Waldorfschule spielte ein altes Theaterstück mit aktueller Bedeutung

«Ein sehr altes Stück, das seine Botschaft aber bis heute nicht verloren hat.» So beurteilen Schüler der 9. Klasse der Waldorfschule Liechtenstein die Aufführung ihrer 7. und 8. Klasse im Fabriggli in Buchs. Gespielt wurde «Die tragische Historie des Dr. Faustus».

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Die Schülerinnen und Schüler haben die schwierige Aufgabe, das Theaterstück in alter deutscher Sprache zu spielen, dank intensiver Proben gut gemeistert. (Bild: PD)

Die Schülerinnen und Schüler haben die schwierige Aufgabe, das Theaterstück in alter deutscher Sprache zu spielen, dank intensiver Proben gut gemeistert. (Bild: PD)

(pd) Die 21 aufführenden Schülerinnen und Schüler der Waldorfschule Liechtenstein aus Schaan haben am Mittwoch und Donnerstag im Kleintheater Fabriggli das Stück «Die tragische Historie des Dr. Faustus» von Christopher Marlowe aufgeführt.

Sie haben es zuvor unter der Leitung der Klassenlehrerin Irmgard Burtscher intensiv geübt. Sie hatte ein anspruchsvolles Stück für die Schülerinnen und Schülern der 7. und 8. Klasse gewählt. Das zeigt auch die «Kritik» einer Neuntklässlerin: «Das Stück war sehr schwierig, doch sie konnten es gut rüberbringen.» Eine weitere Zuschauerin hielt anerkennend fest: «Das Stück war in einer alten deutschen Sprache und deshalb sehr schwierig zu lernen und zu sprechen.»

Macht und Wissen macht nicht glücklich

Doktor Faust, der alles Wissen und alle Macht der Welt wollte, verfiel der schwarzen Magie und gab dem Teufel seine Seele unter der Bedingung, dass Mephistopheles, ein Bote des Teufels, ihm sein Leben lang diene. Faust lernte die sieben Todsünden kennen: Neid, Trägheit, Eitelkeit, Egoist, Völlerei, Wut und Geiz. Mit Mephistopheles reiste er auch nach Rom und trieb beim Papst sein Unwesen.

Letzten Endes wollte Faust doch noch in den Himmel – doch da er dem Teufel seine Seele versprochen hatte, blieb er dem ewigen Leid der Hölle ausgesetzt.

Mehr als drei Monate lang geprobt

Weil das Stück über 30 Rollen hat, in der 7. und 8. Klasse der Waldorfschule Liechtenstein aber nur 21 Jugendliche sind, hatten mit Ausnahme der drei Hauptrollen Faust (Josheba und Cosimo) und Mephistopheles (Joseph) die meisten Schüler mehrere Rollen zu spielen.

Über drei Monate übten die Schüler ihre Rollen und das Spiel, zum Schluss in einer Intensivwoche im Fabriggli. Sie waren dabei vom normalen Unterricht befreit und konnten sich ganz auf die intensive Probe konzentrieren. Ihre Kostüme haben sie zum grossen Teil selber hergestellt. Auch die Kulissen und Requisiten haben sie selber gestaltet und erarbeitet.

Eine Neuntklässlerin sagte nach der Aufführung:

«Es ist zwar ein sehr altes Stück, doch die Botschaft ist dieselbe: Man lernt daraus, dass man trotz Wissen, Macht und Reichtum nicht glücklich wird.»

Eine andere junge Zuschauerin teilte nach der Aufführung diese Beurteilung dees Inhaltes: «Es zeigt gut, dass man trotz Macht und Wissen unglücklich und unerfüllt sein kann, und dass man sich nicht über andere stellen sollte.» (pd)