaus gestartet waren. Darunter war auch eine Vierergruppe aus Buchs. Die ungefähr 20 Kilometer Fussmarsch hatten sie, mit einer kleinen Pause, in drei Stunden geschafft. Stromboli (Nadin Roduner) und Aurea (Maria Wenzel) sowie ihre Kumpanen Duplo (Johannes Lehmann) und Zeus (Dominik Mohr) von der Pfadi Alvier, Buchs, genossen an einem Tisch Penne mit Sauce.

OK-Chefin Nina Vuillemin (Juba) mit dem wohl ältesten Teilnehmer, dem 64-jährigen René aus dem Glarnerland.

OK-Chefin Nina Vuillemin (Juba) mit dem wohl ältesten Teilnehmer, dem 64-jährigen René aus dem Glarnerland.

Warum machen sie mit?

«Wir wollen unsere Grenzen erfahren. Im Wissen, dass man jederzeit schlapp machen darf und vom Taxi abgeholt wird. Unser Ziel ist aber anzukommen»

sagt Zeus. Die jungen Alvier-Pfader nahmen zum ersten Mal am Siächamarsch teil.

«Das Ziel erreicht man mit dem Kopf»

Auf spontane Fragen, weshalb sich die Teilnehmenden auf dieses Experiment einlassen, antworteten sie unisono:

«Wir kämpfen damit, den inneren Schweinehund zu überwinden. So erfahren wir, wo unsere Grenzen liegen. Wer die 100 Kilometer schaffen will, wird mit dem Kopf das Ziel erreichen, nicht mit den Füssen»

erklärt ein Läufer sein Motto. Unter den Teilnehmen an diesem Monstermarsch waren auch eine Mutter und ihre Tochter aus Glarus. Sie haben sich zum dritten Mal für den 100-Kilometer-Lauf entschieden.

Etwa um Mitternacht am Ziel

«Wir rechnen damit, dass wir erfahrungsgemäss pro Stunde sechseinhalb Kilometer schaffen», erklärt Mutter Marianne. «Dann wären wir etwa um Mitternacht am Ziel in Niederurnen», resümiert Lemon.

«Es braucht keine spezielle Vorbereitung
bzw. kein Training, um die lange Strecke zu schaffen. Wer regelmässig wandert und gewohnt ist zu marschieren, wird es schaffen.»

Das sagte der wohl älteste Teilnehmer, der 64-jährige René aus dem Glarnerland. Am Samstag war es sein achter «Megasiächä»-Marsch.