Werdenberg
Wiga 2021 abgesagt: Die Veranstalter begründen, warum sie gar keine andere Wahl hatten

Aufgrund unklarer Rahmenbedingungen auf Anfang September ist eine Planungssicherheit für das Gewerbe nicht möglich. Wegen Covid-19 findet somit die Werdenberger Industrie- und Gewerbeausstellung nicht statt

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Die Wiga hätte eigentlich im September stattfinden sollen. Diese grösste lokale Messe ist alle zwei Jahre auch ein grosses gesellschaftliches Ereignis.

Die Wiga hätte eigentlich im September stattfinden sollen. Diese grösste lokale Messe ist alle zwei Jahre auch ein grosses gesellschaftliches Ereignis.

Bild: PD

(wo) Ursprünglich wollten die Verantwortlichen der Werdenberger Industrie- und Gewerbeausstellung (Wiga) Anfang Mai entscheiden, ob die Jubiläumsmesse im September durchgeführt werden kann. Aufgrund der aktuellen Entwicklung gab man sich aber noch etwas mehr Zeit für den Entscheid. Dies nicht zuletzt, weil der Bundesrat Entscheidungen zu Lockerungen im Monatsrhythmus in Aussicht gestellt hat.

In der Medienmitteilung der Veranstalter heisst es, zwar hätten die bisherigen Signale auf Lockerungen hingedeutet, doch sie erlaubten keine Rahmenbedingungen, die für eine erfolgreiche Durchführung einer Regionalmesse zwingend nötig wären. Darum hat der Verwaltungsrat entschieden, die Wiga 2021 abzusagen.

Das Gesamtwohl im Auge

Aus organisatorischer Sicht bleibe gar keine andere Wahl als eine Absage. Dies aus verschiedenen Gründen. Im Vordergrund stünden vor allem die Planungssicherheit der Aussteller und Partner der Messe, schreiben die Veranstalter in einer Medienmitteilung. Hansjörg Lutzi, Verwaltungsratspräsident und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Wiga Messe AG sagt:

«Wir haben bewusst noch etwas zugewartet und auf klarere Signale gehofft. Leider lässt uns der heutige Wissensstand keine andere Wahl, als die diesjährige Wiga abzusagen.»

Nebst der Planungssicherheit fehlt auch die Gewissheit, wie eine Gewerbemesse im September durchgeführt werden könnte. Regionale Messen leben von der Nähe.

«Es ist unvorstellbar für die Aussteller, Besucher und uns als Messemacher, dass man nicht wie gewohnt ungezwungen zusammenstehen, sich austauschen und etwas degustieren kann. Auch der gesellschaftliche Treffpunkt mit der Werdenberg-Arena ist heute undenkbar», führt Lutzi weiter aus.

Hinzu kommt, dass unter den aktuellen Bedingungen mit den verlangten zehn Quadratmetern Freiraum pro Person eine Messe auch wirtschaftlich gar nicht erfolgreich durchgeführt werden kann.

Gewerbe steht hinter dem Entscheid

Mit der Übernahme der Wiga vor zwei Jahren gab es seitens der neuen Eigentümer eine klare Zusage zur engen Zusammenarbeit mit den heimischen Gewerbevereinen, die in der Werdenberger Wirtschaftsorganisation (WWO) vereint sind. Dieses Bekenntnis zum Miteinander wird auch jetzt unterstrichen.

«Die Mehrzahl der WWO Aussteller konnte es sich nicht vorstellen, in diesem Jahr eine erfolgreiche Messe zu erleben. Dies ergab die Umfrage bei den Mitgliedern, die wir vom Verwaltungsrat aus nach den jüngsten Lockerungen durchführten. Das bestätigt auch die Unsicherheit im Gewerbe und somit ist die Absage die logische Konsequenz», so Lutzi.

Hinzu kommt das finanzielle Risiko, für Aussteller und Organisatoren, dass gerade in dieser Zeit nicht zu unterschätzen ist.

«40 plus 2» in zwei Jahren

Die Absage der diesjährigen Wiga schmerzt doppelt. Zum einen wegen der Tatsache, dass der grösste Marktplatz im Werdenberg in diesem Jahr den 40. Geburtstag gefeiert hätte. Weiter sagt die Geschäftsleitung:

«Zum anderen tut es uns leid für das heimische Gewerbe, die Vereine und Künstler, die mit einem Einkommen aus der Wiga gerechnet haben.»

Die direkte Wertschöpfung in der Region, welche die Werdenberger Industrie- und Gewerbeausstellung auslöst, bewegt sich im siebenstelligen Bereich. Dies wird dann in zwei Jahren wieder der Fall sein. Im Herbst 2023 heisse es dann halt «Wir feiern 40 plus 2».