Silke Sylvia Kaya fand vom Turnen zum Tanz

Die gebürtige Vorarlbergerin Silke Sylvia Kaya fühlt sich dem klassischen Tanz tief verbunden und unterrichtet mit Herzblut an der eigenen Schule in Schaan.

Andrea Müntener-Zehnder
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Silke Sylvia Kaya ist ein Inbegriff von Ballett. (Bild: Mareycke Frehner)

Silke Sylvia Kaya ist ein Inbegriff von Ballett. (Bild: Mareycke Frehner)

Alleine schon ihr Name – Silke Sylvia Kaya – lässt einem aufhorchen, ist er doch hier im Werdenberg nicht alltäglich. Bereits in ihrem Namen verbirgt sich etwas Geheimnisvolles. Dies widerspiegelt ihre Persönlichkeit schon beim ersten Kennenlernen, zurückhaltend und zugleich weltoffen: geheimnisvoll. Mit der Zurückhaltung ihrerseits ist es bei der Sevelerin spätestens vorbei, als das Gespräch auf grosse Leidenschaft Ballett fällt. «Ich war nicht von frühster Kindheit an Balletttänzerin, mein Weg führte übers Kunstturnen zum Tanzen. Als die erste Ballettschule Vorarlbergs eröffnete, durfte ich diese Tanzschule besuchen. Eine Zeit lang habe ich beide Sportarten betrieben, Turnen und Tanzen. Irgendwann musste ich mich aus Zeitgründen für eine der beiden Sportarten entscheiden. Damals im Alter von 14 Jahren fiel die Wahl auf Ballett.»

Mitte der Siebzigerjahre zog Silke Sylvia Kaya der Liebe wegen auf die andere Seite des Rheins, wo sie eine Familie gründete. Sie wurde Mutter von drei Kindern. Ihre mittlerweile erwachsenen Söhne sind ihr ganzer Stolz: «Wenn ich sehe, zu welch tollen, verantwortungsbewussten Männern sich die drei entwickelt haben, ist es eine wahre Freude. Es erfüllt mich mit unsagbarem Stolz ihre Mutter zu sein.» Und umgekehrt ist die Freude und der Stolz ebenfalls zu spüren. Denn immer wieder zeigen ihr die drei Söhne auf ihre eigene Art und Weise, wie froh sie sind, Silke Sylvia Kaya ihre Mutter zu nennen.

Silke Sylvia Kaya liebt es, Kindern etwas beizubringen: Blick in eine Ballettstunde, an der alle mit Eifer, Können und Konzentration teilnehmen. (Bild: Mareycke Frehner)

Silke Sylvia Kaya liebt es, Kindern etwas beizubringen: Blick in eine Ballettstunde, an der alle mit Eifer, Können und Konzentration teilnehmen. (Bild: Mareycke Frehner)

Klassen in Buchs und Schaan

Das Tanzen hat sie nie aufgegeben, trotz der drei Buben und der intensiven Zeit, als die drei noch kleiner waren. Irgendwo fand sie immer ein Zeitfenster, um zu tanzen, um ihren Gefühlen und Bewegungen freien Lauf zu lassen. Noch bevor sie eine Familie gründete, hegte Silke Sylvia Kaya den Traum einer eigenen Ballettschule und arbeitete zielstrebig an der Erfüllung ihres Traumes: All ihre karg vorhandene Zeit investierte sie nebst der Familie in den Aufbau der eigenen Ballettschule in Schaan. Aufgrund ihrer zehnjährigen erfolgreichen Tätigkeit als Ballettlehrerin in Liechtenstein, wurde anfangs der Neunzigerjahre Florian Heeb, damaliger Leiter der Musikschule Werdenberg, auf sie aufmerksam.

Freudig sagte sie ihm zu, als er ihr anbot, die kleine Ballettklasse der Musikschule Werdenberg zu übernehmen und fortan zu unterrichten. Unter ihrer Leitung wuchs die kleine Klasse zu mehreren Klassen heran. Der Ballettunterricht wurde in Buchs immer professioneller und etablierte sich so auch an der Musikschule Werdenberg. Während dieser Zeit absolvierte Silke Silvia Kaya nebenher eine pädagogische Ausbildung, welche sie offiziell berechtigt zu unterrichten. Die Ausbildung ist ihr sehr wichtig. Auf ihrer Website listet sie deshalb ihre Aus- und Weiterbildungen akribisch auf. «Gegenüber Eltern und den Tanzschülern selbst ist es nur fair, wenn ich dies mache und zeige, wozu ich ausgebildet und berechtigt bin.»

Ballett verändert die Fitness und die Körperhaltung positiv, sagt die Ballettlehrerin. (Bild: Mareycke Frehner)

Ballett verändert die Fitness und die Körperhaltung positiv, sagt die Ballettlehrerin. (Bild: Mareycke Frehner)

«Ich mag Kinder sehr gerne und ich liebe es, ihnen etwas beizubringen. Wenn man sie über Jahre – manchmal sind sie erst vier Jahre alt, wenn sie bei mir starten – in der Klasse hat und den Erfolg, die Weiterentwicklung durch den Balletttanz sieht, ist es phantastisch», schwärmt sie. «Im Volksmund herrscht zum Teil immer noch die Meinung, dass es sich bei Ballett um reine «Zucht und Ordnung» handelt, dem widerspreche ich vehement.