Weich erzählte Geschichten, eindrücklicher Gesang und orchestrierte Musik im Fabriggli

Jaap Achterberg und seine drei Musiker boten im Fabriggli einen Konzertabend mit Erzählungen für das Gemüt.

Heidy Beyeler
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Sie boten etwas fürs Gemüt: Von links Daniel Sailer (Kontrabass), Marco Schädler, Franco Mettler (Multitalent auf Trompete, Klarinette und dem Akkordeon) und Jaap Achterberg (Chansons und Erzählungen).

Sie boten etwas fürs Gemüt: Von links Daniel Sailer (Kontrabass), Marco Schädler, Franco Mettler (Multitalent auf Trompete, Klarinette und dem Akkordeon) und Jaap Achterberg (Chansons und Erzählungen).

Bild: PD

Mit «La Valse à mille temps», einem der berühmten Stücke von Jacques Brel, eröffneten die beiden Musiker Marco Schädler am Klavier und Daniel Sailer am Kontrabass den verheissungsvollen Abend. Mit den Interpretationen von Brels Chanson bewies Achterberg, dass er mit Chansonnier Brel verbunden ist, ihn aber nicht kopiert.

Die Besucher erlebten am Freitagabend im Werdenberger Kleintheater Fabriggli ein Programm in einem besonderem Format, gefüllt mit auserwählten Chansons und angereichert mit literarischen Ergänzungen, die Wissenswertes über das Leben von Jacques Brel aussagen.

Geschliffene Art zu erzählen

Dank Musiker Franco Mettler (Klarinette, Saxofon und Akkordeon), dem vierten Mann im Bunde der Künstler, ist das Programm «Achterberg singt Jacques Brel» entstanden. Der Schauspieler, Erzähler und Chansonnier malt Geschichten aus, schwatzt über Gegebenheiten, die schliesslich in Liedern und Anekdoten enden.

Achterbergs geschliffene Art zu erzählen und sein Humor passen gut dazu. Es sind Geschichten, die aus Jacques Brels Leben und aus seinen Beziehungen zu Menschen gegriffen sind. Die grössten Herausforderungen habe sich Brel bei Frauen, auf der Bühne sowie bei seinen Freizeitbeschäftigungen Fliegen und Hochseesegeln gesucht, wusste Achterberg zu schildern.

Schöngeistige Prosa als Hörgenuss

Bei jeder Ankündigung eines Stücks erzählte Achterberg eine Geschichte, die jeweils zum Lied passte. Er hat sich mit der Arbeit und dem Leben von Brel auseinandergesetzt und ihn auf diese Weise kennengelernt, und so gab er zwischen den Liedern heitere Episoden zum Besten, die er in schöngeistiger Prosa vortrug. Ein Hörgenuss.

Das erste Chansons, das Achterberg sang, hat wohl etwas mit seiner Heimat zu tun. «Le plat pays» sang er holländisch («Mijn vlakke land»). Das Stück «Sur la place», beschreibt der Erzähler wie folgt: «Es gibt solche Tage, wo man plötzlich betroffen wird durch irgendetwas; in der Kirche nennt man es das Göttliche, die Verliebten nennen es Liebe, der Bettler nennt es Barmherzigkeit, die Sonne nennt es Tag und der brave Bürger sieht darin das Gute».

Das Programm war perfekt orchestriert

So richtig in Schwung kam Achterberg bei der Ansage des Chansons «Ces gens-là» (diese Leute dort). Er beschreibt den Inhalt als wahre Kleinbürgerbeschimpfung. Ein Lied, das später zu geniessen war, war dem berührenden Abschied seines Busenfreundes «Jojo» gewidmet. Natürlich durfte auch das wohl berühmteste Stück «Ne me quitte pas» nicht fehlen. Geschichten, Gesang und Musik waren perfekt orchestriert.

Es hat alles gestimmt. Die Musiker konzertierten auf hohem Niveau, Achterbergs weiche Erzählstimme und die raue, tiefe Gesangstimme beeindruckten. Man hätte gerne noch weiter zugehört.