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Vorsicht Hitze! Vorbeugen bewahrt vor bedrohlichen Situationen

Hitzschlag, Sonnenstich und Austrockung des Körpers: Die ungewohnte und lang andauernde Hitzewelle setzt den Menschen zu. Kantonsärztin Danuta Reinholz gibt Tipps, wie man sich durch angepasstes Verhalten vor schlimmen Folgen schützen kann.
Thomas Schwizer
Körperliche Anstrengungen sollten bei Hitze auf die frühen Morgenstunden verlegt werden. (Bild: Steffen Schmidt)

Körperliche Anstrengungen sollten bei Hitze auf die frühen Morgenstunden verlegt werden. (Bild: Steffen Schmidt)

Zumindest bis Sonntag dürfte gemäss Meteo Schweiz die Hitzeperiode mit Temperaturen von teils weit über die 30-Grad-Marke anhalten. Während die Menschen in südlichen Gefilden dies gewohnt sind und ihre Lebensweise im Hochsommer entsprechend anpassen, kennen wir in Mitteleuropa solche Bedingungen weniger. Deshalb droht mancher Kreislauf schlapp zu machen.

Kleinkinder, Ältere und Kranke sind besonders gefährdet

Grundsätzlich sind alle Menschen von der aktuellen Hitze betroffen und leiden teilweise darunter. Gesundheitliche Beschwerden drohen aber besonders Ältere, Pflegebedürfige, Säuglinge, Kleinkinder und chronisch Kranke zu entwickeln. Das erläutert Danuta Reinholz, St. Galler Kantonsärztin, auf Anfrage des W&O.

Ein besonderes Augenmerk müsse auf ältere oder demente Menschen gerichtet werden. Bei diesen könne es zu einer Austrocknung des Körpers (Exsikkose) kommen. Der Grund: Sie haben ein reduziertes Durstgefühl und schwitzen vermehrt. Der Flüssigkeitsmangel führt schnell zu einem Blutdruckabfall und zu Kreislaufbeschwerden oder sogar zu Verwirrungszuständen, stellt Reinholz fest.

Besonders gefordert seien Diabetikerinnen und Diabetiker, weil bei Verlust von viel Flüssigkeit das körpereigene sowie das gespritzte Insulin schlechter wirke. Sie sollten an heissen Tagen den Blutzucker häufiger kontrollieren, rät die Kantonsärztin.

Direkte Sonneneinstrahlung meiden

Manche Berufsgruppen müssen auch bei Hitze im Freien arbeiten. Wie schützen sich die Betroffenen am besten gegen negative gesundheitliche Folgen? Danuta Reinholz stellt fest, dass nicht nur Flüssigkeitsmangel, sondern auch zu viel direkte Sonneneinstrahlung gesundheitliche Folgen haben kann.

Sie erläutert: «Wer sich zu lange ungeschützt der prallen Sonne aussetzt, riskiert einen Sonnenstich (Irritation der Hirnhaut und des Hirngewebes). Symptome sind ein roter Kopf, Unruhe, Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Übelkeit und Erbrechen. Auch Nackenschmerzen sind möglich. Die Körpertemperatur eines Sonnenstichpatienten ist in der Regel nicht erhöht.»

Ein Hitzschlag ist ein Notfall

Wesentlich gefährlicher sei ein Hitzschlag, bei dem es zu einer lebensbedrohlichen Erhöhung der Körpertemperatur bis auf 40 Grad Celsius und mehr kommen kann. Durch grosse Anstrengung bei starker Hitze versage das Temperatur-Regulationssystem des Körpers und es entwickle sich ein Wärmestau.

Als Symptome eines Hitzschlags nennt Reinholz einen Blutdruckabfall, heisse und trockene Haut, Muskelkrämpfe, Halluzinationen und Bewusstseinstrübungen. Oft fühle sich der Betroffene aber «nur» völlig erschöpft. «Ein Hitzschlag ist ein Notfall!», betont die Kantonsärztin. «Zeigt jemand die beschriebenen Symptome, muss er sofort aus der Wärme und benötigt eine Ganzkörperkühlung.» Diese soll aber langsam erfolgen.

Daraus resultiert, dass man sich während der heissesten Tageszeit weder privat (Sport) noch beruflich in der Sonne körperlich betätigen sollte. Gemäss Reinholz müssen für all jene, für die berufliche Einsätze in der Sonne unvermeidbar sind, regelmässige Kühlungspausen mit genügend Flüssigkeitszufuhr gewährleistet sein. «Eine Verschattung am Arbeitsplatz sowie eine gute Kopfbedeckung sind ebenfalls sehr wichtig.»

Langsam ins Wasser gehen und wenig Alkohol trinken

Was gibt es Schöneres, als sich bei Gluthitze im Badewasser abzukühlen? Doch auch hier gibt es etwas Wichtiges zu beachten. Danuta Reinholz erklärt: «Bei stark erhitztem Körper sollte man auf Sprünge verzichten und langsam ins Wasser gehen. So hat der Kreislauf eine Chance, sich auf den Temperaturwechsel einzustellen. Schafft er die Anpassung nicht, kann es zum Kollaps und zur Bewusstlosigkeit kommen.»

Kantonsärztin Danuta Reinholz.

Kantonsärztin Danuta Reinholz.

Auch beim Genuss von alkoholischen Getränken ist Vorsicht geboten. Die Kantonsärztin empfiehlt, sie bei Temperaturen von über 30 Grad erst in den kühleren Abendstunden zu konsumieren. Denn bei höheren Temperaturen würden die Körperzellen weniger Flüssigkeit enthalten. «Der Alkohol im Körper ist konzentrierter, er wirkt stärker und der Rausch setzt früher ein. Eine Kombination aus Alkoholrausch und Sonnenstich oder Hitzschlag kann schlimme Folgen haben», lautet die Warnung.

Wieviel soll man trinken? "Auf das Durstgefühl verlassen"

Auch gesunde Menschen sollten körperliche Anstrengungen auf den frühen Morgen verlegen, rät Yves Crippa, Chefarzt Innere Medizin am kantonalen Spital Grabs. Für Personen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung sei ein Morgenspaziergang im Schatten des Waldes ebenfalls kein Problem. Sie sollten aber unbedingt die Tageshitze meiden, erläutert Crippa.
Der Volksmund rät, in der aktuellen Hitze mehr zu trinken als sonst. Diese Empfehlung teilt Yves Crippa nicht. «Wir können uns auf unser Durstgefühl verlassen. Trinken wir diesem entsprechend, ist das in der Regel ausreichend», stellt der Chefarzt fest.
Er betont, dass Patienten mit Herzproblemen, die entwässernde Tabletten schlucken müssen, auf keinen Fall mehr trinken sollen als üblich. «Denn sie sind gefährdet, zu viel Wasser im Körper zu haben», erläutert der Mediziner. Das gleiche gelte für Nierenpatienten und Patienten mit Leberzirrhose. (ts)

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