A capella in der Kulturstüdtlimühle: Wenn Stimmen Stimmung erzeugen

Die vierköpfige The Vocal Band gab vergangenen Freitag ihr Jahreskonzert in der Kulturstüdtlimühle. Die Zuschauer waren von der musikalisch vielfältigen Darbietung begeistert.

Bianca Helbling
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The Vocal Band unterhielt in der Kulturstüdtlimühle Buchs mit ihren Stimmen. (Bild: Bianca Helbling)

The Vocal Band unterhielt in der Kulturstüdtlimühle Buchs mit ihren Stimmen. (Bild: Bianca Helbling)

Pünktlich um 20 Uhr erlischt das Licht in der vollbesetzten Mühle und das angeregte Stimmengewirr verebbt. Vier Männer in Schwarz betreten den Saal. Die bestickten Western-Hemden erinnern an die Südstaaten der USA, wo der Southern Gospel seinen Ursprung hat. Für ebendiesen Gospel ist The Vocal Band bekannt. Die A-cappella-Formation besteht aus Wolfgang Hödel, Christian Büchel, Alois Wille und Raymund Disler. Mit einem lebhaften Song eröffnet die Gruppe das Konzert. Bass Wolfgang Hödel führt mit Charme und Witz durch den Abend und verspricht, dass das Publikum von den vier Männern aus drei Ländern einige Premieren zu hören bekommen wird. Eine grosse Herausforderung sei «Oh Love That Will Not Let Me Go» aus dem 19. Jahrhundert. Doch die anspruchsvollen dissonanten Harmonien meistert die Gruppe gekonnt. Es folgen Werke unterschiedlichster Genres: vom Kanon in D-Dur über «Just A Gigolo» bis hin zu schnellem Vokal-Pop von den deutschen Wise Guys.

The Vocal Band wechselt mühelos zwischen Gospel und weltlichen Stücken. Mal beeindruckt sie durch langsame Balladen, mal reisst sie die Zuschauer mit temporeichen Melodien mit. Jedes der vier Mitglieder hat eigene Soloparts, in denen das Können gezeigt wird.

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Dass die Gruppe nicht bloss musikalisch harmoniert, zeigt sich auch in den lockeren Sprüchen, die zwischen den Darbietungen immer wieder für Lacher sorgen. Dies, obwohl die Hauptberufe des Vierergespanns unterschiedlicher nicht sein könnten.

Leiter Christian Büchel erklärt: «Das Wunderbare an der Musik ist, dass sich über das Singen und die Leidenschaft auch Bindungen ins Menschliche entwickeln können.» Der Stil des langjährigen Ensembles hat sich über die Jahre kontinuierlich verändert. Vom Gospel kommend, näherte er sich zunehmend der weltlichen Musik an. «Tüfteln ist gefährlich», meint Büchel, «doch mit den Songs der Wise Guys wollten wir etwas Neues ausprobieren.»

Mit den sonoren Klängen von «Sinner saved by grace» verabschiedet sich die Formation von den beeindruckten Zuhörern nicht ohne Zugabe. Durch The Vocal Band bekam das Publikum eine Vorstellung des gewaltigen Tonumfangs, zu dem die menschliche Stimme vom Bass bis zum Tenor fähig ist.