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Wartauer Ortsgemeindewanderung zeigte: 423 Insekten- und 766 Pilzarten in einer abgestorbenen Eiche

Eine Wanderung mit vielen Informationen gab es auf dem Herbstrundgang der Ortsgemeinde Wartau. Themen waren die Spezialität Bergmondholz, das sichere Fällen mit einer Winde und das Sanieren von Trockenmauern.
Martin Trendle
Die Teilnehmer folgten interessiert den Erklärungen von Ernst Vetsch. (Bilder: Martin Trendle)

Die Teilnehmer folgten interessiert den Erklärungen von Ernst Vetsch. (Bilder: Martin Trendle)

Präsident Paul Schlegel begrüsste rund 50 Personen zum Wandertag in Oberschan. Über den Malanser Berg führte die gewählte Route am 681 Meter über Meer gelegenen Refilis und Böschen via Eichwald zum Werkhof Dornau.

An vier Posten erhielten die Wanderer Erläuterungen über Bergmondholz, Wald und Bildung, die Totholz-Fällmethode, das Entasten am stehenden Stamm und den Bau von Trockenmauern.

Bergmondholz: Einschlag zur «richtigen Zeit»

Förster Ernst Vetsch referierte am ersten Posten über Bergmondholz. Dabei geht es um die Förderung einer nachhaltigen Schutzwaldbewirtschaftung und den Einschlag zur «richtigen Zeit». Dieses spezielle Holz wird für den Hausbau, für Fassaden, für Böden, Möbel, als Klotzholz und als «Logwood» (ganze Stämme) verwendet. Die Nutzung ist nachhaltig, weil sie im Kreislauf der Natur erfolgt.

Roman Gabathuler zeigte Bergmondholz und sprach die Eigenschaften dieser Holzvariante gegenüber konventionell gefälltem Holz an.

Roman Gabathuler zeigte Bergmondholz und sprach die Eigenschaften dieser Holzvariante gegenüber konventionell gefälltem Holz an.

Die grösste Herausforderung bei der Verwendung von Bergmondholz ist die Logistik. Für die jährlich etwa zwölf Häuser sind über 1000 Kubikmeter Holz nötig.

Viele Wege führen zu Forstberufen

Ernst Vetsch erklärte das Organigramm des Forstbetriebs der Ortsgemeinde Wartau mit acht Mitarbeitern. Die Berufe in der Forstgruppe können auf unterschiedlichen Bildungswegen erreicht werden: Kantonsschule, Matura, Försterschule HF und andere.

Der Schnitt der Motorsäge durch den Totholz-Stamm (von oben nach unten): Stichschnitt, Bruchstelle, Fällkerbe.

Der Schnitt der Motorsäge durch den Totholz-Stamm (von oben nach unten): Stichschnitt, Bruchstelle, Fällkerbe.

Diverse Tätigkeiten können im Bildungszentrum Wald in Maienfeld erlernt werden. Für die im August nächsten Jahres beginnende Lehrperiode sucht die Ortsgemeinde nach wie vor einen Forstwart-Lehrling.

Totholz fällen mit einer Winde

Mathias Kühne und William Hilton zeigten die Totholz-Fällmethode mit Motorsäge und Winde. Dieses Fällen auf Distanz führt dazu, dass die Arbeiter ausserhalb des Gefahrenbereichs arbeiten. Der Baum soll stehen bleiben, bis mit dem Seil gezogen wird. Gefährlich ist dabei nicht der Stamm, sondern der Kronenbereich.

Mathias Kühne führte das Entasten mit Spezialleiter vor.

Mathias Kühne führte das Entasten mit Spezialleiter vor.

423 Insekten- und 766 Pilzarten leben in einer abgestorbenen Eiche, wie zu erfahren war. Astfreies Holz wird gemäss Ernst Vetsch von der Kundschaft heutzutage immer mehr nachgefragt. Es ist auch viel teurer zu verkaufen. Deshalb werden Bäume mit einer speziellen, verlängerbaren Leiter entastet. Diese Methode führte Mathias Kühne vor.

Trockenmauern nachhaltig sanieren

Heinz Müller sprach die 25 Kilometer Trockenmauern in der Gemeinde Wartau an, welche auf 400 Mauern aufgeteilt sind. In einer ersten Tranche sanierte man insbesondere in den Rebbaugebieten Azmoos und Burghügel diverse Trockenmauern. Ein Arbeiter schafft pro Tag einen bis zwei Meter.

Trockenmauer im sanierten (rechts) und im nicht behandelten (links) Zustand.

Trockenmauer im sanierten (rechts) und im nicht behandelten (links) Zustand.

Im nächsten Jahr beginnt eine neue Projektphase. Dafür kann man sich bei der Ortsgemeinde melden. Bei einer Sanierung bezahlt der Besitzer einer Mauer 20 Prozent der anfallenden Kosten. Den Rest teilen sich verschiedene Institutionen auf. Durch die Arbeiten an Trockenmauern hat sich die Unterhaltsgruppe einen grossen Erfahrungsschatz und eine hohe Spezialisierung angeeignet.

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