Buchs
Von Papier zum Pionier: Sieben Klassen des BZB haben die Lehrabschlussprüfungen auf elektronischem Weg absolviert

Mitte Juni fand am Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs (BZB) das Qualifikationsverfahren (QV) statt. Die sieben Klassen, die den «Bring your own device»-Unterricht besucht hatten – also mit Tablets und Notebooks statt mit Büchern und auf Papier – absolvierten die Schlussprüfung im Fach Allgemeinbildender Unterricht online über eine Lern- und Prüfungsplattform.

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Abschlussprüfung in neuer Manier: Am BZB in Buchs haben einige Klassen diesen Sommer die Lehrabschlussprüfungen elektronisch absolviert.

Abschlussprüfung in neuer Manier: Am BZB in Buchs haben einige Klassen diesen Sommer die Lehrabschlussprüfungen elektronisch absolviert.

Bild: PD

(PD) «Unser Ziel war es, den Klassen, die während der ganzen Lehrzeit digital unterrichtet wurden, auch ein zeitgemässes QV anzubieten», erklärt Sibylle Märki, Fachschafts- und Prüfungsleiterin Allgemeinbildender Unterricht. Zudem habe man den Logistik- und Korrekturaufwand der früheren 30000 Seiten Papier stark reduzieren wollen.

Der Wechsel von Papier zu online habe eine generalstabsmässige Planung in technischen, organisatorischen und administrativen Belangen erfordert. «Das beginnt bei A wie rekursfähiges Aufgebot für die Lernenden und endet bei Z wie Zeugnis», so Märki in einer Medienmitteilung des BZB.

Prüfung auch für «Papierklassen»

Eine zusätzliche Herausforderung, die massiv unterschätzt worden sei, war der Umstand, dass dieselbe Prüfung auch für die herkömmlichen «Papierklassen» bereitgestellt werden musste. Drei Wochen vor dem QV fanden Prüfungssimulationen statt, die den Aufsichtspersonen und den Lernenden für den richtigen Prüfungstag eine gewisse Routine und Ruhe vermittelten.

«Die Frage zum Gesamteindruck der digitalen ABU-Schlussprüfung beantworteten 64 Prozent mit ‹sehr zufrieden› oder ‹zufrieden›. Das zeigt mir, dass wir unser Hauptziel – ein zeitgemässes Qualifikationsverfahren – erreicht haben.»

Unmittelbar nach der Prüfung hätten die Lernenden über die Prüfungsplattform freiwillig ihr Feedback abgegeben, so Märki weiter.

Wohlgemerkt seien das Rückmeldungen von Lernenden aus vorwiegend handwerklichen Berufen, die nicht den ganzen Arbeitstag am PC verbringen. Dieses QV sei deshalb auch ein Nachweis für die Lernenden, dass sie mit diesen technischen Mitteln umgehen können.

Eine Pionierarbeit am BZB

«Eigentlich war das elektronische QV schon für letztes Jahr geplant gewesen, dann aber coronabedingt abgesagt worden», erinnert sich Peter Keller-Giger, Leiter Grundbildung und Prorektor am BZB. «Dieses Jahr war es dann endlich so weit.» Und er ergänzt: «Wir sind eine von ganz wenigen Berufsschulen schweizweit, die eine elektronische Abschlussprüfung anbieten. Es haben sich auch schon verschiedene andere Berufsschulen in Buchs informiert über das elektronische QV», so Keller-Giger nicht ohne Stolz.

«Wichtig ist natürlich, dass die Prüfung auch einem möglichen Rekurs standhalten muss und dass nicht geschummelt werden kann. Natürlich könne man in eine E-Prüfung beispielsweise auch einen Aufsatz integrieren. Dieser wird zwar nicht automatisch korrigiert, aber von den Lehrpersonen am Bildschirm bearbeitet.»

Das BZB wird als Pionier weiter auf diesem Weg in die Zukunft gehen; ein Weg, der sowohl Lehrpersonen als auch Lernende fordert und allen aber auch die Möglichkeit gibt, die Arbeit mit digitalen Werkzeugen und zukunftsgerichtete Methoden konkret praktisch anzuwenden.

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