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Dominic Holzers Weg vom Partygast zum DJ

Seit drei Jahren legt der Buchser Dominic Holzer als DJ Woodwell Musik auf. Sein Traum: Ein Auftritt am Defqon.1, einem grossen Hardstyle-Festival in Holland.
Corinne Hanselmann
Dominic Holzer legt als DJ Woodwell Musik auf.

Dominic Holzer legt als DJ Woodwell Musik auf.

Um Fest- und Discobesucher mit Musik zu unterhalten, waren früher haufenweise Schallplatten und später CDs nötig. Auch in diesem Business hat die Digitalisierung nicht Halt gemacht: Dominic Holzer, bekannt als DJ Woodwell, ist meist nur mit einem USB-Stick und Kopfhörern unterwegs. Er spielt hauptsächlich Musik aus dem Genre Hardstyle – «härtere» elektronische Musik. Schon über 50-mal wurde er in diesem Jahr für Auftritte gebucht. Dennoch soll das Auflegen ein Hobby bleiben.

«Nur immer als Besucher? Da gibt es noch mehr»

Seit drei Jahren arbeitet der 24-Jährige regelmässig in Clubs und an Festen in der Region, aber auch in Vorarlberg und der ganzen Schweiz als Disk Jockey. Davor stand Dominic Holzer häufig auf der anderen Seite des DJ-Pults. Immer wieder besuchte er Festivals mit Elektro-Musik. Das gefiel ihm sehr. Doch: «Nur immer als Besucher? Da gibt es noch mehr», hat sich Dominic Holzer gesagt und kaufte ein kleines DJ-Pult für zu Hause. Er begann zu lernen, wie man damit Musik macht, unter anderem mit Hilfe von Youtube-Tutorials. «Als ich gemerkt habe, dass es langsam funktioniert, wagte ich mich an erste Auftritte, etwa an einem Musikfest oder an einem DJ-Contest in Vaduz.» An solchen Contests spielen mehrere DJs. Sie werden bewertet, messen sich so untereinander und erfahren, was sie verbessern können.

Einen grossen Teil des DJ-Handwerks brachte sich Dominic Holzer selber bei. (Bilder: Mareycke Frehner)

Einen grossen Teil des DJ-Handwerks brachte sich Dominic Holzer selber bei. (Bilder: Mareycke Frehner)

Dominic Holzer legte sich einen Künstlernamen zu: DJ Woodwell. «Das englische Wort ‹wood›, zu deutsch Holz, ist eine Anlehnung an meinen Namen Holzer», erklärt der Buchser. Der Wortteil «well» sei eine «Hommage» an sein grosses Idol, DJ Hardwell. Der 30-jährige Holländer ist von einem Fachmagazin mehrfach zum «besten DJ der Welt» gekürt worden.

Arbeit bei der Bank

Neben seinem Leben als DJ arbeitet Dominic Holzer Vollzeit als Privatkundenberater bei der Kantonalbank in Rheineck. Schon die KV-Lehre hat Dominic Holzer bei der Kantonalbank absolviert, in Sevelen-Azmoos. Danach absolvierte er die dreijährige berufsbegleitende Weiterbildung zum Betriebswirtschafter mit Vertiefung Bankwirtschaft HF. «Während der Weiterbildung war es zeitlich oft knapp. Ich fuhr freitags manchmal direkt von der Schule zu Auftritten», erzählt der DJ. Da die Auftritte meist am Freitag- und Samstagabend sind, lasse sich sein Hobby gut mit dem Beruf kombinieren. «Das Auflegen ist mein Hobby, und es macht mir grosse Freude», so Holzer, bei dem auch zu Hause fast immer Musik läuft. Er nehme es deshalb gerne in Kauf, dass es oft spät werde. «Dann schlafe ich am nächsten Tag aus.»

Über 50 Mal wurde DJ Woodwell in diesem Jahr schon gebucht.

Über 50 Mal wurde DJ Woodwell in diesem Jahr schon gebucht.

Auf der Facebook-Seite von DJ Woodwell ist eine lange Liste von Clubs und Festivitäten zu sehen, bei denen Dominic Holzer schon aufgetreten ist. «Referenzen sind sehr wichtig im DJ-Business», sagt er. «Zu Beginn musste ich oft hoffen, dass mir jemand eine Chance gibt. Jetzt, wo ich doch schon einige Referenzen habe, ist es etwas einfacher.» In der Region kennt man DJ Woodwell von Auftritten im «Guarany», im «Krempel», am Buchserfest und am Erlenfest. Im Vorarlberg legt er regelmässig in der «Vabrik» (ehemals «K-Shake») in Röthis oder im «El Capitán» in Rankweil auf. Das sind Diskotheken, in denen zahlreiche junge Schweizerinnen und Schweizer ein und aus gehen.

Investition in Festivalbesuche

Wie oft und wo DJ Woodwell auftritt, ist sehr unterschiedlich. Zwischen einer und neun Stunden dauern die Engagements. Ebenso verschieden sind die Gagen. «Interessanterweise werden DJs an Dorffesten häufig besser bezahlt als in Clubs», sagt Holzer.

