Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Viel Verständnis für Nati-Fans

Arbeitgeber verstehen die Begeisterung um die Achtelfinal-Qualifikation der Schweizer Nationalelf an der WM. Manche Angestellten dürfen heute Nachmittag früher als sonst gehen, um mitzufiebern.
Saskia Bühler

Bisher hatten die fussballbegeisterten Schweizer Erwerbstätigen Glück: Alle Spiele unserer Nationalelf an der WM in Russland fanden um 20 Uhr statt. Dies ändert sich aber heute. Zu ihrem Achtelfinalspiel gegen Schweden tritt die Schweizer Nati schon um 16 Uhr an. Eine Zeit, zu der die meisten Personen noch in ihrem Büro sitzen, auf der Baustelle schwitzen oder an der Verkaufstheke stehen. Aber je nach Arbeitgeber ist es trotzdem möglich, dass man pünktlich zum Anpfiff vor dem Fernseher oder einer Leinwand beim Public Viewing sitzt.

Fans müssen für das Spiel um 16 Uhr freinehmen. Die vom W&O angefragten Arbeitgeber reagieren verständnisvoll auf die Fussballfans. (Bild: Heini Schwendener)

Fans müssen für das Spiel um 16 Uhr freinehmen. Die vom W&O angefragten Arbeitgeber reagieren verständnisvoll auf die Fussballfans. (Bild: Heini Schwendener)

Äusserst kulant geht die Raiffeisenbank Werdenberg in Buchs mit dem Thema Freimachen für die WM um. In der Morgensitzung von gestern Montag wurde das Thema diskutiert. Man hat beschlossen, die übliche Regelung über den Haufen zu werfen und stattdessen den Mitarbeitern die Möglichkeit zu gewähren, früher zu gehen, um den Match zu schauen. «Wichtig für uns ist, dass wir weiterhin auch telefonisch erreichbar sind», meint Sandro Uhlmann, Vorsitzender der Bankleitung. Aber es gebe ja auch Angestellte, die keine Fans der Schweizer Nationalmannschaft seien. Die könnten dann im Büro bleiben. Auch der Schalter bleibe ganz normal offen, für alle nicht-fussballbegeisterten Kunden.

In der Stadtverwaltung Buchs geht man das Thema pragmatisch an. Man habe nicht explizit darüber geredet. Es gebe auch Leute, die sich nicht für Fussball interessieren. Die Mitarbeiter haben durch die Gleitzeitregelung grundsätzlich Möglichkeit, um 16 Uhr zu gehen. Dann endet die Blockzeit. «Im Rathaus herrscht ganz normaler Betrieb, unabhängig davon, ob die Nationalmannschaft spielt oder nicht», sagt der Stadtschreiber Markus Kaufmann. «Dort wo die Möglichkeit besteht, ermöglichen wir es einzelnen Mitarbeitern, früher Feierabend zu machen, sofern dies den Betrieb der einzelnen Abteilungen nicht beeinträchtigt.»

Auf der Baustelle nicht so einfach

Auch die Gemeinderatsschreiberin der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann, Sabrina Lusti, berichtet von keiner expliziten «WM-Regelung» der Arbeitszeiten. Es sei bei ihnen nie Thema gewesen, die Arbeitszeiten den Spielzeiten der WM anzupassen. Aber wenn jemand früher gehen möchte, dann muss das intern abgesprochen werden, da der Schalter offen bleibt. Es scheint diesbezüglich aber kein grosses Interesse zu herrschen. «Ich habe noch von niemandem gehört, dass er früher gehen möchte», erklärt Lusti.

Jürg Keller ist Geschäftsleiter der K&R Malerei AG in Sevelen. Auch bei ihnen gibt es keine speziellen Richtlinien der Arbeitszeiten während der WM. «Aus dem Büro kann man mitten am Tag einfach gehen. Auf der Baustelle kann man nicht einfach aufhören zu arbeiten», sagt er. Dass sich die meisten während des Spiels mit Live-Tickern über den Spielstand informieren werden, sei ihm bewusst. Dafür habe er auch Verständnis.

Halbherzig bei der Arbeit bringt nichts

Hardy Rothenberger, Geschäftsführer und Inhaber der L. Spreiter AG in Sevelen, sieht das etwas anders. Obwohl er selbst kein grosser Fussball-Fan ist, wird er den Match selber anschauen und bringt dementsprechend viel Verständnis für die Fans auf. Seinen Angestellten steht heute Nachmittag ab ungefähr 15 Uhr frei, zu gehen und den Match anzuschauen. «Die Leistung nimmt ab, wenn alle am Handy sind und nur halbherzig bei der Arbeit», begründet er die Entscheidung. Ihm ist lieber, dass sie während der Arbeitszeit voll dabei sind und dann für den Match freinehmen. Es sei zwar nicht generell geschlossen, mit vielen fehlenden Arbeitern werde die Team-Arbeit aber fast verunmöglicht. «Wenn die grosse Mehrheit um 15 Uhr geht, sagen wir allen, dass sie freinehmen sollen. Über ein Jahr verteilt holen wir die zwei Stunden locker wieder auf», meint er.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.