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Vom SAC-Team aus 50 Metern Höhe sicher gerettet

Beim Unfall der Staubern-Bahn vom Mittwochnachmittag steckten acht Personen in einer blockierten Gondel fest. Dass sie sicher den Boden erreichten, ist dem Rettungsteam unter der Leitung von Rico Heeb aus Lienz zu verdanken.
Hildegard Bickel
Rico Heeb (links) und Daniel Lüchinger blicken auf die geglückte Rettung der acht Fahrgäste aus der Gondel zurück (Bild: Hildegard Bickel)

Rico Heeb (links) und Daniel Lüchinger blicken auf die geglückte Rettung der acht Fahrgäste aus der Gondel zurück (Bild: Hildegard Bickel)

Am Mittwochabend, kurz vor 17 Uhr, ging bei Rico Heeb ein Anruf ein. Der Staubern-Wirt Daniel Lüchinger meldete den Absturz der leeren Gondel, die auf dem Weg ins Tal war. In der bergwärts fahrenden Gondel würden acht Personen feststecken. Sofort alarmierte der Rettungschef seine Kameraden der SAC Rettungsstation Sax der Alpinen Rettung Schweiz.

«Es war noch hell, als um 17.30 Uhr die ersten Retter ausgerüstet bei der Talstation eintrafen», sagt er. Sie konnten sehen, wo die Gondel nach dem Zwischenfall automatisch gestoppt hatte. «Sie befand sich 200 Meter von der Station entfernt.» Dieser Standort kam dem 13-köpfigen Einsatzteam entgegen, denn auf dieser Höhe war das Gelände zugänglich. Es war zwar mit Gestrüpp und Dornen versehen, doch die Stelle befand sich noch vor der steilen Felswand.

Fahrgäste nicht ins Leere blicken lassen

Die Retter entschieden sich, die Fahrgäste senkrecht aus der Gondel abzuseilen. Aus 50 Metern Höhe. Was schwindelerregend erscheint, erleichterte Rico Heeb und seinen Leuten jedoch die Arbeit. «Wir waren froh, dass wir die Passagiere nicht über das Tragseil der Bahn evakuieren mussten.» Nur einer der Retter liess sich auf diese Weise zur Gondel ziehen. An einem Rollfahrwerk angeseilt, mit «Gstältli», Helm und Stirnlampe ausgerüstet.

Die Fahrgäste wurden über die Handyverbindung einer Mitarbeiterin des Berggasthauses, die zufällig mit in der gestoppten Gondel sass, darüber informiert, wie sie sich während der Wartezeit verhalten sollen und wie die Rettung ablaufen wird. Eine der acht Personen entgegnete, dass sie Höhenangst habe. «In solchen Fällen gilt es, Sicherheit zu vermitteln», sagt Rico Heeb. «Nervosität überträgt sich schnell.» Der Retter, der auf dem Rollfahrwerk die Gondel erreichte, öffnete die Tür von aussen. Dabei war er bemüht, die Leute in der Gondel nicht ins Leere blicken zu lassen. Die Stimmung blieb ruhig, ohne Panik.

Gespräche lösten die angespannte Situation

Unterstützt von einem weiteren Helfer, der an einem Seil von unten zur Gondel hochgezogen wurde, begannen sie zu zweit die Fahrgäste abzuseilen. Eine Person nach der anderen stieg in das Berge-Dreieck und glitt dem Seil entlang Richtung Boden. Um 19 Uhr – zwei Stunden, nachdem die Gondel gestoppt hatte – hatten sie wieder festen Boden unter den Füssen.

Alle blieben unverletzt. Sie wurden von Einsatzkräften in Empfang genommen und mit Geländefahrzeugen über ein nahe gelegenes Strässchen zur Talstation gefahren. Der gegenseitige Austausch bei einem Kaffee oder einer Zigarette trug mit dazu bei, die angespannte Situation zu lösen.

Lob für reibungslosen Einsatz

Die Bergung verlief ohne Zwischenfälle. «Mit der einbrechenden Dunkelheit und den Föhnströmungen wurde es zwar nicht einfacher, aber nie heikel», sagt Rico Heeb. Dem Team der Rettungsstation Sax kam entgegen, dass es vor Inbetriebnahme der Gondel im Frühjahr geübt hat, was bei einem Zwischenfall zu tun ist.

Die rasche und professionelle Rettung erhält von allen Seiten Lob. Die Familie Lüchinger, Besitzerin der Bahn und des Berggasthauses Staubern, bedankt sich auf ihrer Website bei den Rettern und Einsatzkräften. Aber auch bei den betroffenen Fahrgästen, die während der Rettungsaktion ruhig blieben und so zur gelungenen Bergung beigetragen haben.

Am Wochenende hat übrigens die Hauptübung der SAC Rettungsstation Sax stattgefunden – just bei der Staubern-Bahn. An Masten und Tragseil probten die Retter diverse Szenarien. Am Mittwochabend hat das Team schon vor der Übung bewiesen, dass es den Ernstfall beherrscht.

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