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Vor 40 Jahren starb Pfarrer Paul Oswald

Am 5. August 1978 nahm die katholische Kirchgemeinde Abschied von ihrem unerwartet verstorbenen Pfarrherrn. Zum Abschied läuteten auch die Glocken der evangelischen Kirche.
Hansruedi Rohrer
Pfarrer Oswald wirkte auch in der 1965 eingeweihten neuen Kirche.
Das Innere des kleinen damaligen Gotteshauses.
Die erste katholische Buchser Kirche an der Pfrundgutstrasse.
Vor 40 Jahren starb der katholische Seelsorger Paul Oswald.
Blick aus dem von Pfarrer Oswald pilotierten Flugzeug mit Sicht auf die beiden Kirchen und das Schulhaus Grof.
Die Spitze des Trauerzuges am 5. August 1978 für den verstorbenen Pfarrer Paul Oswald.
6 Bilder

Vor 40 Jahren starb Pfarrer Paul Oswald

Der katholische Buchser Pfarrer Paul Oswald verstarb unverhofft auf einer Hochgebirgswanderung im Berner Oberland. Er erlag an einem akuten Herzversagen. Es passierte anlässlich einer Tourenwoche zusammen mit seinen Bergkameraden. Er, der oftmals dem «Himmel näher» war als andere, schied endgültig aus dieser Welt. Was «dem Himmel näher» betraf: Paul Oswald stieg nämlich öfter mal mit seinem Kleinflugzeug hoch in die Lüfte. Einst besass er sogar das Kunstflugbrevet und pilotierte den für akrobatische Flüge prädestinierten Bücker. Der Buchser Pfarrer soll schon einen Flugplatz auf dem Rücken fliegend überquert haben. «Ich stehe immer in Gottes Hand», antwortete er – für ihn ja logisch – als man ihn nach der Angst bei seinen Flügen fragte. Er zeigte ab und zu natürlich auch Buchser Einwohnern ihr Dorf aus der Luft, allerdings ohne Akrobatikkurven. Und natürlich flog er dann auch über die katholische Kirche.

Pfarrer Oswald schonte sich nicht, wenn Hilfe nötig war

Pfarrer Oswald amtete vom 21. Juni 1959 an 19 Jahre als katholischer Seelsorger in Buchs. Damals vorerst noch im kleinen Kirchlein an der Pfrundgutstrasse. Es war das 1896 eingeweihte erste katholische Buchser Gotteshaus, in welchem zu früher Zeit auch der berühmte Kräuterpfarrer Johann Künzle ein Dezennium lang wirkte. Am 6. April 1964 wurde dort die letzte heilige Messe abgehalten. Am 19. Dezember 1965 konnte die neue, heutige katholische Kirche eingeweiht werden. Im kirchlichen Wirken von Pfarrer Oswald war das einer der Höhepunkte. Am 30. Mai 1920 in Rapperswil geboren, erlebte Paul Oswald mit seinen zwei älteren Brüdern im elterlichen Haus eine frohe Jugendzeit. Er war halt ein richtiger «Seebueb». Später trat er in die Klosterschule Disentis ein, die er 1941 mit der Matura im Sack verliess. Anschliessend widmete er sich an der Universität Freiburg im Uechtland dem Theologiestudium. Am 6. April 1946 wurde er in St. Gallen durch den damaligen Bischof Josephus Meile zum Priester geweiht. Nach verschiedenen Stationen wirkte er ab 1952 als Vikar in Goldach, bis er sieben Jahre später dem Ruf nach Buchs folgte.

Pfarrer Oswald war menschlich, fröhlich und aufgeschlossen. Er verstand es, Kontakte zu schaffen, war unermüdlich in der Betreuung seiner «Schäfchen« und opferte manche Stunde auch für die Kranken, machte Hausbesuche und schonte sich nicht, wenn Trost, Beistand und Hilfe in schwerer Zeit nötig war. Natürlich gab es auch Fröhliches, wie Hochzeiten, Taufen, Kommunion und andere Festgottesdienste. Der Seelsorger wurde auch von der protestantischen Seite her geachtet. Ökumene bedeutete ihm viel. Entspannung fand Paul Oswald in regelmässigen Ski-und Bergtouren mit seinen Kameraden. Und vielleicht die gewisse Spannung eben im Flugzeug, welches er selber pilotierte.

Eine stattliche Gemeinde begleitete am 5. August 1978 nach dem Gottesdienst den grossen Trauerzug, mit dem die sterbliche Hülle des Buchser Seelsorgers zur letzten Ruhestätte auf den Friedhof begleitet wurde. Darunter waren auch viele Geistliche, wie Bischof Otmar Mäder und Bischof Josephus Hasler. Zu jener Zeit waren allgemein noch Trauerzüge vom Haus der Verstorbenen bis zum Friedhof üblich. In diesem Fall hatte der Trauerzug für Pfarrer Oswald die kurze Strecke von der katholischen Kirche bis zum Friedhof zurückzulegen. Später wurde bei der katholischen Kirche zu seinem Gedenken die letzte Ruhestätte errichtet.

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