Werdenberg
Gutscheine als Umsatzverstärker: Lokale Gastrobetriebe erhalten Unterstützung

Gastro Heidiland und die Raiffeisenbank Werdenberg lancieren gemeinsam eine Gutschein-Aktion im Umfang von 50 000 Franken. Damit helfen sie lokalen Gastrobetrieben in den Gemeinden Wartau, Sevelen, Buchs, Grabs und Gams.

Armando Bianco
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Sie freuen sich auf wieder florierende Zeiten für die Gastronomie in der Region: (von links) Christof Tinner, Petra Müller, Urs Kremmel und Sandro Uhlmann.

Sie freuen sich auf wieder florierende Zeiten für die Gastronomie in der Region: (von links) Christof Tinner, Petra Müller, Urs Kremmel und Sandro Uhlmann.

Bild: Armando Bianco

Ein Gutschein hat den Wert von 50 Franken, bezahlen muss der Bezüger aber nur 25 Franken. Die Differenz übernimmt die Raiffeisenbank Werdenberg. Eingelöst werden können die Gastro-Gutscheine in Wartau, Sevelen, Buchs, Grabs und Gams – diese Gemeinden bilden den Geschäftsraum der Raiffeisenbank Werdenberg ab – und ausschliesslich in Betrieben, die dem Verband Gastro Heidiland angehören.

Die Gutschein-Aktion startet am 31. Mai, also just am Tag der Wiedereröffnung der Innenbereiche der Gastronomie. Pro Genossenschafter der Raiffeisenbank Werdenberg gibt es einen Gutschein, zur Verfügung stehen 1000. Berücksichtigt werden Restaurants, die vor der Pandemie noch keinen wesentlichen Teil ihres Umsatzes mit Take-away erwirtschaftet haben.

Gutscheine kaufen «und möglichst rasch einlösen»

«Wir haben das gemacht, um einen Beitrag zum Wohl der Region und der hiesigen Gastronomie zu leisten. Es muss nicht immer das Ziel unseres genossenschaftlich orientierten Betriebs sein, den maximal möglichen Gewinn zu erzielen», sagt Sandro Uhlmann, Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisenbank Werdenberg.

Um eine gute Möglichkeit zu finden, war man auf den Input von Branchenprofis angewiesen, die Zusammenarbeit mit dem Gastroverband war deshalb der logische Schritt. Petra Müller, Aktuarin von Gastro Heidiland und Gastgeberin im Buchserhof, sagt, «dass alle teilnehmenden Betriebe sehr froh und dankbar sind, wenn die Gutscheine erworben und dann auch möglichst rasch eingelöst werden».

Der Anteil an Gastronomiebetrieben schwindet

Sandro Uhlmann, Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisenbank Werdenberg, ergänzt:

«Es ist natürlich nicht die Idee, Gutscheine zu kaufen und dann monatelang ungenutzt zu lassen. Die Branche braucht jetzt zur Wiedereröffnung Unterstützung und ein Zeichen der Bevölkerung.»

Der Anteil an Gastronomiebetrieben schwindet bekanntlich seit vielen Jahren. Die Zeiten, als es in jeder Gemeinde noch einen «Hirschen», «Bären» oder «Löwen» gegeben hat, sind längst vorbei. Die Anzahl der Treffpunkte ist deutlich kleiner als noch vor 20, 30 Jahren. Umso wichtiger wäre es aus der Sicht von Sandro Uhlmann, dass nun die Menschen zeigen, was ihnen ihre Beiz, ihr Restaurant, ihr Treffpunkt bedeutet.

«Restaurants sind ein Teil des Miteinanders der Gesellschaft. Die Gastronomie hat einen sozialen und wirtschaftlichen Wert, ich betrachte sie als Dienst an der Öffentlichkeit.»

Sehnsüchte im Volk und Hoffnung in der Branche

Urs Kremmel, Präsident von Gastro Heidiland, sieht das veränderte Konsumverhalten der Gesellschaft als mit ein Grund für den schleichenden Niedergang seiner Branche. Es sei deshalb nun Zeit, die Bedeutung zu hinterfragen und sich zu bekennen, lautet seine Hoffnung. Jammern mag er deshalb aber nicht, das entspricht nicht seinem Naturell. Er packe lieber an und freue sich über die vom Bundesrat am Mittwoch angekündigte Lockerung der Coronamassnahmen für seine Branche.

Christof Tinner, Mitglied der Bankleitung Raiffeisenbank Werdenberg, erkennt eine grosse Sehnsucht in der Bevölkerung nach einem Restaurantbesuch. Christof Tinner sagt:

«Die Aktion haben wir deshalb bewusst für das ganze Einzugsgebiet unserer Bank lanciert. Die Restaurants müssen nicht Kunden unserer Bank sein.»

Das Ende der Aktion ist auf Ende August angesetzt. «Doch bis dahin sind hoffentlich alle Gutscheine schon weg», so Sandro Uhlmann.

Klassische Betriebe leiden am meisten

Am meisten gelitten haben in den letzten zwölf Monaten gemäss Erfahrung von Petra Müller die klassischen Restaurants in der Region. «Dort, wo zu Mittag oder zu Abend gegessen wird, wo manch sich nach dem Sport trifft, wo man Familienfeste feiert», sagte sie an der Medienorientierung am Mittwoch gegenüber dem W&O. Die ­Kooperation zwischen ihrem Verband und der lokalen Bank stelle sicher, dass effektiv Restaurants Unterstützung bekommen, welche stark von der Pandemie betroffen sind. (ab)