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«Warum Raben die besseren Eltern sind»

Der bekannte Autor Dr. Jan-Uwe Rogge begeisterte vergangenen Donnerstag mit einem humorvollen Vergleich zum Thema «Loslassen und Halt geben» die Zuhörer im Kirchgemeindesaal Grabs. Es war die Jubiläumsveranstaltung der Elternbildung Werdenberg.
Ursula Wegstein
Jan-Uwe Rogge bot eine Unterhaltungsshow. (Bild: Ursula Wegstein)

Jan-Uwe Rogge bot eine Unterhaltungsshow. (Bild: Ursula Wegstein)

Mit einem kessen «Hallo» begrüsst der promovierte Verhaltenswissenschaftler und bekannte Bestsellerautor Dr. Jan-Uwe Rogge das Publikum. Überwiegend Mütter. Dann legt er richtig los und geht mit den Anwesenden hart ins Gericht – in guter Absicht. Er sagt Sätze wie: «Wenn ich mir die Eltern hier so anschaue, möchte ich hier Kind sein? – Nein!» oder «Das wird kein schöner Abend für euch!» Und: «Kinder lieben Väter, weil sie gelassener sind. Und sie lieben die Grosseltern, weil sie gelebtes Leben und nicht gelabertes Leben sind.» Das sitzt. Laute Lacher sind ihm sicher.

Erziehungskabarett statt Powerpoint

Wer hier einen Vortrag mit Powerpoint, Zahlen und Fakten erwartet hat, erlebte stattdessen eine pädagogische Unterhaltungsshow mit erhobenem Zeigefinger. Erziehungskabarett mit Augenzwinkern. Mal bissig, mal ironisch, mal provokant übertreibt Rogge, spitzt zu und hält den Eltern mit Szenen aus der Kinderperspektive den Spiegel vor. Besonders an den sogenannten Helikopter-Müttern, die wie Helikopter immer um ihre Kinder kreisen, lässt er kein gutes Haar. «Alles im Griff haben zu wollen, ist schrecklich.» Früher haben die Kinder in den Büschen gespielt. Das täten sie auch heute noch, doch «in jedem Busch sitzt heute eine Mutter».

Vorleben statt Vorlabern

Anhand vieler Beispiele aus seiner Beratungspraxis, macht Rogge seine Grundthesen deutlich:

Kinder seien Geschenke. Sie wollen so angenommen sein, wie sie sind, nicht, wie man sie gerne hätte. Erziehung setze Haltung voraus. Sich selbst und dem Kind gegenüber. Wichtige Haltungen seien Demut und Dankbarkeit. Kinder wollten nicht ständig verglichen und beobachtet werden.

Erziehung habe mit Humor, Leichtigkeit und Lachen zu tun. «Lachen Sie dreimal am Tag mit ihrem Kind», empfiehlt Rogge den Anwesenden. Das Schlimmste seien Eltern, die nicht lachen würden.

Erziehung brauche ein Vorbild und Liebe. Vorbild sein meint dabei laut Rogge vorleben, nicht vorlabern. Wer ein Kind erzieht, setzt sich immer nicht nur mit dem Kind vor sich, sondern auch mit dem Kind in sich auseinander. Eltern müssten authentisch sein. Kinder bräuchten Klarheit.

Erziehung habe nichts mit Ziehen zu tun. «Du ziehst nicht am Grashalm, damit er schneller wächst, sondern du schaust ihm zu.»Erziehung sei Begleitung. Das Ergebnis von Erziehung lässt sich nicht vorhersehen. Jan-Uwe Rogge empfiehlt, auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Geduldig zu sein. Phasen, in den es gut läuft geniessen und Kräfte sammeln für die schwierigen Phasen: das Trotzalter und die Pubertät.

Für Jan-Uwe Rogge sind Raben deshalb die besseren Eltern, weil sie spüren, wenn die Kinder erwachsen sind und sie dann aus dem Nest werfen. «Raben kennen auch ein Leben danach», sagt er.

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