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Eine Werdenbergerin prägte den Circus Knie mit

Der Circus Knie feiert mit einer Jubiläumstournee – sie gastiert am 9. und 10. April in Buchs – sein 100-jähriges Bestehen. Auch genau vor einem Jahrhundert heirateten Margrit Lippuner aus dem Buchser Stüdtli und Friedrich Knie.
Hansruedi Rohrer
Margrit Knie (links) empfing Dr. Hans Gantenbein und Ehefrau Draga im Jahr 1972 im Wohnwagen. (Bild: Archiv Circus Knie)

Margrit Knie (links) empfing Dr. Hans Gantenbein und Ehefrau Draga im Jahr 1972 im Wohnwagen. (Bild: Archiv Circus Knie)

Sie war – obwohl eine gebürtige Grabserin – ein erlebnisfreudiges Buchser Meitli und kam aus dem Dorfteil Stüdtli, wo ihr Vater Burkhard Lippuner ein Spenglereigeschäft betrieb: Tochter Margrit wuchs zusammen mit ihren drei Geschwistern wohlbehütet im bürgerlichen Zuhause auf. Margrit Lippuner besuchte die Schulen in Buchs, unter anderem auch bei Lehrer Michael Rohrer, dem Grossvater des Autors.

«Ich war auch einst eine von seinen vielen Schülerinnen, und er war für mich sowie für meinen lieben verstorbenen Vater jemand hochachtungswerter, für mich ein Begriff als Erzieher und mit grossem Respekt und Hochachtung haben wir Schülerinnen von ihm etwas mit auf unsere Lebensbahn mitgenommen», so schrieb Margrit Knie-Lippuner 1949 unter anderem zum Hinschied von Michael Rohrer.

Hochzeit mit Friedrich Knie am 25. März 1919 in Rapperswil

Nach der Schule trat Margrit Lippuner in eine Frauenarbeitsschule ein. Ihr Wunsch war es, als Gouvernante mit einer Diplomatenfamilie ins Ausland zu reisen. Es kam aber ganz anders. Der Zufall spielte dabei eine entscheidende Rolle für die junge Frau. Sie, die damals noch nie von einer Knie-Dynastie gehört hatte, wurde nämlich bei einem privaten Anlass in Zürich ihren zukünftigen Gatten vorgestellt. Das war Friedrich Knie (1884–1941), der älteste von drei Brüdern. Im Jahr 1918 verlobte sie sich mit dem Zirkusdirektor, und am 25. März 1919 wurde in Rapperswil Hochzeit gefeiert. Es war sogar eine Doppelhochzeit, denn am gleichen Tag heirateten auch Sophie Griesser (aus Rapperswil) und Rudolf, einer der Knie-Brüder.

Margrit Knie (links) mit Fritz und Anneli Gantenbein im ehemaligen Hotel Bahnhof «Chez Fritz», Buchs. (Bild: Archiv Hansruedi Rohrer)

Margrit Knie (links) mit Fritz und Anneli Gantenbein im ehemaligen Hotel Bahnhof «Chez Fritz», Buchs. (Bild: Archiv Hansruedi Rohrer)

Für Margrit Knie-Lippuner begann damit eine neue Aufgabe. Sie gewöhnte sich rasch an das Zirkusleben. Vater Burkhard Lippuner hatte in Buchs vorerst nicht grosse Freude. Er sagte zu Tochter Margrit: «Mach, was du willst. Du bist alt genug, um zu wissen, was du tust. Wenn es dir gut geht, soll es mich freuen. Wenn es dir schlecht geht, musst du von mir keine Hilfe erwarten.»

Und plötzlich lachte auch das Herz von Vater Lippuner

Spätestens im Jahr 1924 änderte sich die Meinung von Vater Burkhard Lippuner. In jenem Jahr trat nämlich der vierjährige Fredy, einer der beiden Söhne von Margrit und Friedrich Knie, zum ersten Mal in Buchs auf. Und Mutter Margrit führte im gleichen Programm elegant fünf in Freiheit dressierte Ponyhengste vor. Da lachte denn auch das Herz von Vater Burkhard Lippuner, der in der ersten Reihe das Programm sichtlich genoss.

Margrit Knie-Lippuner bei einem Besuch in ihrer Heimat. (Bild: Archiv Hansruedi Rohrer)

Margrit Knie-Lippuner bei einem Besuch in ihrer Heimat. (Bild: Archiv Hansruedi Rohrer)

Vor 100 Jahren, am 14. Juni 1919, bauten die Gebrüder Knie in Bern erstmals ein Zweimast-Zelt auf, welches 2500 Personen fasste. Damit wurde die Arena Knie in einen Zelt-Zirkus umgewandelt. Margrit Knie-Lippuner und Sophie Knie-Griesser sassen an der Kasse. Doch im Gedränge der grossen Menschenmenge, welche diesen neuartigen Zirkus sehen wollten, wurden die Kassahäuschen einfach weggeschoben.

Ein Denkmal auf dem Marktplatz Buchs

Die beiden Frauen mussten die Flucht ergreifen. Margrit Knie-Lippuner, «Frau Margrit», wie sie im Zirkus genannt wurde, leitete die Kasse des Circus Knie. Sie erinnerte sich auch stets ihrer alten Heimat und empfing gerne Gäste in ihrem Wohnwagen. Am 12. April 1974 verstarb Margrit Knie-Lippuner, die populär gewordene Werdenbergerin. Ihr zu Ehren steht das Denkmal beim Marktplatz Buchs.

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