War Bombendrohung in Liechtenstein ein Lausbubenstreich?

Wegen einer Bombendrohung mussten im Fürstentum Liechtenstein drei Casinos evakuiert werden. Gefunden wurde nichts. Möglich ist, dass es sich bei der Drohung um einen Streich handelte.

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Mehrere Casinos in Liechtenstein mussten von der Polizei evakuiert werden.

Mehrere Casinos in Liechtenstein mussten von der Polizei evakuiert werden.

Daniel Schwendener

(pd) Am Montag gegen 17.15 Uhr ging bei der Landespolizei Liechtenstein per E-Mail eine Bombendrohung gegen drei Casinos in Liechtenstein ein. Vor Ablauf der Frist, welche in dem Schreiben gesetzt wurde, konnten die betroffenen Casinos evakuiert werden. Anschliessend wurde eines davon mit einem Sprengstoffspürhund, der Polizei und Personal des Casinos durchsucht. Es wurde kein verdächtiger Gegenstand gefunden, wie die Liechtensteinische Landespolizei am Montag Abend mitteilte. Auf die Durchsuchung der weiteren Casinos konnte verzichtet werden. Weitere Ermittlungen sind im Gange.

Dass nicht alle Liechtensteiner mit der boomenden Casino-Landschaft einverstanden sind, ist nichts Neues. Gleich mehrfach hatten Leserbriefschreiber ihren Unmut darüber geäussert, dass die Casinos in den letzten zwei Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Dies schreibt das «Vaterland» auf seiner Homepage. War die gestrige Bombendrohung in den Casinos des Landes also als Warnung gedacht, sich aus dem Land zurückzuziehen?

Personal und Besucher waren beunruhigt

Bei der Bombendrohung von einem «Lausbubenstreich» auszugehen, könnte zwar durchaus vermutet werden. Doch darf sie aufgrund der kritischen Anmerkungen der letzten Monate gegenüber den Casinos auch nicht auf die leichte Schulter genommen werden, schreibt das «Vaterland» weiter. Deshalb sind bei der Landespolizei nun auch weitere Ermittlungen im Gange. Ganz abgesehen davon, dass diese Bombendrohung und der dadurch ausgelöste Einsatz der Landespolizei massive Kosten verursacht hat, hat sie auch viele Menschen stark verunsichert und erschreckt. In Bendern, wo sich das Grand Casino befindet, haben sich gemäss dem «Vaterland» Personal und Besucher während der Durchsuchung in die Bar des B-Smart-Hotels begeben, das sich in unmittelbarer Nähe befindet. Dort war die Besorgnis und Verunsicherung unter den Menschen besonders spürbar.