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Weniger Jugendliche als Lehrstellen

Firmen aus dem Werdenberg und Toggenburg über Erfahrungen bei der Besetzung ihrer Lehrstellen in diesem Jahr.
Armando Bianco
Am Anfang der Karriereleiter steht die Lehrstelle: In diesem Jahr ist das Angebot klar grösser als die Nachfrage. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Am Anfang der Karriereleiter steht die Lehrstelle: In diesem Jahr ist das Angebot klar grösser als die Nachfrage. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Fast 13 000 Lehrstellen sind gemäss dem offiziellen Informationsportal der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung aktuell in der Schweiz noch unbesetzt. Viele Branchen und Unternehmen haben trotz kreativen Werbeaktionen die Hoffnung aufgegeben, ihre Lehrstellen mit Beginn nach den Sommerferien noch besetzen zu können. Ein Grund für die Schwierigkeiten, alle Lehrstellen in gewünschter Weise zu besetzen, sind die tiefen Schulabgängerzahlen.

Gleiche Berufe an der Spitze wie im Vorjahr

Auch im Kanton St. Gallen gibt es einen Überhang an offenen Ausbildungsplätzen. Es sei bemerkenswert, dass den 268 Jugendlichen ohne Anschlusslösung 1674 frei gemeldete Lehrstellen gegenüberstehen, teilte der Kanton vergangene Woche mit. Es gibt von Branche zu Branche jedoch beträchtliche Unterschiede. Die offenen Lehrstellen verteilen sich auf rund 150 Berufe und betreffen in zunehmendem Mass auch traditionell begehrte sowie auch als anspruchsvoll geltende Berufe.

Die umfangreiche Liste offener Lehrstellen hat aber zumindest für diejenigen ohne Lösung eine gute Seite und deutet auf intakte Chancen hin, noch etwas zu finden. Die «Hitliste» der zwanzig von den Schulabgängern am häufigsten gewählten Berufe präsentiert sich mit den gleichen Spitzenplätzen wie 2018. Die beliebtesten Lehrstellen im Kanton sind Kaufmann bzw. Kauffrau EFZ E+B, gefolgt von Fachmann bzw. Fachfrau Gesundheit EFZ. Dahinter rangieren der Detailhandel EFZ, Polymech-Lehrstellen EFZ und Elektroinstallateur EFZ.

Lehrstellen angepasst und mit Flüchtlingen besetzt

Offene Lehrstellen gibt es laut Verzeichnis auch noch in den Wahlkreisen Werdenberg und Toggenburg. Ebenso gibt es aber zahlreiche Unternehmen in der Region, welche keine Mühe bei der Vergabe hatten.

In der Riet-Garage AG Sevelen beginnen nach den Sommerferien drei Lehrlinge eine Ausbildung. Das Interesse der Jugendlichen an den Berufen im Automobil-Bereich sei spürbar, die Lehrstellen zu besetzen war deshalb kein Problem, sagt Thomas Schwendener jun., Mitglied der Geschäftsleitung, auf Anfrage. Ähnlich tönt es auch bei der Heizplan AG in Gams. «Wir hatten keine Mühe unsere Lehrstellen zu besetzten», so Stéphanie Schibli, Personalleiterin und Mitglied der Geschäftsleitung. Man habe sogar eine schöne Auswahl an Bewerbungen gehabt und diejenigen Lernenden auswählen können, welche am besten zur Philosophie der Heizplan AG passen.

Schwieriger als in den letzten Jahren war die Besetzung der Lehrstellen bei der Lippuner EMT in Grabs, obwohl die Firma ein gutes Renommee hat und mit mehreren Standorten in der Schweiz auch interessante Perspektiven bietet. «Bei uns bleiben heuer Lehrstellen unbesetzt», sagt Miriam Täschler von der Abteilung HR auf Anfrage. Das habe es aber auch in den Jahren zuvor gegeben, wo beispielsweise der Spengler-Beruf kein Interesse generiert hat. Für einzelne Berufe habe man auch eher wenig Bewerbungen erhalten, was man dem generell sinkenden Interesse an handwerklichen Berufen zuordne. Dass Lehrstellen unbesetzt bleiben, sei aus betrieblicher Sicht angesichts der Grösse der Lippuner EMT nicht tragisch. Einige Lehrstellen hat die Grabser Firma auch schon angepasst, das heisst, auf zwei Jahre reduziert und mit Flüchtlingen besetzt. Das habe sehr gut geklappt, so Miriam Täschler weiter.

«In diesem Jahr hat es bisher nicht gepasst»

Bei eher seltenen Berufen kann die Kombination aus geringem Interesse und mangelnder Eignung dazu führen, dass Lehrstellen unbesetzt bleiben, so etwa bei der Firma Augenoptik Ott aus Wattwil, welche keinen Lehrling fürs 2019 gefunden hat. «Früher hatten wir drei bis vier valable Bewerberinnen oder Bewerber. In diesem Jahr ist das Interesse zwar gross, gepasst hat es bisher aber nicht», sagt Geschäftsleiter Dieter Ott.

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