Weitere 500 Quadratmeter Trockenmauern im Wartau sollen in den nächsten drei Jahren saniert werden

In der Gemeinde Wartau werden weitere Trockenmauern für 470'000 Franken saniert. So sollen diese Lebensräume nachhaltig aufgewertet und diese Mauern als Kulturgut erhalten werden.

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In geeigneten Mauern wird während der Sanierung eine Nisthöhle für den seltenen Wiedehopf eingebaut. Vielleicht entdeckt auch er die Einflugöffnung und wählt hier in Zukunft einmal seinen Nistplatz

In geeigneten Mauern wird während der Sanierung eine Nisthöhle für den seltenen Wiedehopf eingebaut. Vielleicht entdeckt auch er die Einflugöffnung und wählt hier in Zukunft einmal seinen Nistplatz

(Bild: PD)

(pd) Trockenmauern sind wichtiger Bestandteil der Landschaft und der Lebensräume in der Gemeinde. Als die Landschaft prägende Elemente bereichern sie den Burghügel, die übrigen Reblagen und weite Gebiete und Alpen bis auf eine Höhe von fast 2000 Metern über Meer.

Bereits 71 marode Mauern wurden saniert

Insgesamt weisen die Trockenmauern in der Gemeinde Wartau eine Gesamtlänge von über 25 Kilometern auf. Um diese Lebensräume nachhaltig aufzuwerten und das Kulturgut zu erhalten, wurden seit 2010 bereits 71 marode Mauern mit einer Gesamtfläche von 2135 Quadratmeter saniert.

Die jüngsten Sanierungen wurden letztes Jahr am Burghügel sowie auf der Alp Hinderpalfris in Angriff genommen. Diese sollen im Herbst 2020 abgeschlossen sein.

Parallel dazu gibt der Gemeinderat die nächste Etappe 2020 bis 2022 frei. Gemeindepräsiodent Beat Tinner erklärt: 

«Verteilt auf das ganze Gemeindegebiet werden weitere 500 bis 600 Quadratmeter Trockenmauern saniert.»

Die voraussichtlichen Projektkosten belaufen sich gemäss Tinner auf 472'000 Franken.

Unterstützungsgesuche wurden eingereicht

Die Kosten der Instandstellung von sanierungsbedürftigen Trockenmauern sollen zum grössten Teil durch die Beiträge diverser Geldgeber gedeckt werden, Gesuche wurden eingereicht.

Gemäss heutigem Finanzierungsplan ist vorgesehen, dass die Grundeigentümer selber gesamthaft etwa 75'000 Franken beisteuern werden. Die Politische Gemeinde Wartau kann die Restkosten von gut 80'000 Franken tragen. Der Gemeindepräsident sagt:

«Grundeigentümer mit sanierungsbedürftigen Trockenmauern können sich jetzt bei mir melden, damit wir diese unter Umständen in die nächstes Jahr anlaufende Etappe integrieren können.»

Er geht davon aus, dass nebst den bereits definierten Mauern noch ein paar weitere dazukommen.

Die Trockenmauern prägen zum Teil schon seit Jahrhunderten das Landschaftsbild. Die verwendeten Steine stammen meist aus der nahen Umgebung. Diese wurden beim Bau so aufeinander geschichtet, dass ohne Mörtel eine stabile Mauer entsteht.

Markierung alter Weidegrenzen und Stützmauern

Ein grosser Teil der Wartauer Mauern markiert alte Weidegrenzen und ragt frei stehend über den Boden. Andere Mauern dienen als Stützmauern in den Reblagen. Kleinlebewesen und Pflanzen bieten sie einen wertvollen Lebensraum.

Die verschiedenen Arbeiten werden durch ein ausgewiesenes Unternehmen oder durch eine Equipe der Ortsgemeinde Wartau ausgeführt.

Grundeigentümer, die von den Unterstützungsbeiträgen profitieren, verpflichten sich, die Trockenmauer periodisch abschnittweise zu entkrauten und zu entbuschen, parallel zur Mauerkrone einen ungedüngten Extensivstreifen von mindestens einem Meter Breite zu gewährleisten und eine ausreichende Besonnung zu garantieren.

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