St. Galler Waldeigentümer steigen aus FSC-Zertifizierung aus

Der Verband der St. Galler Waldeigentümer wird teilweise aus der FSC-Waldzertifizierung aussteigen. Dies teilte er in einer Medienmitteilung mit.

PD
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Jungwaldfläche eines Privatwaldbesitzers wird nun auch ohne FSC-Waldzertifizierung nachhaltig und naturnah gepflegt. (Bild. PD)

Jungwaldfläche eines Privatwaldbesitzers wird nun auch ohne FSC-Waldzertifizierung nachhaltig und naturnah gepflegt. (Bild. PD)

(pd/wo) In den Jahren 2000 und 2001 hat sich der Waldwirtschaftsverband St. Gallen & Liechtenstein für die Einführung der Waldzertifizierung nach dem Standard von FSC (Forest Stewardship Council) eingesetzt. In einer ersten Runde wurden die Waldflächen der öffentlichen Waldeigentümer zertifiziert. Ein Jahr später dann der gesamte Privatwald. Seit 2003 sind 95 Prozent der Waldfläche FSC-zertifiziert. Dazumal habe dies Sinn gemacht, schreibt Wald St. Gallen & Liechtenstein, der Verband der Waldeigentümer, in einer Medienmitteilung. Viele Holzabnehmer waren selber FSC-zertifiziert und haben für das Holz etwas mehr bezahlt. Speziell im angrenzenden Ausland war die Nachfrage nach FSC-Holz stark. Seit einigen Jahren werden die Kriterien für die Prüfung der Wälder immer umfangreicher und haben mit dem aktuellen Katalog über 50 Seiten angenommen. Die kantonalen Verbände Thurgau, St. Gallen, Appenzell und das Fürstentum Liechtenstein haben sich im Jahr 2015 zu einer grossen Waldzertifizierungsgruppe Ostschweiz (WZGO) zusammengeschlossen, um mit der erreichten Professionalisierung den ständig steigenden Kosten und Vorschriften entgegenzuwirken.

Greenpeace steigt nach 25 Jahren aus

Das Forstsiegel FSC wurde 1993 auch auf Initiative von Umweltorganisationen wie Greenpeace gegründet, um nachhaltige Forstwirtschaft erstmals glaubhaft zu zertifizieren. Seit Jahren häufen sich allerdings die Meldungen, dass in «Hochrisikoregionen, wo demokratische und zivilgesellschaftliche Institutionen schwach sind und die Korruption hoch ist» ganze FSC-Wälder geplündert und abgeholzt werden. Nach 25 Jahren Mitarbeit hat Greenpeace nun öffentlich verkündet, nicht länger Mitglied des FSC sein zu wollen.

Freiwillige öffentliche Eigentümer bleiben noch

Mit dem Tragen des FSC-Labels wird man in denselben Topf geworfen wie die Hochrisikoregionen und deren Verfehlungen. Dies sei nicht weiter zumutbar, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Im Herbst läuft das aktuelle Zertifikat der Ostschweiz aus. Aus den Erkenntnissen der letzten Jahre hat sich die WZGO entschieden, einen ersten Teilausstieg zu machen und die Kleinprivatwaldungen aus dem System zu entlassen. Die freiwilligen öffentlichen Waldeigentümer verbleiben im System und werden das noch benötigte FSC-Holz für die wenigen noch zertifizierten Betriebe liefern. Sofern der Trend anhält, kann in den nächsten Jahren der Totalausstieg angegangen werden.

Die Natur in den Ostschweizer Wäldern wird durch den Ausstieg nicht leiden. Über 90 Prozent der FSC-Kriterien sind im strengen Schweizer Waldgesetz verankert und bleiben bestehen. Sämtliches in der Schweiz geschlagene Holz wird nachhaltig produziert und erfüllt alle gesetzlichen Umweltstandards.