Wer mäht mir den Rasen? Wer kauft für mich ein? – Die regionalen Plattform Helpr bringt Hilfesuchende und Helfer zusammen

Der 19-jährige Grabser Jan Eggenberger betreibt mit Ramon Fritschi und Jonas Dörler ein Start-up. Sie wollen mit ihrer Idee Menschen zusammenbringen und der Gesellschaft etwas zurückgeben.

Michael Braun
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Die Jungunternehmer Jonas Dörler, Jan Eggenberger und Ramon Fritschi (von links)

Die Jungunternehmer Jonas Dörler, Jan Eggenberger und Ramon Fritschi (von links)

Bild: PD

(mb) Jan Eggenberger aus Grabs betreibt mit seinen Mitstiften Ramon Fritschi aus Diepoldsau und Jonas Dörler aus Degersheim die Website Helpr, die seit dem 14. September online ist. Darauf können sich Hilfesuchende und Helfende finden.

«Die Plattform Helpr soll Menschen zusammenbringen: Menschen, die Hilfe benötigen mit Menschen, die über die Zeit und den Willen verfügen, anderen Menschen zu helfen»

erklärt Jan Eggenberger. Ein Beispiel liefert er gleich mit. «Herr Fritschi ist körperlich angeschlagen und nicht mehr in der Lage, selbst einkaufen zu gehen oder seinen Garten zu unterhalten. Er besucht die Seite Helpr.ch und erfasst dort sein Anliegen. Er sucht jemanden, der ihm für 50 Franken den Rasen mäht und die Pflanzen giesst. Nun besucht Herr Dörler, der gerade ein wenig Freizeit hat, die Seite Helpr.ch und sieht das Anliegen von Herrn Fritschi. Er meldet sich bei ihm und die Beiden vereinbaren ein Datum und eine Uhrzeit für die anstehende Arbeit.»

Startkapital dank Sieg am Jubiläumswettbewerb

Mit ihrer Idee haben die drei Ostschweizer Informatiklehrlinge, den Jubiläumswettbewerb zur Förderung innovativer Ideen der Alpha Rheintal Bank Ende April gewonnen. Sie setzten sich gegen drei andere Konkurrenten durch. Somit haben sie ein Startkapital gewonnen, ohne das die Durchführung ihres Projekts schwierig gewesen wäre, wie Jan Eggenberger sagt.

Solidarisches Verhalten regte zur Gründung an

Ramon Fritschi habe die Projektidee schon länger im Kopf gehabt. Durch das die Beiziehung seiner beiden Mitstiften, bei der Raiffeisenbank St.Gallen, habe er der Idee dann neuen Aufwind verleiht. Das Erleben des positiven gemeinschaftsorientierten Verhaltens während des Lockdowns habe sie zur Teilnahme am Wettbewerb zur Förderung innovativer Ideen angeregt. Jan Eggenberger war noch nicht immer so vertieft in die digitale Welt wie heute. Durch das digitale Gestalten in der Lehre und den Umstand, dass er den ganzen Tag damit zu tun hat, sei ein Interesse dafür entstanden. Wichtig sei ihm sowie seinen Mitstreitern, jedoch der soziale Aspekt an ihrem Projekt. Ausserdem sei es schön, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, sagt er.

Das grosse Geld ist nicht das Ziel

Der Name Helpr komme vom englischen Wort für Hilfe, das «r» stehe für das Rheintal. Auch wenn sich Ramon Fritschi als Begründer der Idee nach aussen als Hauptrepräsentant gibt, gäbe es intern kaum eine Chefrolle, sagt Eggenberger. Sein Part sei es, die Inhalte der Website zu entwerfen und die Kanäle auf den sozialen Medien zu verwalten, sagt der angehende Applikationsentwickler. Ein Büro haben die drei Gründer nicht, berichtet Eggenberger. Wie alle grossen Köpfe der Computer- und Digitalbranche zu Beginn ihrer Laufbahn, führen sie ihr Unternehmen von zu Hause aus, beziehungsweise dem von Ramon Fritschi. Zurzeit finanziert sich die Plattform nur über Spenden. Eggenberger berichtet aber, dass es in Zukunft denkbar sei, bei Bezahlungen eine kleine Gebühr einzubauen. Das grosse Geld wollen sie aber nicht mit ihrer Idee machen, das Geld werde für die Betriebskosten investiert.

Weitere Ausbauschritte Folgen

Im Jahr 2022 solle dann auch noch eine App folgen, welche die Kontaktierung per E-Mail mit einem Messenger ersetzen wird, so Eggenberger. Zudem werde das Zahlsystem direkt integriert. Denn das sei neben der Regionalität der Hauptunterschied zu bereits erhältlichen, vergleichbaren Apps, unterstreicht Eggenberger.

«Jeder kann seine Idee umsetzen, wenn man weiss, an welche Leute man sich wenden muss»

sagt Eggenberger. Auch sie haben bei ihrem Projekt viel Hilfe bekommen. So zum Beispiel durch eine Firma in St.Gallen, welche die Website programmiert habe, aber auch durch Spenden und private Unterstützung.

Zusätzliche Belastung während der Lehre

Seit der Gründung ihres Unternehmens sei es etwas stressiger, doch wenn man etwas gern mache, investiere man gerne Zeit dafür, so Eggenberger. Doch selbst er habe manchmal Zeit in der Zeitung zu blättern, natürlich online, gibt er zu.