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Viel Lob für die Premiere der Fabriggli-Eigenproduktion

Die Eigenproduktion «37 Ansichtskarten» reiht sich nahtlos in die Erfolgsgeschichte des Werdenberger Kleintheaters Fabriggli ein.
Adi Lippuner
Was ist geschehen? Avery Sutton (Kevin Oeler) zeigt sein verletztes Bein seiner Mutter (Elena Colaianni), seiner Tante (Karen Rütimann) und seinem Vater (Wisi Ruch). (Bild: Sabine Büsser)

Was ist geschehen? Avery Sutton (Kevin Oeler) zeigt sein verletztes Bein seiner Mutter (Elena Colaianni), seiner Tante (Karen Rütimann) und seinem Vater (Wisi Ruch). (Bild: Sabine Büsser)

Die Premiere am Freitag war bis auf den letzten Platz ausgebucht, ein erwartungsvolles Publikum freute sich auf die diesjährige Eigenproduktion, bei der bekannte Persönlichkeiten, aber auch neue Kräfte Verantwortung übernahmen. Eines gleich vorweg: Das Stück ist sensationell umgesetzt, die Leistung der Schauspielerinnen und Schauspieler absolut hochstehend und das ganze Team hat Ideen realisiert, die das Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hinrissen.

Bereits die Bühne ist ungewohnt

Angekündigt als «schwarze Komödie voller Absonderlichkeiten», präsentiert sich «37 Ansichtskarten» als höchst amüsantes Stück mit hintergründigem Humor. Die Besucherinnen und Besucher können herzlich lachen – es gibt Ungewohntes, das sich, bei näherem Betrachten dann doch als «aus dem Leben gegriffen» entpuppt. Dabei ist bereits der Anblick der Bühne ungewohnt, steht doch das Haus, in das Avery Sutton nach acht Jahren Europareise mit seiner Verlobten zurückkehrt, völlig schräg in der Landschaft. Und so schräg wie die Bewohner sind, ist auch die Bühne. Dann beim Betreten da und dort ein kurzes Raunen: «Schau, die Bühne ist ganz schräg». Und dieses «schräg» zieht sich durch das ganze, vom amerikanischen Autor Michael McKeever geschriebene, von Frank Thomas Mende übersetzten und für die «Fabriggli»-Eigenproduktion von Simona Specker und Michael Rechsteiner bearbeiteten Stück.

Das Besondere an diesem Stück: Die Familie von Avery Sutton empfindet sich selbst als völlig normal. Und so kommt Witziges über ihre Lippen, werden Dialoge geführt, wie sie sonst kaum zu hören sind. Auch ihre Handlungen, von der als verstorben geglaubten Grossmutter bis hin zur Tante mit ihrer speziellen Heimarbeit, stehen sozusagen «schräg in der Landschaft». Und Gillian, die Verlobte von Avery, fühlt sich zu Recht in einem Irrenhaus. Das Premierenpublikum war begeistert, die Leistungen wurden mit Bravo-Rufen, frenetischen Applaus und einer Standing Ovation honoriert. Die lobende Kommentare und die strahlende Gesichter der Besucher sind der beste Beweis, dass sich der Besuch von «37 Ansichtskarten» lohnt.

Ruth Kühne ist erstmals Produktionsleiterin

Es beginnt bereits mit dem Auftritt der, ein glänzendes Kleid tragenden Evelyn Sutton (Elena Colaianni). Die Mutter des Heimkehrers Avery Sutton (Kevin Oeler) hat eine anspruchsvolle Rolle mit vielen Dialogen. Sie ist ständig verwirrt, bringt Sachen durcheinander und sorgt dabei mit unbeweglicher Miene für unzählige Lacher. An ihrer Seite Stanford Sutton (Wisi Ruch), der bei der aktuellen Eigenproduktion bereits das zehnte Mal auf der «Fabriggli»-Bühne steht und einmal mehr überzeugt.

Die schräge Familie wird durch Tante Esther (Karen Rütimann) mit ihrer speziellen Heimarbeit und der Nana (Renate Arends), komplettiert. Als Aussenstehende hat Gilliane Moore (Vanessa Kobelt), einen schwierigen Start in dieser Familie. Regie führt Simona Specker und erstmals als Produktionsleiterin im Einsatz stand Ruth Kühne.

Evelyn Sutton (Elena Colaianni) bemerkt nicht, was schief läuft. (Bild: Sabine Büsser)

Evelyn Sutton (Elena Colaianni) bemerkt nicht, was schief läuft. (Bild: Sabine Büsser)

Heimkehrer Avery ist irritiert

Allein die Vorstellung, dass ein ausgestopfter Elch in der Ecke des Gästeschlafzimmers steht oder der Wunsch des Hausherrn, in der Nacht Golf zu spielen, sorgt für Heiterkeit. Doch in dieser schrägen Familie wird zur Normalität, was sich andere kaum vorstellen können. Mit hintergründigen Bemerkungen und letztendlich einer, nach absoluter Normalität klingenden Stimme erklärt beispielsweise Tante Esther ihrem Neffen, dass sie für «Senioren telefonische Dienstleistungen» erbringt.

Karen Rütimann, Kevin Oeler und Vanessa Kobelt sind Teil der schrägen Geschichte der Eigenproduktion.(Bild: Sabine Büsser)

Karen Rütimann, Kevin Oeler und Vanessa Kobelt sind Teil der schrägen Geschichte der Eigenproduktion.(Bild: Sabine Büsser)

Dass die sich die 97-jährige Nana bester Gesundheit erfreut und gerne ab und zu eine Zigarette rauchen würde, irritiert den Heimkehrer Avery. Hat ihm doch seine Mutter mitgeteilt, dass die Grossmutter vor einem Jahr starb. Die Leistungen, welche die Schauspielerin in dieser Rolle erbringt, sind nicht zu unterschätzen. Ihre Bewegungen sind der einer Hochbetagten angepasst. Selbst dass Niedersitzen auf dem Sofa wird ganz langsam vorgenommen. Dafür ist ihre Stimme umso lauter und die Beschimpfungen, die sich gegenüber Gillian Moore äussert, sind nicht druckreif. Bleibt die Frage, was ist nun mit dem Dienstmädchen Sheridan, mit der Gillian ständig verwechselt wird. Wer spricht die wirklich wichtigen Dinge im Leben an und schafft es Gillian Moore, sich in die Familie ihres Verlobten einzuleben. Offen auch, weshalb das Stück «37 Ansichtskarten» heisst – hat Avery diese wirklich an seine Mutter geschrieben oder...? Die Antworten darauf sind während der kommenden Vorstellungen im «Fabriggli» zu finden.

Aufführungsdaten und Reservation unter www.fabriggli.ch Und noch ein weiterer Leckerbissen wartet auf die Theaterfreunde: Am 23. November, nach der Derniere, wird das Designer Sofa, welches im aktuellen Stück auf der Bühne steht, amerikanisch versteigert. Dieser Anlass steht allen Interessierten offen.

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