Werdenberger Geschichte|n ist ein 312 Seiten starkes Werk

20 Beiträge, 400 Abbildungen und 312 Seiten: in diesem Umfang zeigt sich das neue Buch «Werdenberger Geschichte|n». Es widmet sich der Zeit um den Ersten Weltkrieg.

Alexandra Gächter
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Hansjakob Gabathuler und Hans Jakob Reich (von links) präsentierten am Mittwochabend den zweiten Band der «Werdenberger Geschichte|n». (Bild: Alexandra Gächter)

Hansjakob Gabathuler und Hans Jakob Reich (von links) präsentierten am Mittwochabend den zweiten Band der «Werdenberger Geschichte|n». (Bild: Alexandra Gächter)

Gut 40000 Franken sind zusammengekommen und haben der Redaktion der Gesellschaft für Werdenberger Geschichte und Landeskunde (WGL) im Frühjahr 2019 erlaubt, den zweiten Band der Publikationsreihe Werdenberger Geschichte|n zu verwirklichen. 14 Autorinnen und Autoren arbeiteten ehrenamtlich in teils beträchtlichem Umfang an dem Buch. Sie, sowie Freunde, Gönner und weitere Mitarbeiter waren am Mittwochabend zur Buchpräsentation in den Buchserhof eingeladen.

Das Wörtchen «um» ist wichtig

«Die Zeit um den Ersten Weltkrieg» ist das Schwerpunktthema des 312 Seiten starken zweiten Bandes der «Werdenberger Geschichte|n». In dieser Aussage ist das Wörtchen ‹um› wichtig. «Man kann der Katastrophe des Ersten Weltkrieges nicht gerecht werden, wenn man nicht explizit auch auf seine Vorgeschichte und seine Wirkungen und Folgen eingeht.» Dies sagte Hans Jakob Reich, Co-Präsident der WGL und Redaktionsleiter in seiner Begrüssung. Es sei der Grundanspruch der Buchreihe «Werdenberger Geschichte|n», geschichtliche und landes- kundliche Themen in ihren Hintergründen und Zusammenhängen darzustellen, sagte Reich zu den zahlreich erschienenen Gästen. Deshalb behandle das Buch nicht nur die reine Zeit des Ersten Weltkrieges.

20 Beiträge und 400 Abbildungen

Buchautor Hansjakob Gabathuler stellte in seinem Referat die gut 20 Beiträge, welche mit über 400 Abbildungen versehen sind, inhaltlich näher vor. Grossenteils erstmals publizierte authentische Bild- und Textdokumente lassen den harten Alltag der Grenzbesetzungssoldaten im Hochgebirge der Umbrailregion unmittelbar an der Alpenfront zwischen Österreich-Ungarn und Italien nachempfinden. Insbesondere wird auch auf die Auswirkungen dieser Zeit auf das Werdenberg und die liechtensteinische und vorarlbergische Nachbarschaft eingegangen.

Das Ensemble Tonikum spielte Melodien, welche zeitlich und thematisch in die Zeit um den Ersten Weltkrieg passten. (Bild: Alexandra Gächter)

Das Ensemble Tonikum spielte Melodien, welche zeitlich und thematisch in die Zeit um den Ersten Weltkrieg passten. (Bild: Alexandra Gächter)

Weitere fundiert aufgearbeitete Beiträge berichten anschaulich vom Kampf gegen die Nahrungsmittelknappheit und von der Versorgung mit lebenswichtigen Waren, vom grassierenden, manchmal sogar tödlichen Schmuggel zwischen der Schweiz, Liechtenstein und Vorarlberg, vom Versailler «Friedensvertrag», von der verheerenden Spanischen Grippe, die auch im Werdenberg zahlreiche Todesopfer forderte, vom 1918 mit Einsatz des Militärs niedergeschlagenen Landesstreik, vom Wunsch der Vorarlberger, ein Schweizer Kanton zu werden – was im Werdenberg auf heftige Ablehnung stiess wie zunächst auch der Zollanschluss Liechtensteins. Arbeiten über die Gründung der Wartauer Elektrizitätswerke und über den Niedergang der Stickerei schliessen das Schwerpunktthema ab.

Das Ensemble Tonikum umrahmte den Anlass

Im zweiten Buchteil mit vermischten Beiträgen geht es um die wechselvolle Geschichte des Herrschaftswingerts bei Forstegg, um eine Grabser Alphütte und ihr Inventar von 1910/1920, um die Rückkehr des Weissstorchs ins Alpenrheintal, um erfolgreich brütende Werdenberger Wiedehopfe und darum, wie die Stadt Feldkirch ihr 800-Jahr-Jubiläum in besonders nachhaltiger Form feierte. Die Besprechung ausgewählter Bücher bildet den Schlusspunkt.

Die musikalische Umrahmung des feierlichen Anlasses besorgte das Ensemble Tonikum von Hans Köppel. Themagerecht begrüsst wurden die Gäste mit der Melodie des von Grenzbesetzungssoldaten erstmals am 31. Dezember 1915 gesungenen Liedes «La petite Gilberte de Courgenay».

Ebenfalls passend zum neuen Buch spielte das Ensemble das Lied «Ein armer Schmuggler bin ich zwar». Hans Jakob Reich hielt sein Versprechen und sang selber mit.

Hinweis Bücher können bestellt werden unter: www.edition-wgl.ch