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«Wetterfeste» Forstwart-Lernende errichten neue Bachsperren aus Holz am Walchenbach in Gams

Wie aufwendig das Errichten einer Bachsperre im steilen Waldgelände ist und worauf besonders in Bezug auf die Sicherheit zu achten ist, erfuhren fünf Forstwart-Lernende vergangene Woche in einem Ausbildungskurs in Gams.
Thomas Schwizer
13 Bilder

Forst-Lernende errichten in Gamser Wildbach neue Bachsperren

Die fünf angehenden Forstwarte aus den Regionen Werdenberg, Rheintal und Appenzell Innerrhoden haben unter Führung des Kursinstruktors Sascha Kobler, Revierförster in Rüthi-Lienz, am Oberlauf des Walchenbachs neue Bachsperren aus Holz errichtet.

Sicherheitsaspekt ist das oberste Gebot

Eine Top-Ausrüstung, Helm und Spezialhandschuhe sind Pflicht, und vorausschauendes Arbeiten ist dabei sehr wichtig, betont der Kursinstruktor.

Dazu gehörte in Gams auch, das angrenzende Bord während der Arbeit an der neuen Sperre zu stützen, um ein Abrutschen zu vermeiden. Der Sicherheitsaspekt sei bei Waldarbeiten oberstes Gebot.

«Kommunikation ist das A und O»

«Man muss sehr viel aufeinander schauen, die Kommunikation ist das A und O», betont Sascha Kobler. Das zeigte sich beim Augenschein vor Ort. Einen schweren, langen und dicken Stamm, der mit dem Seilzug bis oberhalb der neuen Bachsperre geführt wurde, liess einer der Lernenden die letzten Meter bis zur Baustelle den steilen Hang hinunter rutschen.

Bevor der Baumstamm zur Baustelle rutscht, müssen die Kameraden laut und deutlich auf die Gefahr aufmerksam gemacht werden. (Bild: Thomas Schwizer)

Bevor der Baumstamm zur Baustelle rutscht, müssen die Kameraden laut und deutlich auf die Gefahr aufmerksam gemacht werden. (Bild: Thomas Schwizer)

Zuvor hatte er richtigerweise seine bei der Bachsperre im Einsatz stehenden Kameraden durch einen etwas scheuen Zuruf gewarnt.

«Der rechtzeitige Zuruf hätte allerdings klarer und lauter ausfallen können und sollen.»

An diesem Beispiel weist Sascha Kobler darauf hin, dass die Zweitjahr-Lernenden noch wichtiges Verbesserungspotenzial haben.

Sperren aus Holz sind hier besser geeignet als Beton

Der Instruktor erklärt, dass für die Bachsperren mitten im Wald, im steil fliessenden Wildbach, Bachsperren aus Holz die beste Lösung sind. Zum Einen müssen die dafür verwendeten Bäume nicht von weit her zur Baustelle transportiert werden, im Gegensatz zu Beton.

Dessen Hintransport durch ein steiles Waldstück wäre äusserst aufwendig und ökologisch fragwürdig. Ausserdem wäre eine Betonsperre in einem Rutschgebiet zu schwer und würde auf dem weichen Untergrund die Rutschbewegung sogar fördern.

Bei felsigem Untergrund und felsigen Bachborden sei Beton aber grundsätzlich das richtige Material, erläutert Kobler.

Holz-Bachsperre hat eine Lebensdauer von 80 Jahren

Eine Bachsperre aus Holz hat bei gutem Material und genauer Arbeit eine Lebensdauer von rund 80 Jahren, hält Sascha Kobler fest. Voraussetzung sei, dass sie von feuchtem Erdreich und Wasser bedeckt sind.

Für die neue Holz-Bachsperre im Walchenbach wurden mehrere Lagen massiver Stämme übereinander gelegt, zwischen jede Lage wurden als «Stütze» vertikale Stämme platziert – und das Ganze wurde mit massiven Eisenstangen stabilisiert. Zudem muss eine solche Sperre so hoch sein, dass das Bachbett von der oberen Sperre her möglichst wenig Gefälle aufweist.

Entwässerungskanäle gegen Rutschungen

Im instabilen Waldgebiet am Gamser Berg wird vom Forstbetrieb der heimischen Ortsgemeinde generell viel Holz für wichtige Einrichtungen verarbeitet und eingesetzt. Diese sollen Rutschungen im instabilen Gelände vermeiden oder zumindest so weit wie möglich eindämmen.

Forstbetriebsleiter Martin Lieberherr führt aus, dass die Mitarbeitenden selbst regelmässig Ersatz-Instandstellungen an Bachsperren durchführen müssen. Hinzu kommen aufwendige Unterhalts- und Instandstellungsarbeiten an diversen Entwässerungskanälen, die insgesamt gut 15 Kilometer Länge aufweisen.

Die Bodenerosion verringern

Sie sind grossteils in Gräben gebaut worden, sammeln das oberirdisch abfliessende Sickerwasser und führen es in die Wildbäche. Diese Kanäle sind tragen dazu bei, dass der Waldboden möglichst nicht abrutscht.

Weil der Untergrund im steilen und feuchten Wald aber grundsätzlich instabil ist, müssen jedes Jahr Teile der Holzkanäle ersetzt und ausgebessert werden, die durch eine Bodenbewegung verschoben wurden.

Aufwendiger Unterhalt der Entwässerungskanäle

Der Forstbetriebs-Leiter Martin Lieberherr hält fest, dass das Forstteam Jahr für Jahr viermal sämtliche Entwässerungskanäle kontrolliert. Dabei muss es diese insbesondere auch von Erde, Ästen und Baumstämmen frei machen, welche den Abfluss des Wassers be- oder gar verhindern.

Der Gamser Forstbetrieb führt diese Arbeiten im Auftrag der Politischen Gemeinde Gams aus. Bund und Kanton leisten finanzielle Beiträge an dieses aufwendige Entwässerungsprojekt, das für den Gamser Wald und die tiefer liegenden Gebiete sehr wichtig ist.

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