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Vom Auswanderer zum Wanderleiter: René Forrer aus Trübbach fand seinen Traumjob auf Gran Canaria

Die Jahreszeiten hat René Forrer gegen den ewigen Frühling getauscht, den Föhn gegen den Calima, den Sandwind aus Afrika. Statt im Büro zu sitzen, wandert er nun mit Feriengästen auf Gran Canaria.
Heini Schwendener
René Forrer weiss viel über die Flora der Insel. (Bild: PD)

René Forrer weiss viel über die Flora der Insel. (Bild: PD)

Mit zunehmendem Alter mochte sich René Forrer mit unserer Arbeitswelt und der kalten Jahreszeit nicht mehr abfinden. Auf der Insel Gran Canaria, die 210 Kilometer westlich von Südmarokkos Küste im Atlantik liegt, war er seit seinem 19. Lebensjahr mehrmals. «Je älter man wird, desto wichtiger wird das Klima», sagt er. Von der drittgrössten Insel der Kanaren wusste er, dass ihn dort der ewige Frühling erwartet. Und eine faszinierende Natur mit 14 Mikroklimazonen auf einer Fläche von nur gerade 1560 Quadratkilometern.

Eigentlich hätte Forrer am liebsten nach Australien ziehen wollen, dagegen sprach aber eine pragmatische Überlegung: «Da unten besucht dich doch niemand.» Auf Gran Canaria hingegen haben ihn seine Kinder schon mehrmals besucht, denn die 3000 Kilometer zwischen seiner Trauminsel und seiner alten Heimat, der Region Werdenberg, sind heute schnell und günstig zu überwinden.

Blick in den Südwesten von Gran Canaria mit den Stauseen Presa de Chira und Presa de las Ninas (Bild links). In der Schlucht Barranco de las Vacas. (Bild: Bilder: René Forrer/PD)
Impressionen von Wanderungen mit René Forrer auf Gran Canaria (oben von links): Blick auf den Stausee Presa de las Ninas; der Roque Nublo mit einer Höhe von 1813 Metern ist der zweitgrösste Berg der Insel; (unten von links) weisser Natternkopf (Tajinaste Blanco); Bar für Wanderer unterwegs von Presa de las Ninas nach Soria; Feigenkaktus (Opuntia Ficus-Indica). (Bild: .)
2 Bilder

Traumjob auf Gran Canaria

Zwei Koffern und wenig Spanischkenntnisse

Als Forrer sein Haus in Azmoos verkauft hatte und im Januar 2014 auf Gran Canaria mit zwei Koffern und wenig Spanischkenntnissen ankam, gab er sich maximal sechs Monate Zeit, um Fuss zu fassen. Sonst wäre er wieder aufgebrochen, vielleicht sogar in Richtung Australien. Doch René Forrer war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Nach zehn Tagen hatte er bereits eine Wohnung und bis im März auch eine Stelle. Free Motion suchte einen E-Bike- und Wanderguide, da kam der sportliche Werdenberger mit Marathon-Erfahrung, der früher mit einem Kollegen zusammen den Nachwuchs des RMV Fortuna Buchs trainiert hatte, gerade richtig.

René Forrer bietet unter anderem eine Wanderung zum Stausee Presa de las Ninas an. (Bild: PD)

René Forrer bietet unter anderem eine Wanderung zum Stausee Presa de las Ninas an. (Bild: PD)

Als Free Motion die Sparte Wandern aufgab, arbeitete René Forrer als Freelancer für einen Kollegen. Doch die Wandergruppen waren ihm zu gross, und so gründete er im Februar 2017 kurzerhand seine eigene Firma.

Als Wanderleiter führt er nun deutsch- und englischsprachige Gäste über die Insel, die für Outdoor-Aktivitäten prädestiniert ist. Forrer geht dabei komplett auf jeden individuellen Wunsch seiner Kunden ein. Er macht grosse und kleine Wanderungen, lange und anstrengende, oder erlebnisreiche speziell für Familien mit Kindern. Dabei erzählt er Wissenswertes über Land und Leute, Flora und Fauna sowie über die Geschichte der Insel. Das macht Forrer offenbar sehr gut, denn 80 Prozent seiner Kunden haben ihn schon mehrmals gebucht. «Das Geschäft läuft gut, ich bin zufrieden», sagt Forrer. Gran Canaria eignet sich hervorragend zum Wandern, weil aber die Infrastruktur (Wegmarkierungen, Karten usw.) noch nicht sehr gut ist, braucht man einen Wanderführer, um die vielen Schönheiten der Insel sicher zu erkunden.

Oder die Wanderung geht auf den Roque Nublo mit einer Höhe von 1813 Metern. (PD)

Oder die Wanderung geht auf den Roque Nublo mit einer Höhe von 1813 Metern. (PD)

Von Mitte September bis Ende April hat Forrer am meisten zu tun. Wandern könnte man auf der Insel wegen des gemässigten Klimas auch während der übrigen Monate, «doch dann haben meine Kunden ja bei sich zu Hause gutes Wanderwetter und müssen nicht extra hierher fliegen.»

3000 Kilometer von seiner Heimat entfernt hat René Forrer seinen Traumjob gefunden. Wenn es die Gesundheit zulässt, möchte er seiner Berufung auch die nächsten zehn Jahre noch nachgehen.

Hinweis

www.wanderguide-grancanaria.com

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