Obsternte im Werdenberg: Viele gute, aber kleinere Äpfel

Die Apfelernte im Werdenberg hat begonnen. Weil es im Mai kalt war, drohen den Produzenten Einbussen.

Jessica Nigg
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Aktuell werden Grafensteiner-Äpfel, Williams-Birnen und Zwetschgen geerntet. (Bild: Susan Basler)

Aktuell werden Grafensteiner-Äpfel, Williams-Birnen und Zwetschgen geerntet. (Bild: Susan Basler)

Auch in diesem Jahr wird eine gute Apfelernte erwartet im Werdenberg. Sie wird zwar voraussichtlich nicht ganz so üppig ausfallen wie im vergangenen Jahr, aber von guter Qualität sein. «Die Ernte 2018 war ausserordentlich hoch – dank des guten Sommers dürfen wir aber auch dieser Jahr sehr zufrieden sein», erklärt Andi Gantenbein von Andis-Hofladen in Grabs. Das bestätigt auch Florian Vetsch von Werdenberger Obst. Er ist auch Betriebsleiter der Frümsner Obstanlage des Landwirtschaftlichen Zentrum St.Gallen. Einziges Problem sei die Grösse der Früchte, sagt er. «Weil es so kalt war im Mai, fallen die Äpfel dieses Jahr kleiner aus», erklärt er.

Kleinere Äpfel würden zwar genauso gut schmecken wie grössere und seien auch bei den Kunden beliebt – vor allem bei den Kindern. Weil sie aber nicht den Qualitätsvorschriften für 1.Klass-Äpfel entsprächen, drohen den Produzenten, welche die Äpfel in die Läden bringen wollen, Verluste. «Wenn die Äpfel zu klein für die Kategorie 1.Klasse sind, erhält man plötzlich nur noch 45 Rappen pro Kilo statt zwischen 1 und 1.10 Franken», so Vetsch.

Die Apfelernte hat im Werdenberg bereits begonnen, rund zwei Wochen später als im Vorjahr. Geerntet wird vorzugsweise bei trockenem Wetter, weil die Früchte empfindlich sind. «Bei Nässe muss man die Äpfel beim Pflücken besser halten. Dann kann es vorkommen, dass man unschöne Fingerabdrücke sieht, vor allem bei den gelben Sorten», so Vetsch.

Derzeit werden «Grafensteiner» geerntet

Aktuell ist die Ernte der Sorte Grafensteiner im Gange. Bei Florian Vetsch werden auch schon einzelne «Williams»-Birnen gepflückt. Danach folgen unter anderem die Sorten Elstar, Gala, Rubinette und die neue, robuste Sorte Ladina. Zu den Lageräpfeln schliesslich gehören zum Beispiel die Sorten Boskop, Diwa, Jonagold oder Golden Delicious. Eine Sorte gibt es nur im Werdenberg; Wildmuser heisst sie. Wer den wie Florian Vetsch sagt, süssen aber trockenen Apfel kosten möchte, findet ihn in einem der regionalen Hofläden und nicht beim Grossverteiler. Geerntet werden die Werdenberger Originale im September.

Vetsch selbst isst am liebsten Äpfel der Sorten Elstar und Rubinette. «ich mag lieber die sauren Sorten», sagt er und hat damit die gleichen Vorlieben wie Andi Gantenbein, der gemäss eigenen Angaben ständig Äpfel ist: «Meine Favoriten sind die Sorten Rubinette und Topaz.»

Nun bleibt den Obstbauern in der Region nur noch zu hoffen, dass das Wetter mitspielt: «Ein einziger Hagel kann die Ernte in nur fünf Minuten zerschlagen», sagt Vetsch. «Aber so weit wird es hoffentlich nicht kommen.» Auch Andi Gantenbein ist positiv: «Grundsätzlich sieht es ja schon einmal sehr gut aus.»

Grosse, aromatische Zwetschgen und Kirschen

Noch mehr als die Apfelernte steht bei Andi Gantenbein die Steinobsternte im Mittelpunkt: «Die Zwetschgen sind dieses Jahr sehr gut.» Wie schon bei den Kirschen, deren Ernte und Verkauf mittlerweile abgeschlossen ist, sind die Früchte gross und aromatisch. Der Grund dafür ist, dass die Bäume nicht übermässig viele Früchte trugen. Die Zwetschgenernte ist auch erst gerade gestartet und dauert noch rund fünf Wochen.