«Viele kaufen gerne frisch in der Bäckerei ein» – Werdenberger Bäckerei expandiert

Die Bäckerei Herrmann aus Trübbach übernimmt das «Brotstübli» der Bäckerei Fäh in Mels innert kurzer Zeit.

Michael Braun
Drucken
Teilen
Das «Brotstübli» mit dem alten Schriftzug der Bäckerei Fäh

Das «Brotstübli» mit dem alten Schriftzug der Bäckerei Fäh

Bild: Rainer Braun

(mb) Die Bäckerei Herrmann, die ihr Hauptgeschäft in Trübbach hat, springt in Mels kurzfristig ein. Sie übernimmt den ehemaligen Ableger der Bäckerei Fäh, auch «Brotstübli» genannt, und eröffnet am 14. September neu. Kurz nachdem die Angestellten über die Schliessung informiert wurden, lag die Übernahmeoption bereits bei der Familie Herrmann auf dem Tisch.

Mels als geeigneter Standort für eine Filiale

Da diese bereits in der Vergangenheit mit einer Filiale in Mels liebäugelte, war man sich schnell einig. Mels sei aufgrund der Grösse der Gemeinde und des Fehlens einer Bäckerei sehr vielversprechend, so Herrmann.

«Das ‹Brotstübli› passt zu uns – es ist klein, heimelig und mit der Möglichkeit, vor Ort einen Kaffee zu trinken»

Seit dem 5. September wird das «Brotstübli» nun von der Familie Herrmann gemietet und bis zur Eröffnung eingerichtet. Die Angestellten sollen übernommen werden und der neue Schriftzug wird am Freitag installiert. Die Familie Herrmann ist sich solche «Feuerwehrübungen» bereits gewöhnt. Im Februar wechselten sie etwa ihre Backstube von Azmoos nach Balzers in einem Tag, ohne Betriebsunterbruch. Auch 2017 standen sie in Wangs sehr schnell zur Verfügung, als es ebenfalls um die Übernahme einer Filiale ging.

Dieses Schild weist vor dem «Brotstübli» auf den Besitzerwechsel hin

Dieses Schild weist vor dem «Brotstübli» auf den Besitzerwechsel hin

Bild: Rainer Braun

Viele Bäckereien haben Nachwuchsprobleme

Während in vielen Orten die Bäckereien schliessen, expandiert die Bäckerei Herrmann seit geraumer Zeit. Neben dem Hauptgeschäft in Trübbach verfügt die Familie über Filialen in Wangs, Sargans, Balzers und neu auch Mels. Herrmann bestätigt, dass der Detailhandel mit ein Grund für die Schwierigkeiten der Bäcker ist. Jedoch liegen Schliessungen oftmals an fehlenden Nachfolgern, da häufig hohe Investitionen nötig wären. Er selber sei bereit, einiges zu investieren, da sein Sohn das Geschäft des Vaters weiterführen will.

Viele kaufen gerne frisch in der Bäckerei ein

Herrmann bedauert: «Bei jeder Bäckerei, die schliessen muss, geht wichtiges Fachwissen verloren.» Er beobachtet aber:

«Auch in Wangs, wo die Leute die Einkaufszentren vor der Nase haben, kaufen viele ihr Brot immer noch gerne frisch bei der Bäckerei im Dorf.»

Zudem erzählt er, dass ein Metzger und ein Bäcker im Dorf sich oftmals hervorragend ergänzen. Er selbst habe durch die vielen Filialen eine etwas höhere Flexibilität. So könne man Produkte leicht von einem Ort zum anderen verschieben, wenn diese dort ausgehen. Zudem setzt Familie Herrmann immer wieder auf kreative Ideen. So gab es derweilen etwa Torten in Klopapier-Optik oder Osterhasen mit Masken zu kaufen. Herrmann beteuert aber: «Wir definieren uns weiterhin über unser Brot und Gebäck, auch wenn wir in den letzten Jahren etwas mehr Confiserie im Angebot hatten.»

Die Bäckerei hebt sich mit Innovativen Ideen, wie diesen Torten in Klopapier-Optik, ab.

Die Bäckerei hebt sich mit Innovativen Ideen, wie diesen Torten in Klopapier-Optik, ab.

Bild: PD

Eröffnungsfeier vorerst vertagt

Auf eine eigentliche Eröffnungsfeier verzichtet die Bäckerei Herrmann in der neuen Filiale vorerst aufgrund der aktuellen Situation. Es werde aber auf jeden Fall ein kleines Präsent für die Kunden geben oder ab und an einen gratis Kaffee. Eine Eröffnungsfeier im üblichen Stil sei für das kommende Jahr geplant.