Die Feuerwehrfusion im Werdenberg kann aus eine Position der Stärke vollzogen werden

Die Bürger von Wartau, Buchs und Sevelen stimmen über die Rechtsform der Feuerwehr Werdenberg Süd ab.

Heini Schwendener
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Diskussion um die Feuerwehrvorlage (von links): Daniel Gut, Stadtpräsident Buchs; Marcel Senn, Feuerwehrkommandant Buchs; Roland Ledergerber, Gemeindepräsident Sevelen; Beat Tinner, Gemeindepräsident Wartau.

Diskussion um die Feuerwehrvorlage (von links): Daniel Gut, Stadtpräsident Buchs; Marcel Senn, Feuerwehrkommandant Buchs; Roland Ledergerber, Gemeindepräsident Sevelen; Beat Tinner, Gemeindepräsident Wartau.

Bild: Heini Schwendener

Die Zukunft bestreiten die Ortsfeuerwehren Buchs, Sevelen und Wartau gemeinsam unter dem Namen Feuerwehr Werdenberg Süd (FWWS). Vorausgesetzt, die Bürgerversammlungen der drei Gemeinden sagen dazu Ja. Diese strukturelle Anpassung werde für die Bevölkerung in den drei Gemeinden nicht spürbar, weil keine Leistungen abgebaut, sondern diese im Gegenteil sogar professionalisiert würden, erklärte am Informationsabend in Sevelen der Buchser Feuerwehrkommandant Marcel Senn. 

Es geht nicht ums Depot

Die Feuerwehrdepots in Buchs und Sevelen erfüllen die heutigen Bedürfnisse nicht mehr. Investitionen wurden in den vergangenen Jahren teils wegen der bevorstehenden Fusion zurückgestellt. Die Prüfung und der allfällige Bau eines gemeinsamen Depots zwischen Buchs und Sevelen ist aber nicht Gegenstand der aktuellen Abstimmungen in Buchs, Sevelen und Wartau. Der Antrag für ein neues Depot der Feuerwehr Werdenberg Süd wird zu einem späteren Zeitpunkt der Bürgerschaft vorgelegt. Das Depot in Wartau wird auch nach dem Zusammenschluss der drei Feuerwehren bestehen bleiben. (she)

Senn versicherte: «Alle drei Feuerwehren sind gesund, wir können unsere Aufgaben erfüllen.» Die Fusion könnte also aus einer Position der Stärke erfolgen und sei heute richtig, vor allem im Hinblick auf die künftigen Herausforderungen und strukturellen Probleme. Die Feuerwehr agieren also, statt später nur darauf zu reagieren.

Marcel Senn wird voraussichtlich auch Kommandant der fusionierten FWWS. Nicht übergangen fühlen würden sich dabei die Kommandanten von Sevelen (Christian Hagmann) und Wartau (Simon Stauffacher). Die drei Kommandanten haben den Fusionsprozess angeregt. Der Antrieb kommt also von unten, was die Gemeindepräsidenten Beat Tinner und Roland Ledergerber sowie Stadtpräsident Daniel Gut besonders freut. Wäre der Fusionsprozess nämlich von Seiten der Politik angestossen worden, hätte es bestimmt Widerstand gegeben.

Die Rechtsform 

Die Gründe für den Zusammenschluss sind längst bekannt und mehrfach kommuniziert worden. Am Informationsanlass ging es somit darum, die Rechtsform und den Kostenschlüssel der beantragten Feuerwehrfusion zu erläutern. Die Vereinigung der drei Feuerwehren soll über einen Zweckverband erfolgen. Dies sei eine ideale und bewährte Lösung, sagten die Gemeindepräsidenten unisono und verwiesen auf andere regionale Zweckverbände (Zivilschutz, Kesb, Pflegeheim usw.).

Die Aufgaben der Feuerwehren (unser Bild zeigt Wartau) werden schwieriger und das Material umfangreicher.

Die Aufgaben der Feuerwehren (unser Bild zeigt Wartau) werden schwieriger und das Material umfangreicher.

Bild: PD

Der Verband wird künftig durch eine Delegiertenversammlung mit acht Mitgliedern (4 Buchs, 2 Sevelen, 2 Wartau) organisiert. Zudem gibt es eine Kontrollstelle. Geführt wird die neue Organisation durch den Verwaltungsrat. Ihm gehören zwei Mitglieder der Stadt Buchs und je ein Mitglied der Gemeinden Wartau und Sevelen an. Auf allen Ebenen ist der Einfluss der drei Partner gewährleistet.

Kostenschlüssel für die drei Gemeinden

Der Kostenschlüssel der FWWS beruht auf der Einwohnerzahl und setzt sich aktuell wie folgt zusammen: Buchs 54,8 Prozent, Wartau 23,1 Prozent, Sevelen 22,1 Prozent. Dieser Schlüssel kann sich jährlich verändern. Entsprechend diesem Kostenschlüssel wird das Budget der FWWS gedeckt.

Kommt die Fusion zu Stande, wird der Zweckverband die Fahrzeuge und die Infrastruktur der drei Feuerwehren zum Zeitwert übernehmen. Wartau wird sich mit 255000 Franken und Sevelen mit 295000 Franken einkaufen müssen. Die Stadt Buchs erhält vom Verband somit 550000 Franken, weil sie am meisten Material bzw. Wert in den Zweckverband einbringt.

Milizfeuerwehr nachhaltig stärken

Primäres Ziel des Zusammenschlusses ist es nicht, Kosten zu sparen, sondern es geht dabei um die nachhaltige Stärkung der Milizfeuerwehr angesichts der Herausforderungen der Zukunft.