Bad Ragaz/Maienfeld

Wasserbau und Ökologie unter einen Hut gebracht: Das Auflageprojekt der Rheinaufweitung zeigt, wohin die Reise führen soll

Das Auflageprojekt sieht vor, den Rhein in den Gemeinden Maienfeld und Bad Ragaz unterhalb der Tardisbrücke auf einer Länge von drei Kilometern wechselseitig aufzuweiten.

Drucken
Teilen
Blick nach Norden: Visualisierung der geplanten Rheinaufweitung bei Maienfeld/Bad Ragaz.

Blick nach Norden: Visualisierung der geplanten Rheinaufweitung bei Maienfeld/Bad Ragaz.

Visualisierung: Hydra AG, St.Gallen

(pd) Die Aufweitung des Rheins ist ein wasserbauliches und ökologisches Aufwertungsprojekt. Sie ist eine Massnahme aus dem Entwicklungskonzept Alpenrhein, welche 2005 von den Regierungen der Kantone St.Gallen, Graubünden, dem Fürstentum Liechtenstein, dem Bundesland Vorarlberg, den beiden Bünden Österreich und Schweiz sowie der Internationalen Rheinregulierung verabschiedet wurde.

Es ist vorgesehen, den Rhein in den Gemeinden Maienfeld und Bad Ragaz unterhalb der Tardisbrücke auf einer Länge von drei Kilometern wechselseitig aufzuweiten. Die künftige Gerinnebreite des Rheins soll von heute 85 Metern im Durchschnitt auf rund 174 Metern verdoppelt werden.

So präsentiert sich der Rhein heute, kanalisiert zwischen den beidseitigen Rheindämmen.

So präsentiert sich der Rhein heute, kanalisiert zwischen den beidseitigen Rheindämmen.

Bild: Hydra AG, St.Gallen

Die Vorprüfung bei den Behörden läuft

Im Auflageprojekt, das am Montag den Medien vorgestellt wurde, sind der Technische Bericht, der Umweltverträglichkeitsbericht, Ergebnisse der vertieften Untersuchungen, welche im Rahmen der Ausarbeitung des Projektes vorgenommen wurden, umfangreiche Planunterlagen usw. enthalten. Elemente des Projektes sind beispielsweise die Dämme, die Ufersicherung, die Bauausführung, die künftige Besucherlenkung, das Unterhalts-, Pflege- und Interventionskonzept etc. Die Vorprüfung bei den Behörden läuft.

Auch die Bevölkerung ist eingeladen sich im Rahmen einer Mitwirkung einzubringen. Vom 18. Januar bis 19. Februar wird ein Mitwirkungsverfahren durchgeführt. Verbesserungsvorschläge, Ideen und Meinungen können der Projektleitung schriftlich eingereicht werden. Alle Informationen dazu sind auf www.rheinaufweitung.ch unter Mitwirkung zu finden.

Blick in Richtung Süden: So soll der Rhein bei Bad Ragaz/Maienfeld dereinst aussehen.

Blick in Richtung Süden: So soll der Rhein bei Bad Ragaz/Maienfeld dereinst aussehen.

Visualisierung: Hydra AG, St.Gallen

Zwei Kantone sind involviert

Im Sommer 2021 soll das Auflageprojekt im Entwurf aufgrund der Rückmeldungen aus der Mitwirkung überarbeitet werden. Die Genehmigung von Projekt und Krediten in den entsprechenden Gremien (Unterschiede in den Kantonen St.Gallen und Graubünden) wird nach aktueller Planung 2022 stattfinden. Bei optimalem Verlauf kann die Ausschreibung der Bauarbeiten 2024 erfolgen. Baubeginn einer der grössten Aufweitungen in der Schweiz wäre dann im Winter 2024/25.

Mit der Aufweitung Maienfeld/Bad Ragaz können die ökologischen und wasserbaulichen Defizite in diesem Abschnitt behoben werden. Diese Massnahme wurde für die Umsetzung in die höchste Priorität eingestuft.

Bereits in den 1990er-Jahren gab es erste Ideen einer Aufweitung auf dem Gemeindegebiet von Maienfeld/Bad Ragaz.

Die Projektziele

Der Projektperimeter umfasst insgesamt eine Fläche von rund 71 Hektaren. Mit der Aufweitung sollen unter anderem die folgenden Projektziele aus dem Entwicklungskonzept umgesetzt werden:

- Stabilisierung der Rheinsohle und des Grundwasserspiegels

- Aufwertung des nationalen Auengebiets Sarelli

- Sicherstellung des Hochwasserschutzes

- Schaffung eines attraktiven Ortes für die Freizeit und die Erholung

- Schaffung von Lebensraum für Tiere und Pflanzen.