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Wartau/Ruggell: Unternehmen, die kein Feuerwerk mehr verkaufen, ernten viel Beifall

Es gibt tendenziell immer weniger Verkaufsstellen für Feuerwerk. Im W&O-Gebiet werden Feuerwerksfreunde in Buchs, Haag, Sevelen, Wildhaus und Alt St.Johann aber noch immer fündig.
Heini Schwendener
Der Verkauf von Feuerwerk ist mit strengen Auflagen verbunden.Bild: Steffen Schmidt/Key

Der Verkauf von Feuerwerk ist mit strengen Auflagen verbunden.Bild: Steffen Schmidt/Key

Es gab Zeiten, da hatten Feuerwerkskörper noch ein wesentlich besseres Image als heute. Sie waren auch in vielen kleinen Geschäften (z. B. Drogerien, Papeterien, kleinen Dorfläden)in den meisten Dörfern rechtzeitig auf den Staatsfeiertag im Angebot.

Als Migros Ostschweiz Anfang dieses Monats den Verzicht auf den Feuerwerksverkauf bekanntgegeben hatte, erntete sie viel Beifall und kaum Kritik.

Als die Landi Wartau vor kurzem über Facebook verbreitete, dass sie heuer ebenfalls kein Feuerwerk verkaufen werde, schlugen die Reaktionen auf Social-Media-Kanälen und in den vielen E-Mails an die Landi sehr hohe Wellen. «Alle Reaktionen waren positiv», sagt Hansmartin Bartholet, Geschäftsführer der Landi Wartau, auf Anfrage des W&O. Und er ergänzt: «Aus der ganzen Schweiz hatten wir Reaktionen, und alle haben uns zu diesem Schritt gratuliert. Ich habe jedes E-Mail persönlich beantwortet.»

«Alle Reaktionen waren positiv», sagt Hansmartin Bartholet, Geschäftsführer der Landi Wartau, auf Anfrage des W&O. Und er ergänzt: «Aus der ganzen Schweiz hatten wir Reaktionen, und alle haben uns zu diesem Schritt gratuliert. Ich habe jedes E-Mail persönlich beantwortet.»

Es gibt viele Gründe für den Verkaufsverzicht

Dass die Landi Wartau eigentlich gar nicht vorgesehen hatte, heuer kein Feuerwerk zu verkaufen, ist der Clou der Geschichte. Bestellt war nämlich alles, aber wegen irgendeines Fehlers wurden die Feuerwerkskörper nicht geliefert. Weil die Kontroverse um Feuerwerke bereits lief – angesichts der Trockenheit, aber auch aus ökologischen Gründen und aus Rücksicht auf Tiere – entschloss sich die Landi Wartau zu besagtem Facebook-Post, der die Sympathiewelle ausgelöste.

Hansmartin Bartholet stellt fest: «Der Feuerwerksverkauf wird zunehmend ein Politikum.» Damit spricht er natürlich die Klimadebatte an, bei der auch immer wieder die hohen CO2- und Feinstaubemissionen von Feuerwerken ein Thema sind. Die vielen Reaktionen auf den Verkaufsverzicht sind ja vielleicht ein kleiner Gradmesser für die Stimmung im Volk zu diesem Thema. Ob das Nein der Landi Wartau einem definitiven Verzicht auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern gleichkomme, werde sich noch weisen, so Bartholet. Das Thema werde man sicher mit dem Verwaltungsrat diskutieren.

Mehraufwand, Belastung für Umwelt, Mensch und Tier

Die Landi Wartau hat ihren Verzicht mit der Rücksicht auf Tiere begründet und damit keine direkte politische Stellung bezogen. Im Gegensatz zur Migros Ostschweiz, die Anfang Juli bekanntgegeben hatte, künftig auf den Feuerwerksverkauf zu verzichten. So habe die Unsicherheit wegen des Wetters in jüngster Vergangenheit vermehrt zu Planungsunsicherheit und Mehraufwand geführt. Zur Erinnerung: Im sehr trockenen Sommer 2018 durfte im Kanton St.Gallen am 1. August kein Feuerwerk gezündet werden. In der Migros-Medienmitteilung heisst es weiter:

«Mit dem generellen Verkaufsverzicht werden solche Mehraufwände künftig vermieden und die Umwelt, Mensch und Tier entlastet, denn Feuerwerk verursacht eine erhöhte Feinstaubkonzentration sowie Lärm.»

Genau gleich argumentierte das Verkaufsgeschäft REC Ruggell in einem Facebook-Post. Dieses Geschäft gehört zur Ospelt Handelsholding AG, zusammen mit weiteren Migros- und Denner-Partnern in Grabs (Rhymarkt), in Schaan, Balzers und Bad Ragaz. Im Rhymarkt in Grabs seien früher auch schon Feuerwerkskörper verkauft worden, sagt Stephan Ospelt von der Ostpelt Handelsholding AG. Doch nun sei an allen Verkaufsstellen Schluss damit. Der Entscheid der Migros sei nicht Auslöser dafür, «denn ich hätte in unseren Geschäften auch weiterhin Feuerwerkskörper verkaufen können».

«Ein durchaus lukratives Geschäft»

Im Gegensatz zur Landi Wartau war der Verkauf in Balzers und Ruggell «durchaus ein lukratives Geschäft», so Stephan Ospelt. Es sei ein persönlicher Entscheid gewesen, um ein Zeichen zu setzen, «schön ist, dass wir dabei mit der Migros am gleichen Strick ziehen». Auch im Ländle hat der Verkaufsverzicht eine unglaubliche Sympathiewelle ausgelöst. Dort wird aus allen genannten Gründen sogar in Erwägung gezogen, künftig auf das grosse Feuerwerk am Staatsfeiertag (15. August) zu verzichten. Allerdings nicht bereits in diesem Jahr, in dem das Fürstentum sein 300-Jahr-Jubiläum feiert.

Wo kann man Feuerwerk kaufen?

Im W&O-Gebiet werden Feuerwerkfans trotzdem fündig: In Buchs verkaufen Aldi, Lidl und die Landi Buchs AG Knall- und Leuchtkörper, in Sevelen sind es ebenfalls Aldi und Lidl. In Haag gibt es sie bei Jumbo und Coop im Haag-Center, in Wildhaus bei Foto Forrer und in Alt St.Johann im Spar Supermarkt.

Auflagen für den Verkauf

Bezüglich des Verkaufs und der temporären Lagerung von Feuerwerkskörpern gibt es strenge Vorschriften. Beides ist bewilligungspflichtig. Führt ein Unternehmen weniger als 300 Kilo Feuerwerkskörper im Sortiment und lagert diese temporär, dann nehmen die Feuerschutzorgane der jeweiligen Gemeinde eine Beurteilung vor und die Gemeinde erteilt schliesslich die Bewilligung. Bei mehr als 300 Kilogramm Feuerwerkskörpern erfolgt eine Beurteilung durch das Amt des Feuerschutzes des Kantons St. Gallen. Der Kanton erteilt schliesslich auch die Bewilligung und setzt die betroffene Gemeinde davon in Kenntnis. Im Umfeld der Feuerwerksverkaufstellen gilt Rauchverbot. Verkauft eine Tankstelle solche Artikel, darf dies nicht unter dem Dach der Tankstelle geschehen. Zu den Tanksäulen ist ein Abstand von mindestens 15 Metern einzuhalten. (she)

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