Vorstudie für Entwicklung der Saarebene wird erarbeitet – es geht nicht nur um die Hochwassersicherheit

Die Hochwassersicherheit in der Saarebene – Gemeinden Sargans, Mels, Vilters-Wangs und Wartau –soll erhöht werden. Nebst der Verbesserung des Hochwasserschutzes stehen der Schutz des Grundwassers sowie die Umsetzung von Revitalisierungsmassnahmen und ökologische Aufwertungen hoch im Kurs.

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Ende August 2020 kam es in der Saarebene letztmals zu Einsätzen wegen Hochwasserereignissen. Bei der Erhöhung der Hochwassersicherheit müssen diverse Aspekte berücksichtigt werden.

Ende August 2020 kam es in der Saarebene letztmals zu Einsätzen wegen Hochwasserereignissen. Bei der Erhöhung der Hochwassersicherheit müssen diverse Aspekte berücksichtigt werden.

Symbolbild: PD

(wo) Dank der Bestandsaufnahme, der Defizitanalyse und der Bedürfnisabklärung bei verschiedenen Interessensgruppen liegen für die weiteren Schritte umfassende Informationen vor, heisst es in einer Medienmitteilung.

Die Abflusskapazitäten sind zu gering

Die Abflusskapazitäten der Saar und des Vilterser-Wangser-Kanals sowie diverser Zuflüsse ist für Hochwasserereignisse zu gering. Bereits bei einem statistisch gesehen alle 30 Jahre wiederkehrenden Hochwasser sind Schäden im Siedlungs- und Industriegebiet sowie in der Landwirtschaft zu erwarten. Entsprechend wichtig ist es, die Hochwassersicherheit zu erhöhen.

Jörg Tanner, Sarganser Gemeindepräsident und Vorsitzender der Arbeitsgruppe, erklärt:

«Bei der Umsetzung der Massnahmen gilt es sämtliche Aspekte zu berücksichtigen. Es darf nicht nur der Hochwasserschutz isoliert betrachtet werden, sondern auch Themen wie Ökologie, Grundwasser und die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen müssen berücksichtigt werden.»

Entsprechend komplex ist die Aufgabenstellung.

Verschiedene Aspekte werden berücksichtigt

Das Ingenieur- und Planungsunternehmen Basler & Hofmann hat in den letzten Monaten den Zustand der Gewässer aufgenommen, eine Defizitanalyse erstellt sowie die Bedürfnisse der verschiedenen Betroffenen und Interessensgruppen erfasst. Insgesamt wurden 41 Akteure kontaktiert und zu einer Beurteilung eingeladen.

Die Auswertung der Umfrage zeigt deutlich auf, dass nebst der Verbesserung des Hochwasserschutzes der Schutz des Grundwassers sowie die Umsetzung von Revitalisierungsmassnahmen und ökologische Aufwertungen hoch im Kurs stehen.

Ebenso wichtig scheint den Umfrageteilnehmenden der Schutz der Wildlebensräume, die Sicherstellung der Vernetzung der Lebensräume sowie die Verbesserung des Oberflächenwasserabflusses. Weiter sollen die Rückstauungen in die Siedlungsentwässerung behoben werden. Dies alles bei einer möglichst optimalen Ausgestaltung des Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Rechtliche und technische Machbarkeit wird abgeklärt

Als nächster Schritt wird nun eine Vorstudie, respektive ein generelles Entwicklungskonzept, in Auftrag gegeben. Ziel dieses Auftrages ist es, verschiedene Varianten zu erarbeiten und deren rechtliche und technische Machbarkeit abzuklären. Dies unter Berücksichtigung und entsprechender Gewichtung der erfassten Bedürfnisse aller Interessensgruppen. Jörg Tanner erklärt:

«Jenes Projekt, das den Anforderungen am besten entspricht, soll danach weiterverfolgt werden.»

Die Gesamtkosten von rund 175'000 Franken für das Entwicklungskonzept werden die Gemeinden Sargans, Mels, Vilters-Wangs und Wartau vorfinanzieren. Sobald ein rechtskräftiges Projekt vorliegt, werden die Projektierungskosten durch Kanton und Bund mitfinanziert.

Nebst den Gemeindevertretern werden auch die Melioration der Saarebene und die Abteilung Wasserbau des Kantons St.Gallen in der Arbeitsgruppe mitarbeiten.

Bildlegende: Symbolbild: Archiv