Wildhaus-Alt St. Johann

An der Budget-Versammlung wurde deutlich: Die Schwendisee-Parkplätze erregen die Gemüter

Mit der Einhaltung von Sicherheitsmassnahmen konnte die Budget-Versammlung der Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann durchgeführt werden.

Adi Lippuner
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Einheimische sollen weiterhin in der Nähe des Schwendisees parkieren können.

Einheimische sollen weiterhin in der Nähe des Schwendisees parkieren können.

Bild: Toggenburg Tourismus/ Dolores Rupa

In der Regel besuchen rund 100 Bürgerinnen und Bürger die Versammlungen der politischen Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann im Mehrzweckgebäude Chuchitobel. Am Mittwochabend waren 54 Stimmberechtigte und einige Gäste anwesend. Masken tragen und Abstand halten war Pflicht und wurde diskussionslos eingehalten.

Gemeindepräsident Rolf Züllig betonte:

«Aufgrund der aktuell herrschenden Coronasituation bin ich nicht enttäuscht. Wir mussten bereits im Frühjahr auf die Durchführung einer Bürgerversammlung verzichten und können nun wenigstens das Budget beraten.»
Rolf Züllig

Rolf Züllig

Bild: PD

Während die Zahlen im Budget, es ist eine Entnahme von gut 800'000 Franken aus dem Eigenkapital nötig, nicht zu reden gaben, erhitzen sich die Gemüter an den Parkplatzänderungen beim Schwendisee.

Der Gemeinderat beantragte einen Kredit von 300'000 Franken zur Schaffung der nötigen Ersatzparkplätze. Dazu erläuterte Rolf Züllig, dass es sich dabei nicht um Parkplätze für das durch den Kanton zu bauende Klanghaus handelt.

«Der Kanton hat den Umweltschutzverbänden zugesichert, dass für Besucher des Klanghauses eine Lösung mit einem Zubringerbus realisiert werden soll.»

Lösung für Einheimische beim Schwendisee

Die bestehenden 25 Parkplätze beim Schwendisee müssen mit dem Abbruch des «Seegüetli» und der Verlegung der Strasse weichen. Damit einheimische Spaziergänger und Schwimmer ihr Fahrzeug weiterhin in der Nähe abstellen können, soll eine bewirtschaftete Lösung mit 22 Parkplätzen realisiert werden.

«Uns geht es darum, dass die einheimische Bevölkerung das Naherholungsgebiet in gewohnter Weise nutzen kann.»

«Für Gäste werden wir ein Leitsystem erstellen, damit bereits bei der Zufahrt in Unterwasser und Wildhaus ersichtlich ist, dass es beim Schwendisee keine Parkplätze hat», so Rolf Züllig als Entgegnung auf kritische Voten.

Kritisiert wurde, dass während der vergangenen sonnigen Wochenenden sehr viele Autos im Gebiet vor Ort waren, und zwar auch auf den Wiesen. «Ich sehe nicht ein, weshalb die Gemeinde so viel bezahlen soll. Fest steht, dass mit der Änderung viele Probleme auf uns zukommen werden», so ein Votum. Bestätigt wurde dies von einem Landbesitzer, der jeweils erlebt, wie Tagesgäste ihre Fahrzeuge abstellen. Von einer Seite wurde gar gefordert, dass es überhaupt keine Parkplätze geben sollte:

«Die Leute können entweder zu Fuss, mit dem geplanten Shuttlebus oder mit den Bergbahnen zum Schwendisee».

Mit grossen Mehr, bei fünf Gegenstimmen und Enthaltungen, wurde der Kredit von 300'000 Franken genehmigt.

Gesamtkonzept für 30er-Zone

Ein Gesamtkonzept wird ausgearbeitet.

Ein Gesamtkonzept wird ausgearbeitet.

Corinne Glanzmann

Die Prüfung der Schulwege in Alt St.Johann habe allein für diesen Bereich 37 Gefahrenstellen aufgezeigt, informierte der Gemeindepräsident zum Geschäft «Schulwegsicherheit». Geplant ist ein Gesamtkonzept, damit der Kanton die Erstellung einer 30er-Zone genehmigt. Zudem sollen die gefährlichen Bereiche mit baulichen Massnahmen und/oder veränderten Linienführungen entschärft werden. Der Kredit von 497'000 Franken für die Schulwegsicherheit in Alt St.Johann und Unterwasser wurde genehmigt.

Zustimmung fanden das Budget 2021 mit der Erfolgs- und Investitionsrechnung sowie der Gemeindesteuerfuss, der auf 128 Prozent belassen wird, und der Grundsteuersatz von 0,8 Promille.

Obwohl für das nächste Jahr der vorgesehene Aufwandüberschuss von gut 800000 Franken aus der Reserve entnommen werden muss, bereitet dies dem Gemeindepräsidenten keine Sorge.

«Die Gemeinde ist finanziell gut aufgestellt und auch wenn wir weniger Geld aus dem Finanzausgleich erhalten werden und auch die Steuereinnahmen als Folge von Corona tiefer ausfallen dürften, sind wir für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet.»