Doch Auftritte in Clubs bringen ihm bezüglich der Bekanntheit mehr, entstehen dort doch oft Kontakte, weil auch international bekannte DJs auftreten. Das Geld, das sich Holzer mit dem Auflegen dazuverdient, investiert er grösstenteils in sein Hobby, die Musik. «Wenn ich nicht am Auflegen bin, bin ich an Festivals», sagt er und lacht. So reiste er kürzlich an eine Musik-Messe in Amsterdam, verband seine Ferien in den USA mit dem Ultra-Music-Festival in Miami und besuchte Festivals wie das Electric Love in Salzburg oder das Touch The Air in Olten.

Ist Dominic Holzer für einen Auftritt gebucht, bereitet er sich zu Hause dafür vor. «Ich erkundige mich, was es für eine Location ist und was für DJs dort sonst spielen. Dann kann ich mir in etwa vorstellen, in welche Richtung die Musik gehen soll», so Holzer.

«Meistens bin ich nebst den eigentlichen Auftritten mindestens an zwei Abenden pro Woche damit beschäftigt, neue Musiksets mit aktuellen Liedern zusammenzustellen.»

Am Computer stellt er Abfolgen von ausgewählten Musiktiteln mit definierten Punkten für Übergänge zusammen.

Auf dem USB-Stick nimmt er diese dann mit in den Club, wo er sie auf den vorhandenen Anlagen spielen kann. Mithilfe von speziellen Media-Playern kann er während dem Auftritt die Geschwindigkeit seiner Musik verändern, Loops, Filter und weitere Effekte hinzufügen. Eigene Lieder oder gar eine CD hat DJ Woodwell bisher nicht veröffentlicht. Doch im «stillen Kämmerlein» ist Dominic Holzer nicht untätig. Sein Anspruch ist hoch: «Wenn man etwas veröffentlicht, muss es richtig gut sein.» Schliesslich habe er einen hart erarbeiteten Ruf zu verlieren. Einige Mixes hat er aber auf dem Online-Musikportal Soundcloud schon veröffentlicht.

Kein Leben als DJ in der Schweiz

Auf die Frage, ob er sich vorstellen kann, irgendwann vom Auflegen zu leben, antwortet Holzer: «Es wäre sicher ein Traum, davon leben zu können. Ich habe aber das Gefühl, dass dies in der Schweiz eher unrealistisch ist.» Man habe zu wenig Möglichkeiten mit den wenigen Clubs, die es hier gebe. Schweizer DJs, die von der Musik leben können, liessen sich wohl an zwei Händen abzählen, so Holzer. Als Beispiele nennt er DJ Antoine, Mike Candys, Nora En Pure und DJ EDX. «Sie sind aber durch internationale Auftritte erfolgreich geworden und nicht nur in der Schweiz.» Ein Leben nur als DJ sei zudem nicht zu unterschätzen, ist Dominic Holzer überzeugt. «Star-DJs sind extrem unter Druck und müssen immer 100 Prozent abliefern – kein Auftritt darf schlecht sein. Sie haben so viele Fans und einen echten Ruf zu verlieren. Das ist sicher hart.» Er könne es deshalb ein Stück weit verstehen, wenn DJs die Reissleine ziehen.

Holzers Idol, DJ Hardwell, hat vor wenigen Wochen seinen «Rücktritt» bekanntgegeben. «Er war seit 15 Jahren fast jedes Wochenende am Auflegen.» Man müsse schon schauen, wie man die verbleibende Zeit nebst DJ-Auftritten mit seinen Kollegen nutzen könne, so Holzer. Denn mit zwei Auftritten sei ein Wochenende schon ziemlich verplant. «Ich freue mich zwar, wenn Kollegen in den Club kommen, wenn ich spiele, aber ich habe dann ja kaum Zeit für sie.»

Mit seiner bisherigen DJ-Karriere ist Dominic Holzer zufrieden. «Ich konnte mir in drei Jahren einiges aufbauen. Mein Ziel ist es, nach und nach an etwas grössere Auftritte zu kommen.» Seinen bisher speziellsten Auftritt hatte er beim Bar- und Pub-Festival Tuggen, wo er als Newcomer eingeladen wurde und am selben Abend wie Mike Candys, eines seiner Idole, auflegen durfte. «Wie eine Vorband an einem Konzert dürfen in Clubs häufig Newcomer vor und nach bekannten DJs spielen, um die Stimmung beim Publikum etwas aufzubauen», erklärt Holzer.

Durch Feedbacks der Clubbetreiber hat er immer wieder etwas dazugelernt.

«Zu Beginn habe ich mal den Fehler gemacht, morgens gegen 4 Uhr nochmals Vollgas zu geben. Die Besucher waren dann alle so motiviert und wollten kaum nach Hause, als der Club schliessen wollte.»

Inzwischen wisse er, dass er mit einer anderen Liederwahl und langsamerer Musik die Stimmung beruhigen kann. Auch durch die Reaktionen aus dem Publikum merke er gut, welche Lieder gut ankommen. «Latino-Lieder ziehen beispielsweise immer.» Häufig gespielt werden derzeit zum Beispiel auch Tracks von Avicii, Lo & Leduc oder David Guetta.

DJ Woodwell will via Contest probieren, seinen Traum zu verwirklichen

Dominic Holzers Traum wäre ein Auftritt am «Defqon.1», dem grössten Hardstyle-Festival in Holland mit rund 85000 Besuchern. «Es ist riesig! Das wäre wirklich ein Traum, dort aufzulegen.» Es finden DJ-Contests statt, wodurch man sich einen Auftritt ergattern kann. «Mein Ziel wäre es, das irgendwann professionell anzugehen und es zu probieren», so der 24-Jährige.

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