Wahlpodium mit den Wartauer Gemeindepräsidenten-Kandidaten: attraktiver werden – Steuerfuss soll sinken

Am Donnerstagabend kam es in der Turnhalle Seidenbaum in Wartau zum öffentlichen Wortgefecht der drei Kandidaten für das Amt des Gemeindepräsidenten. Das Podiumsgespräch, geführt von Thomas Schwizer, stiess trotz Corona-Schutzmassnahmen auf reges Interesse bei der Bevölkerung, die auf eine rasche Senkung des Steuerfusses pocht.

Christian Imhof
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Waren nicht in allen Fragen gleicher Meinung: Roland Kohler, Andreas Bernold und Martin Graf (von links).

Waren nicht in allen Fragen gleicher Meinung: Roland Kohler, Andreas Bernold und Martin Graf (von links).

Bilder: Christian Imhof

Die drei Kandidaten für das Amt des Gemeindepräsidenten von Wartau traten am Donnerstagabend in der Turnhalle Seidenbaum zum grossen Wortgefecht an. Das öffentliche Gespräch mit Andreas Bernhold, Martin Graf und Roland Kohler führte Thomas Schwizer.

Die Ausführungen der drei Herren stiessen auf reges Interesse bei der Bevölkerung. Als sie von ihren Zukunftsvisionen für ein attraktiveres Wartau erzählten, hörten rund 250 Personen aller Altersgruppen zu.

160 Prozent sind zu viel

Auch wenn die Kontrahenten sich gegenseitig nichts schenkten und Schwizer es schaffte, sie mit seinen Fragen ein wenig in die Bredouille bringen, in einem Punkt waren sich alle an diesem Abend einig: Der Steuerfuss von 160 Prozent ist zu hoch.

Auch wenn die demographische Entwicklung, die Digitalisierung, der Verkehr oder auch das Optimieren des Standorts für die Industrie am Abend thematisiert wurden, so waren die hohen Steuern doch das am hitzigsten diskutierte Thema des Abends.

Kohler und Bernold sehen Spielraum beim Steuerfuss

Martin Graf wollte, weil er die Zahlen noch zu wenig kenne, keine Versprechen geben, wann der Steuerfuss gesenkt werden könne. Anders sah dies Roland Kohler,der regelmässig seinen heutigen Wirkungsort Mels mit Wartau verglich, versprach, diesen in den nächsten drei Jahren tiefer zu gestalten.

Andreas Bernold erwähnte, dass Wartau in den vergangenen Jahren einen grossen Nachholbedarf bei den Investitionen hatte und deshalb keine Chance bestand, den Steuerfuss zu senken. Doch nun sei die Gemeinde wieder auf dem neuesten Stand bei den Infrastrukturen und Strassen, so dass trotz möglicher Auswirkungen von Corona auf die Steuereinnahmen bald Bewegung in die Sache kommen könnte.

Uneinigkeit bei der Frage Teil- oder Vollpensum

Einen König von Wartau werde es keinen geben. Da waren sich alle drei Bewerber einig.

Was aber aufhorchen liess war die Aussage von Graf, dass er, falls er gewählt werde, das Präsidentenamt in einem deutlich geringeren Teilzeitpensum erfüllen wolle. Der Unternehmensberater in ihm sehe auch hier viel Sparpotenzial in der Gemeinde Wartau, welches noch ungenutzt sei.

Grafs Aussage, dass ein 50-Prozent-Pensum ausreiche, widersprachen die beiden anderen Kandidaten. Kohler könne sich eine Ausführung des Amts mit einer Anstellung von 80 bis 100 Prozent vorstellen, Bernold sieht ein Vollzeitpensum als richtige und nötige Lösung. Er entgegnete, man könne dem Gemeinderat im Ressortsystem nicht noch mehr Aufgaben aufhalsen.

Attraktivität, Stein rollen und sofort anpacken

Der Parteilose Martin Graf aus Oberschan hatte in der einleitenden Vorstellungsrunde sein grosses Ziel erwähnt, Wartau für Private wie auch für Unternehmen attraktiver zu gestalten. Roland Kohler aus Mels symbolisierte mit einem mitgebrachten Stein, dass er eben diesen in Wartau ins Rollen bringen wolle.

Gemeindepräsident ad interim Andreas Bernold erklärte, dass er mit der Materie bestens vertraut sei und ohne grosse Eingewöhnungsphase sofort anpacken könne.

Weitere Kandidierende stellten sich vor

Dass das Thema Steuerfuss ganz oben auf der Liste in Wartau steht und rasch behandelt werden muss nach der Wahl, zeigte auch die Vorstellungsrunde der Kandidierenden für den Gemeinderat, der ebenfalls im September gewählt wird.

Sie kandidieren für den Gemeinderat: Martin Gabathuler (bisher), Daniel Lohner, Bruno Seifert (Schulratspräsident, bisher), Vreni Kruse-Müller (bisher), Alexander Gabathuler und Alexander Hatziisaak (von links).

Sie kandidieren für den Gemeinderat: Martin Gabathuler (bisher), Daniel Lohner, Bruno Seifert (Schulratspräsident, bisher), Vreni Kruse-Müller (bisher), Alexander Gabathuler und Alexander Hatziisaak (von links).

Schulratspräsident Bruno Seifert, Martin Gabathuler, Vreni Kruse-Müller (alle bisher) und die neu Kandidierenden Alexander Gabathuler, Alexander Hatziisaak sowie Daniel Lohner machten einige Aussagen zu sich und zu ihren politischen Inhalten und Zielen.

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Thomas Schwizer