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In der Region Werdenberg gibt es bald 21 Fussgängerstreifen weniger

Auf den St. Galler Kantonsstrassen wurden in den letzten Jahren 1500 Fussgängerstreifen kontrolliert. 156 sind so unsicher, dass sie aufgehoben werden müssen, 21 davon im Werdenberg. Nicht alle Gemeinden sind mit dem Verlust der Zebrastreifen einverstanden.
Katharina Rutz
Seit Jahren bemüht sich der Gemeinderat Sennwald, bei der reformierten Kirche wieder einen Fussgängerstreifen zu erhalten, der im Jahr 2015 aufgehoben wurde.Bild: Katharina Rutz

Seit Jahren bemüht sich der Gemeinderat Sennwald, bei der reformierten Kirche wieder einen Fussgängerstreifen zu erhalten, der im Jahr 2015 aufgehoben wurde.Bild: Katharina Rutz

Als Kriterien für einen Fussgängerstreifen gelten die Frequenzen, die Sichtweiten, sichere Warteräume und die Beleuchtung. Dazu gibt es verschiedene Richtlinien, die eingehalten werden müssen.

«Wenn die Mindestfrequenzen nicht erreicht werden, ungenügende Sichtweiten herrschen oder Warteräume nicht schützbar sind, können Fussgängerstreifen aufgehoben werden.»

Das sagt Werner Lendenmann, Leiter Verkehrstechnik der Kantonspolizei St. Gallen auf Anfrage. Der häufigste Grund sei, dass die Mindestfrequenzen nicht erreicht werden. In Zahlen heisst dies, dass während fünf Stunden 100 Fussgänger die Strasse überqueren, wobei die fünf Stunden nicht zwingend aufeinanderfolgen müssen. Ausserdem müssen 3000 Fahrzeuge pro Tag die Strasse benützen.

«Sehen und gesehen werden ist das A und O in der Verkehrssicherheit», so Werner Lendenmann. Die Sichtweite muss bei einem Fussgängerstreifen innerorts in einer Zone mit 50 km/h erlaubter Geschwindigkeit beispielsweise 55 Meter betragen.

Bei den Warteräumen gilt als Kriterium, dass diese nicht überfahrbar sind und teilweise mittels Pfosten gesichert sind.

Regionale Gemeinden unterschiedlich betroffen

Von den 21 Fussgängerstreifen, die in der Region verschwinden sollen oder bereits aufgehoben wurden, fallen drei auf Buchs. Laut Stadtschreiber Markus Kaufmann führte dies allerdings zu keiner öffentlichen Diskussion.

Fünf Fussgängerstreifen stehen laut Angaben des kantonalen Tiefbauamtes in Grabs auf der Kippe. Die Stellungnahme des Gemeinderates sei nun bei der Kantonspolizei zur Prüfung, sagt Niklaus Lippuner, Gemeindepräsident von Grabs.

Auch in der Gemeinde Wartau sollen vier Fussgängerstreifen aufgehoben werden. Die Aufhebung des Fussgängerstreifens bei der Evatec sollte keine Probleme darstellen, da im Zuge des Kreiselbaus ein sicherer Übergang in nächster Nähe geschaffen worden ist. Bei den übrigen werde sich der Gemeinderat in der Vernehmlassung äussern, so Gemeindepräsident Beat Tinner. Bei weiteren Fussgängerstreifen können die geforderten Kriterien mit einer Verschiebung oder baulichen Massnahmen eingehalten werden. Sie werden im Zuge des Strassenbauprogrammes im Wartau also angepasst, aber nicht aufgehoben.

Nicht begeistert von 
der Aufhebung

In der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann löste die Information über die Aufhebung von drei Fussgängerstreifen an der Bürgerversammlung zwar «keine Begeisterung aus». Allerdings seien die Argumente der Kantonspolizei schliesslich von der Bevölkerung akzeptiert worden, so Thomas Diezig, Leiter der Bauverwaltung.

In Sevelen und Sennwald sollen ebenfalls jeweils drei Fussgängerstreifen aufgehoben werden. «Vereinzelt kann dies sicher zu Unmut führen», sagt Michael Ackermann, Leiter Bau der Gemeinde Sevelen. Allerdings ist er überzeugt, dass die Verkehrstechnik nicht einfach so einen Fussgängerstreifen aufhebt. «In einem Fall in Sevelen gibt es gute Gründe für die Aufhebung, da der entsprechende Fussgängerstreifen in eine Strasseneinfahrt mündet und nicht auf ein Trottoir führt», so Ackermann. «So würde ein Fussgängerstreifen heute gar nicht mehr gebaut werden».

Schüler und Betagte 
werden benachteiligt

Gar nicht gleicher Meinung wie der Kanton ist man in Sennwald. Dort ärgert sich die Bevölkerung auch nach Jahren noch darüber, dass bei der reformierten Kirche ein Fussgängerstreifen einfach aufgehoben wurde. Diese Querung würde vor allem von älteren Personen genutzt. «Die Gemeinde hat ihren Unmut darüber bereits kundgetan und ist weiterhin der Ansicht, dass dieser Fussgängerstreifen bei der Kirche benötigt wird», schreibt der Gemeinderat von Sennwald in einer Mitteilung.

Auch in Haag auf Höhe Simmistrasse soll ein Fussgängerstreifen aufgehoben werden. Allerdings queren dort die Schüler eines ganzen Quartiers die Strasse. Der Gemeinderat schreibt:

«Wie und wo diese Schüler die Kantonsstrasse ansonsten sicher überqueren wollen, erschliesst sich dem Gemeinderat nicht.»

Seit Jahren bemüht sich der Gemeinderat Sennwald, bei der reformierten Kirche wieder einen Fussgängerstreifen zu erhalten, der im Jahr 2015 aufgehoben wurde.Bild: Katharina Rutz

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