Wenn der Notruf im Spital oder Altersheim ausbleibt ...

In vielen Spitälern und Pflegeinstitutionen in der Schweiz ist seit dem Jahreswechsel der Patientennotruf ausgefallen. Betroffen sind auch das Spital Grabs und das Betagtenheim Wartau. Sie stellen aber mit verschiedenen Massnahmen die pflegerische Hilfe sicher.

Thomas Schwizer
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Wo die Notrufsysteme ausgefallen sind, wurden sofort Ersatzmassnahmen realisiert, damit die Hilfe gewährleistet ist. (Bild: Boris Bürgisser)

Wo die Notrufsysteme ausgefallen sind, wurden sofort Ersatzmassnahmen realisiert, damit die Hilfe gewährleistet ist. (Bild: Boris Bürgisser)

Dass die Digitalisierung ihre Tücken hat, erleben seit dem Jahreswechsel die Universitätsspitäler Zürich, Basel und Lausanne, das Inselspital Bern, aber auch Kantonsspitäler. Gemäss dem Onlineportal watson.ch dürften schweizweit bis zu 450 Spitäler, Alters- und Pflegeheime seit Mitternacht am Neujahrstag einen Teil- oder Totalausfall des Patienten-Notrufsystems verzeichnen.

Spital Grabs und Betagtenheim Wartau betroffen

In der Region Werdenberg betrifft dies das Spital Grabs und das Betagtenheim Wartau. Offenbar stammen alle schweizweit betroffenen Anlagen vom selben Lieferanten.

Ein Softwarefehler im System hat auch Hardware-Komponenten beschädigt. Weil die Störung so viele Spitäler und Heime betrifft, konnten die Ersatz-Komponenten nicht überall umgehend geliefert werden.

Umgehend Ersatzmassanhmen eingerichtet

Das Spital Grabs und das Betagtenheim Wartau betonen, dank sofort getroffenen Massnahmen sei die Betreuung der Patientinnen und Patienten immer vollumfänglich gewährleistet gewesen. Das Spital Grabs fängt den Teilausfall der Anlage durch vermehrte Präsenz und Kontrollen des Pflegepersonals, Babyfone und Handglocken in den Zimmern sowie telefonische Meldungen an die Pflegenden über das Patiententerminal auf.

Im Betagtenheim Wartau wurde als Sofortmassnahme mit leicht geöffneten Zimmertüren zur Wahrnehmung von Notrufen und zusätzlichen Kontrollgängen reagiert. Noch am Neujahrstag richteten die Softwarelieferanten eine Umleitung der Notrufe auf die Handys der Pflegenden ein. 

Störungen dauern noch an

Die Software und beschädigte Hardware-Komponenten müssen ausgetauscht und neu konfiguriert werden. Wann das geschieht, steht noch nicht fest. Die Dauer der Störung hängt davon ab, wann die Ersatzkomponenten geliefert werden können. Weil so viele Spitäler und Heime betroffen sind, war dies noch längst nicht überall möglich.

Betroffen waren zunächst alle drei Spitäler der Region Walenstadt, Grabs und Altstätten, teilte die Mediensprecherin der Spitalregion Rheintal Werdenberg (SRRWS), Katrin Krause, am Freitag mit. In Altstätten und Walenstadt bestehen aktuell keine nennenswerten Störungen mehr.  In Grabs dauert die Störung aber noch an.

Es gebe jedoch auch in Grabs keinen Totalausfall der Anlage, stellt Krause fest. Drücke jemand den Patientenruf, werde dies weiterhin an der Anzeige vor dem Raum signalisiert. Betroffen vom Ausfall waren bzw. sind hingegen noch immer die Ton- und Leuchtfunktion auf den Gängen und die Übermittlung auf das Telefon der Pflegedienst-Fachleute.

«Rufanlage ist ein Herzstück im Pflegebereich»

«Durch unsere umgehenden internen Massnahmen gab es keine Einschränkungen für die Patienten. Es ist durch die Störung zu keinen Zwischenfällen gekommen», betont Krause. Alle anderen technischen und elektronischen Systeme im Spital Grabs würden einwandfrei funktionieren.

Auch im Betagtenheim Wartau ist die moderne digitale Patienten-Notrufanlage am 1. Januar um punkt 0.01 Uhr ausgefallen. Heimleiterin Beatrice Disch versichert, dass die Pflege trotzdem vollständig sichergestellt war. Man warte aber sehnlichst auf die Lieferung der nötigen Ersatzkomponenten, denn die Notrufanlage sei «ein Herzstück im Pflegebereich».

Andere und ältere Systeme funktionieren

Andere Spitäler und Heime in der Region sind vom Ausfall nicht betroffen, weil sie nicht das gleiche System nutzen. So gab es im Liechtensteinischen Landesspital in Vaduz und im Kantonsspital Graubünden in Chur keine Ausfälle, heisst es auf Anfrage des W&O.

Im Pflegeheim Werdenberg («Pflege im Werdenberg») funktioniert die seit Langem genutzte Anlage einwandfrei, Unterhalt und Ersatzteile sind gewährleistet, erklärt Geschäftsführer Mathias Engler. Auch im Haus Wieden in Buchs und im Betagtenheim Stütlihus in Grabs funktionierte und funktioniert das dort installierte Notrufsystem problemlos.