Vom Stützpunkt Sevelen schwärmen die Nez-Rouge-Fahrer aus

14 Freiwillige des Stützpunkts Sevelen sind über die Festtage im Dienst der Öffentlichkeit unterwegs.

Heini Schwendener
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Der Seveler Stützpunktleiter Rpssamp Spagnuolo (rechts) übernimmt das Fahrzeugs für die diesjährige Nez-Rouge-Aktion, das die Riet-Garage in Sevelen zur Verfügung stellt.

Der Seveler Stützpunktleiter Rpssamp Spagnuolo (rechts) übernimmt das Fahrzeugs für die diesjährige Nez-Rouge-Aktion, das die Riet-Garage in Sevelen zur Verfügung stellt.

Bild: PD

Hier ein Essen, dort ein geselliges Beisammensein und schliesslich die Silvesterparty: Fast immer wird dabei auch Alkohol getrunken oder man feiert, bis man total übermüdet ist und sich nicht mehr fahrtüchtig fühlt. Obwohl man ja mit dem Auto und dem Vorsatz losgefahren ist, nichts zu trinken und rechtzeitig sowie fit wieder zu Hause zu sein.

Wer in diesen Tagen in einer solchen Situation trotzdem sicher und mit dem eingen Auto nach Hause kommen will, kann Nez Rouge in Anspruch nehmen. Seit 30 Jahren gibt es diese Institution in der Schweiz. Ihr Ziel: Die Zahl der Verkehrsunfälle zu verringern, die durch das Fahren in fahruntüchtigem Zustand verursacht werden.

Seit sieben Jahren dabei

Rossano Spagnuolo aus Sevelen ist einer von Tausenden in der Schweiz, die jedes Jahr um die Festtage als Freiwillige im Einsatz sind, um Leute, die nicht mehr fahrtüchtig sind, in deren Auto sicher nach Hause zu chauffieren. Seit sieben Jahren ist Spagnuolo als Nez-Rouge-Fahrer unterwegs, seit fünf Jahren leitet er den Stützpunkt Sevelen. Es ist einer von drei in der Ostschweiz, neben St. Gallen und Weinfelden. Es sei ein Vorurteil, dass Nez Rouge vor allem total Besoffene durch die Gegend fahre, sagt der Seveler, «unsere Kunden sind immerhin noch so klar im Kopf, dass sie vernünftigerweise unsere Dienste anfordern und uns somit also auch noch anrufen können.»

Gerne erinnert sich Rossano Spagnuolo an viele interessante Begegnungen: «Mir haben schon Leute ihre ganze Lebensgeschichte erzählt, während ich sie in ihrem eigenen Auto nach Hause gefahren habe.» Er habe sich von Anfang an gesagt, er höre sofort mit diesem Freiwilligeneinsatz auf, sobald er einmal von einem Kunden ungebührlich behandelt werde.

Stützpunkt in Sevelen mit 14 Freiwilligen

Spagnuolo ist noch immer dabei, denn er hatte noch nie ein negatives Erlebnis. 14 Leute stehen in diesem Jahr dem Stützpunkt Sevelen zur Verfügung. Es könnten auch mehr sein, denn die Nachfrage nach der Gratis-Dienstleistung von Nez Rouge steigt stetig. Unterwegs sind die Seveler Fahrer von Nez Rouge jeweils zu zweit.

Im Nez-Rouge-Fahrzeug, das ihnen die Riet-Garage Sevelen zur Verfügung stellt, fahren sie zu den Leuten, die Hilfe angefordert haben. Dort steigt einer vom Team ins Fahrzeug des Kunden um und fährt dieses mit ihm an die gewünschte Adresse. Der Kollge folgt im Nez-Rouge-Fahrzeug, mit dem es danach gemeinsam zurück zum Stützpunkt geht. Zu Nez Rouge ist Rossano Spagnuolo dank eines Zeitungsartikels gekommen. Er fand diese Idee der Unfallprävention unterstützungswürdig. Heuer stellt er sich für zehn Einsätze zur Verfügung. Die freiwilligen Fahrer können selber wählen, wie viele Fahrten sie an welchen Daten machen möchten. Spagnuolo sagt zu seiner Motivation für diese Freiwilligenarbeit:

«Es ist eine gute Sache. Ausserdem fahre ich einfach gerne Auto.»

Dafür opfert er sogar Weihnachts- oder Silvesterabende. Nez-Rouge-Fahrer verpflichten sich, 24 Stunden vor ihren Einsätzen keinen Alkohol zu trinken. Auf ihren Fahrten sind sie versichert.

Nez Rouge ist kein Taxidienst, transportiert also keine Fahrgäste, sondern fährt nur Kunden in deren eigenen Autos zur gewünschten Adresse. Die Dienstleistung ist gratis (vgl. Kasten).

Hinweis
Telefon: Nez Rouge 0800 802 208 oder Nez Rouge Ostschweiz 079 480 22 08.

Gratis-Dienstleistung bis zum 31. Dezember

Die Dienstleistung ist unentgeltlich. Die freiwilligen Beiträge der Benutzer werden wie folgt verteilt: 5 Franken pro Transport gehen an Nez Rouge Schweiz zur Finanzierung ihrer Dienstleistungen für die Sektionen. Der Restbetrag geht an die regionalen Sektionen für die Finanzierung der Aktion (Infrastruktur, Fahrzeug, Kraftstoff, Werbematerial, Mahlzeiten, Werbung usw.). Wenn möglich wird ein Teil der freiwilligen Beiträge an gemeinnützige Institutionen verteilt. In unserer Region sind die Nez- Rouge-Fahrer bis 31. Dezember im Einsatz. (pd)

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