Werdenberg
So hoch wie im Jahr 2020 war die Alpkäseproduktion in der Region noch nie

Das Jahr 2020 kann in unserer Region als das «Jahr des Alpkäses» bezeichnet werden. In der Region Werdenberg wurde auf zehn Alpbetreiben mit Milchverarbeitung 53730 Kilogramm Alpkäse produziert, was eine Zunahme von elf Prozent ist.

Marco Bolt
Merken
Drucken
Teilen
Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Alpkäser-Grundkurs im Landwirtschaftlichen Zentrum in Salez.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Alpkäser-Grundkurs im Landwirtschaftlichen Zentrum in Salez.

Bild: PD

Auch wenn auf verschiedene Art und Weise, so haben doch die meisten Leute einen Bezug zum Alpgebiet und zur Alpwirtschaft. Für die einen bedeuten die Alpen Heimat oder sogar Zuhause, für andere Arbeitsplatz, Brauchtum, Biodiversität, Alpprodukte, Freizeit oder Erholung in der Natur.

Eines haben alle gemeinsam, sie wollen die Alpwirtschaft und die damit verbundene Artenvielfalt im Sömmerungsgebiet schützen und erhalten. Interessenskonflikte sind dabei vorprogrammiert und für die Bewirtschafter der Alpbetriebe ist es oft eine Gratwanderung zwischen Erhalt der Tradition, Naturschutz und der betriebswirtschaftlichen Führung eines Alpbetriebes.

Vom positiven Image profitiert die ganze Branche

Andererseits sind die verschiedenen Interessengruppen aber auch eine grosse Chance, die genutzt werden soll. Denn durch das positive Image der Alpwirtschaft, nicht zuletzt ihrer hervorragenden Produkte wegen, profitiert schliesslich die gesamte Landwirtschaft.

Im Werdenberg und Sarganserland, wo die Alpen grösstenteils gemeinschaftlich bewirtschaftet werden, sind es die Alpmeister, die während des Alpsommers für den laufenden Betrieb zuständig sind. Im Toggenburg sind es die Landwirte, die meist neben ihrem Heimbetrieb auch noch einen Sömmerungsbetrieb führen. Zur Unterstützung der verantwortlichen Personen bietet das Landwirtschaftliche Zentrum in Salez neben Einzelberatungen auch diverse Kurse im Bereich der Alpwirtschaft an.

35 Personen besuchten die Alpkäsekurse in Salez

Dabei machen die Alpkäserkurse einen beachtlichen Anteil der angebotenen Kurse aus. Diese Alpkäserkurse können dieses Jahr glücklicherweise wieder planmässig durchgeführt werden. So besuchten während der vergangenen Wochen 35 Personen die Alpkäserkurse in Salez.

Die Ziele dieser Kurse sind einerseits ausreichend Sennen und Zusennen für den bevorstehenden Alpsommer auszubilden und andererseits das Interesse an der Milchverarbeitung zu wecken. Weitere Kurse, wie die stets sehr gut besuchte Wintertagung der Alpsektionen mit den Älplerehrungen sowie auch der Alpmeisterkurs, konnten leider nicht durchgeführt werden.

Gutes Wetter und hohe Milchleistungen

Eher ruhig war es in diesem Winter auch rund ums Thema Alpanstellungen, denn viele Alpbetriebe konnten ihr Alppersonal schon früh wieder sichern. Anders war im vergangenen Jahr, wo es zu vielen Wechseln kam und die Situation mit dem ausländischen Personal infolge Einreiseschwierigkeiten sehr ungewiss war.

Das Jahr 2020 könnte auch als «Jahr des Alpkäses» bezeichnet werden. Die Wetterbedingungen für hohe Milchleistungen der Kühe waren ausgezeichnet. Klar ist, dass in den letzten 20 Jahren noch nie so viel Alpkäse produziert wurde wie im vergangenen Jahr.

Zunahme von elf Prozent in der Region Werdenberg

Im Sarganserland wurden auf 18 Alpbetrieben mit Milchverarbeitung 220260 kg Alpkäse produziert, was gegenüber einem Durchschnittsjahr ein Plus von 13 Prozent ist. Im Werdenberg wurde auf zehn Alpbetreiben mit Milchverarbeitung 53730 kg Alpkäse produziert, was eine Zunahme von elf Prozent ist.

Aber nicht nur die Produktion erreichte Spitzenwerte, sondern auch der Absatz. Die naturnahen, gesunden Alpprodukte liegen voll im Trend. Die St. Galler Alpbetriebe setzen weiterhin auf Milchverarbeitung, wodurch eine höhere Wertschöpfung aus der Milch erzielt werden kann.

* Marco Bolt ist Alpberater bei der Fachstelle Alpwirtschaft am Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen in Salez.