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Wegen zu wenig Personal: Spital Walenstadt muss einen Operationssaal schliessen

Im Spital Walenstadt wird ab September die Zahl der betriebenen Operationssäle (OPS) von zwei auf einen reduziert. Im verbleibenden OPS wird dafür länger als bisher operiert.
Thomas Schwizer
Der 24-Stunden-Notfall-Betrieb bleibt am Spital Walenstadt auch mit nur einem Operationssaal gewährleistet, versichert die Spitalregion als Betreiberin. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der 24-Stunden-Notfall-Betrieb bleibt am Spital Walenstadt auch mit nur einem Operationssaal gewährleistet, versichert die Spitalregion als Betreiberin. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Geschäftsleitung und die OP-Kommission haben diese OP-Neuorganisation beschlossen und den Mitarbeitern dieser Spitalregion bereits Anfang Juli mitgeteilt.

Reduktion der Anzahl OP-Säle weckt Befürchtungen

Das lässt aufhorchen, da im Mai dieses Jahres bekanntgegeben wurde, dass die Operationstätigkeit im Spital Wattwil aus Spargründen ab November eingestellt wird.

Zudem hat der Verwaltungsrat der St.Galler Spitalverbunde vor Jahresfrist aus finanziellen Gründen eine Schliessung der Spitäler Wattwil, Walenstadt, Altstätten, Flawil und Rorschach vorgeschlagen. Die Reduktion der dauerhaft betriebenen Operationssäle von zwei auf einen weckt deshalb in Walenstadt Befürchtungen.

In Walenstadt fehlt OP-Pflegepersonal

«Das Spital Walenstadt deckt auch in Zukunft seine Notfallversorgung selbst ab.» Das betont Stefan Lichtensteiger, Vorsitzender Geschäftsleitung der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (RWS), auf Anfrage. Damit entgegnet er Befürchtungen, die Neuorganisation des Operationsbereichs sei ein Schritt zum Abbau und schliesslich zur Aufhebung des Spitals in Walenstadt.

In Walenstadt wird ab September für geplante Eingriffe auf einen Operationssaal reduziert, dafür wird in diesem länger operiert. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone)

In Walenstadt wird ab September für geplante Eingriffe auf einen Operationssaal reduziert, dafür wird in diesem länger operiert. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone)

Die angekündigte OP-Neuorganisation begründet er mit dem Pflege-Fachkräftemangel in den Bereichen OP und OP Anästhesie. In allen anderen Bereichen sei in Walenstadt genügend Personal vorhanden. Dieser schweizweite Mangel gehe auf grundlegende Trends im Gesundheitswesen, sprich eine Spezialisierung in der Medizin, zurück. In einzelnen Spitalbereichen könne sich wegen des Fachkräftemangels die Personalrekrutierung anspruchsvoll gestalten.

«Versorgungssicherheit ist gewährleistet»

Wo nötig gebe die Spitalregion RWS «frühzeitig Gegensteuer – immer mit dem Ziel, die Versorgungssicherheit in der Region auch in Zukunft sicherzustellen». Gelegentliche Rekrutierungsschwierigkeiten erforderten innovative Überbrückungslösungen, um die nötige Qualität zu gewährleisten.

Anderseits hätten mitunter genau auch aus diesen Gründen die Geschäftsleitungen der vier st.-gallischen Spitalverbunde zusammen mit dem Verwaltungsrat im letzten Sommer einen wichtigen kantonalen Strategieprozess initialisiert.

Schon bisher ist an einzelnen Tagen, je nach Anzahl der geplanten Eingriffe, gemäss Lichtensteiger im Spital Walenstadt nur ein Saal betrieben worden. Der Operationsbetrieb sei naturgemäss Schwankungen unterworfen, zum Beispiel bei Skiunfällen in der Wintersaison.

Nur noch ein Saal, aber längere Operationszeiten

Bis Ende August wird grundsätzlich in Walenstadt in zwei Operationssälen jeweils von 8 bis 15.30 Uhr operiert. Ab September werden geplante Eingriffe in einem Saal während zehn Stunden pro Tag durchgeführt, jeweils von 8 bis 18 Uhr.

Für die Belegärzte ändere sich nichts, das Zeitfenster für ihre Operationen in Walenstadt bleibe unverändert, hält Lichtensteiger fest. Der zweite Saal stehe auch künftig zur Verfügung, zum Beispiel für notfallmässige Kaiserschnitte.

Der 24-Stunden-Betrieb funktioniere unabhängig von den geplanten Operationszeiten. Der CEO der Spitalregion betont:

«Notfallmässige Eingriffe bleiben am Spital Walenstadt weiterhin zu jedem Zeitpunkt rund um die Uhr sichergestellt.»

Wie schon bisher würden Patienten, wenn medizinisch nötig, an einem Spital mit entsprechend ausgebildeten Teams behandelt. Als Beispiel erwähnt Lichtensteiger die Schlaganfallstation im Spital Grabs.

«Optimierungen mit Erhalt des Leistungsspektrums

Die OP-Planung gehöre zu den wichtigsten und anspruchsvollsten Bereichen eines Spitals. «Mit der Neuorganisation der Operationssäle können, auf Basis der umfassenden Erfahrungswerte, beim Betrieb Optimierungen erreicht werden, ohne das bestehende Leistungsspektrum und damit die Versorgungssicherheit in Walenstadt einschränken zu müssen», versichert Stefan Lichtensteiger.

Im Spital Altstätten stehen zwei Operationssäle in Betrieb, deren Auslastung schwankt. Hier wird in der Nacht und an Wochenenden nicht operiert, sondern nur während des Tages.

Auch bei den fünf Operationssälen in Grabs schwankt die Auslastung saisonal bedingt. Der Betrieb eines Operationssaales sei ressourcenintensiv und teuer, so Lichtensteiger.

Mitarbeitende wirken an verschiedenen Standorten

«Das OP-Management hat deshalb die anspruchsvolle Aufgabe, mit einer ausgeklügelten Planung für eine optimale Auslastung der OP-Säle in allen drei Spitälern der Spitalregion RWS zu sorgen.» Die Betriebszeiten und das zur Verfügung stehende Personal seien bedeutender als die reine Anzahl der Operationssäle und -infrastruktur. Die Spitalregion stelle den Betrieb ihrer drei Spitalstandorte sicher.

Wenn es fachlich sinnvoll und angebracht sei, würden die Mitarbeitenden an verschiedenen Standorten eingesetzt. Das gelte auch für den OP-Bereich. Hier wurde, gemäss der schriftlichen Mitarbeiterinformation vom 4.Juli, schon bisher unter anderem fachliches Personal von Grabs nach Walenstadt verlagert, um die Versorgung sicherzustellen.

Stefan Lichtensteiger stellt fest:

«Diese Flexibilität hilft uns, allfällige Personalengpässe an einem Spitalstandort wirksam zu überbrücken.»

«In keiner Art und Weise handelt es sich bei der Reduktion des OP-Betriebs in Walenstadt um eine Vorausnahme im laufenden Spitalstrategieprozess auf kantonaler Ebene», betont der Spitalregion-CEO.

Rascher Strategieentscheid würde Unsicherheit für Mitarbeitende beseitigen

Er weiss aber, dass die momentane Ungewissheit bezüglich der künftigen Strategie und damit auch der Zukunft des Spitals Walenstadt Einfluss auf die personelle Fluktuation haben kann.

Die Verantwortlichen der Spitalregion RWS hoffen deshalb auf einen Entscheid der Politik zur strategischen Stossrichtung und dadurch etwas Klarheit und Orientierungshilfe.

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