Wartauer Altersheimleiterin Beatrice Disch: «Solidarität der Mitarbeitenden gegenüber dem Betrieb ist gross»

Die Besuchsregelung der Altersheime wurde noch restriktiver. Der Betrieb in den Werdenberger Heimen geht dennoch so normal wie möglich weiter. Gefordert sind vor allem die Mitarbeitenden der Altersheime. 

Alexandra Gächter
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Externe dürfen nicht mehr in die Cafeterias der Altersheime in der Region Werdenberg.

Externe dürfen nicht mehr in die Cafeterias der Altersheime in der Region Werdenberg.


Symbolbild: Nik Roth

Seit Montag dürfen Bewohner von Altersheimen nicht mehr besucht werden. Dies hat die St.Galler Regierung beschlossen. Besuche sind dann erlaubt, wenn sich Heimbewohner in einer ausserordentlichen Situationen befinden. Was bedeutet nun eine ausserordentliche Situation in den einzelnen Heimen im Werdenberg?

Gams: Selber bei der Regierung informieren

Heimleiter Marcel Huber vom Altersheim Möösli verweist bei dieser Frage auf die Weisung der St. Galler Regierung. Die Regierung wiederum empfiehlt, bezüglich der konkreten Handhabung beim entsprechenden Heim anzurufen (W&O-Printausgabe vom Montag). Huber wollte sich dazu nicht näher äussern. 

Sennwald: «Entscheiden von Fall zu Fall»

Etwas entspannter waren die Heimleiterinnen in Sennwald, Sevelen, Buchs und Wartau. Heimleiterin Jeanette Mösli vom Alterswohnheim Forstegg in Sennwald sagte, dass sie bei Bewohnern, denen es akut nicht gut geht oder Palliativpflege benötigen, Ausnahmen erteilt. «Die engsten Bezugspersonen dürfen in so einem Fall bei uns auf Besuch kommen. Wir entscheiden von Fall zu Fall, was in der Situation das Beste für die Betroffenen ist.» Neu sei zudem, dass diejenigen Mitarbeitenden, welche den Sicherheitsabstand von zwei Metern nicht einhalten können – wie zum Beispiel in der Pflege – einen Mundschutz tragen müssen.

Sevelen: Adler Apotheke bietet Hilfe an

Dasselbe gilt in Sevelen: «Mundschutzpflicht und nur noch Besuche von engsten Angehörigen, wenn jemand im Sterben liegt», sagt Heimleiterin Andrea Fischlmayr vom Altersheim Gärbi. Die Bewohner würden die Situation relativ gut auffassen. Am Montag wurde zudem der Speisesaal im Seveler Altersheim so umgebaut, dass mehr Abstand zwischen den Bewohnern eingehalten werden kann. Schliesslich wollte Heimleiterin Fischlmayr anmerken, dass sie sich sehr gut informiert und unterstützt fühlt von den übergeordneten Stellen. «Zum Beispiel hat uns die Adler Apotheke angeboten, extra für uns Desinfektionsmittel herzustellen.» Und wie andernorts auch würde der Zivilschutz bei einem Mitarbeiterengpass einspringen.

Buchs: Zusatzbetreuung durch Heimpersonal

Da auch in Buchs nur noch in Palliativsituationen engsten Bezugspersonen ein Besuch gestattet wird, hat das Haus Wieden Kurzbetreuungssequenzen eingeführt. Das bedeutet, dass die Mitarbeitenden des Hauses Wieden einige Aufgaben übernehmen, die sonst Angehörige der Bewohner ausführen. «Das kann ein kurzer Spaziergang sein, Spiele spielen oder Bücher anschauen. Wir achten dabei natürlich auf den nötigen Sicherheitsabstand», so Heimleiterin Domenika Schnider Neuweiler. Neuerungen seien ausserdem: Musik in der Cafeteria und der umgestellte Speisesaal, sodass sich die Bewohner nicht mehr direkt gegenübersitzen. Ein Teil der Bewohner nehme das Essen in der Sonnenstube oder in der Cafeteria ein, um den Abstand wahren zu können.

Wartau: Teilzeitangestellte bereit, mehr zu arbeiten

«Neu findet das Fitnessprogramm nicht mehr extern, sondern im Betagtenheim Wartau statt», so Heimleiterin Beatrice Disch. Früher wurden Sing- und Lottoveranstaltungen von externen Pensionären durchgeführt, nun übernehmen das ebenfalls die Mitarbeitenden des Altersheims, so Disch. «Die Teilzeitangestellten haben sich bereiterklärt, mehr zu arbeiten. Die Solidarität der Mitarbeitenden gegenüber unserem Altersheim ist gross», merkte Beatrice Disch lobend an.

Da nur Palliativfälle besucht werden können, nehmen die Bewohner mittels Telefon, Whatsapp oder Facetime Kontakt mit ihren Angehörigen auf. «Es gibt einige Bewohner bei uns, die ein Smartphone besitzen.» Sollte ein Bewohner nicht mehr gut hören, dürfen die Angehörigen sich beim Altersheim telefonisch über deren Zustand von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr informieren.