Werdenberg/Toggenburg
Wegen des vielen Schnees verzögert sich die Bestossung der Alpen

Der Grossteil der Alpbetriebe in unserer Region, mit Ausnahme der Hochalpen wird voraussichtlich ab der zweiten Juniwoche bestossen. Das ist mehr als zwei Wochen später als im Jahr 2020.

Heini Schwendener
Merken
Drucken
Teilen
Noch müssen sich die Kühe gedulden: Auf einigen Alpen liegt derzeit noch Schnee.

Noch müssen sich die Kühe gedulden: Auf einigen Alpen liegt derzeit noch Schnee.

Bild: Heini Schwendener

Noch immer liegen grosse Teile der Sömmerungsgebiete im W&O-Einzugsgebiet unter einer Schneedecke. Schnee gab es zudem wegen der tiefen Temperaturen auch in diesen Tagen immer wieder. Darum seien selbst die sonst frühen Toggenburger Alpen noch nicht bestossen, teilt Marco Bolt, Alpberater bei der Fachstelle Alpwirtschaft am Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen in Salez mit. Weiter sagt er:

«Dies führt dazu, dass die Alpzeit für viele Alpbetriebe sieben bis zehn Tage später als durchschnittlich und im Vergleich zum sehr frühen Start im letzten Jahr sogar mehr als zwei Wochen später beginnen wird.»

Der Grossteil der Alpbetriebe in unserer Region, mit Ausnahme der Hochalpen, werde somit voraussichtlich ab der zweiten Juniwoche bestossen.

Schanerberg gehört zu den frühesten Alpen

Anders ist die Situation auf der tiefst gelegenen Milchkuhalp des Kantons St. Gallen, der Alp Kienberg in Oberriet. Auf 850 m ü. M. wird dort bereits seit dem 8. Mai die Milch der 42 Kühe zu Alpkäse verarbeitet. Zu den frühesten Alpen gehören auch dieses Jahr die Alp Schanerberg in Wartau und die Alp Schrina in Walenstadt, wo die Alpfahrten in den nächsten Tagen stattfinden wird.

Marco Bolt schreibt in seinem Bericht, wie eh und je werde auch dieses Jahr die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für die Alpfahrt rege diskutiert. «Fakt ist, je höher die Weiden liegen, desto höher ist auch die Wuchsgeschwindigkeit der Pflanzenbestände. Wenn das Graswachstum auf den Alpen einmal losgelegt hat und die Temperaturen nicht mehr zu tief fallen, kann fast nicht zu früh auf die Alp gezogen werden.»

Vegetation in den Startlöchern

Momentan sei es auf den Untersässen bereits grün und die Vegetation stehe in den Startlöchern, es fehlten aber noch die warmen Temperaturen, so Marco Bolt.

Erfreuliches kann weiss der Alpberater über die Auswirkungen des Winters auf die Alpen zu berichten: «Der Winter hat glücklicherweise dieses Jahr an den meisten Orten keine grösseren Schäden hinterlassen und Gebäude, Infrastruktur und Weiden wurden grösstenteils von Lawinenniedergängen verschont.»