Via Garage zum Herrn Doktor - Markus Gassner aus Grabs blickt zurück auf 40 Jahre Hausarzttätigkeit

Vor 40 Jahren eröffnete Dr. med. Markus Gassner in seinem damals neu gebauten Wohnhaus die ärztliche Praxis.

Hansruedi Rohrer
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Dr. med. Markus Gassner ist nicht nur Spezialarzt für Innere Medizin in Grabs, sondern auch Allergie-Spezialist. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Dr. med. Markus Gassner ist nicht nur Spezialarzt für Innere Medizin in Grabs, sondern auch Allergie-Spezialist. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Ab 1. Dezember 1979 praktizierte Markus Gassner vorerst als Allgemeinmediziner FMH für die Bevölkerung. Heute ist er auch Spezialarzt FMH für Innere Medizin, speziell Allergologie und klinische Immunologie. Der Ausbildungsweg des heute 74-jährigen gebürtigen Flumsers – was unschwer am Dialekt und in seiner ruhigen Art zu erkennen – ist lang und sein zusätzliches Engagement für Immunologie wie auch Aerobiologie enorm.

Deshalb lässt auch sein diesbezügliches immenses Wissen staunen und aufhorchen. Doch blicken wie vorerst zurück. Nach Primar-, Sekundar- und Mittelschule absolvierte Markus Gassner von 1965 bis 1972 das Medizinstudium an den Universitäten Fribourg, Paris und Zürich und bildete sich nach dem Staatsexamen an verschiedenen Orten in Immunologie, Dermatologie, Allergologie, Innere Medizin und Chirurgie weiter.

Auch war er 1974 im Niger und Tschad mit dem Schweizerischen Katastrophenhilfekorps im Einsatz. Dort wurden zum Beispiel die Nomaden im Norden an der lybischen Grenze gegen verschiedene Krankheiten geimpft.

Schon früh Daten über Pollen gesammelt

In den Jahren 1981 bis 2007 war Markus Gassner auch Schularzt in Grabs. Bei diesen Untersuchungen habe er sich einmal gefragt, wieviele Pollen sich denn zum Beispiel da in der Luft bewegen, erinnert sich der Arzt. Das führte schliesslich zum Sammeln entsprechender Daten – und dann 1984 zur Gründung der Gesellschaft Fürstentum Liechtenstein-Werdenberg für Lufthygiene. In der Folge konnte eine Pollenmessstelle auf der NTB eingerichtet werden. Sie ist heute die einzige Station im Kanton St. Gallen und die älteste mit kontinuierlichen Auswertungen in der Schweiz.

Marlies und Markus Gassner erinnern sich auch noch, dass die ersten Patienten vorerst nur durch die Garage in die Praxisräume gelangen konnten. «Der Eingangsbereich zum Haus war noch nicht fertig, und auch der Röntgenapparat kam später», erklären die beiden, «und dann haben wir halt oft die weisse Schürze mit der blauen getauscht.» Das will heissen: das Ehepaar Gassner legte selbst Hand an, wenn es um das Installieren von Regalen, dem Einrichten der Apotheke oder selbst dem Platzieren des Briefkastens ging.

Ohne weissen Kittel praktiziert

Am Anfang sei es nicht ganz einfach gewesen, bis man akzeptiert wurde, ergänzt Markus Gassner. «Doch dann kamen die Patienten, Alt und Jung und viele Kinder», sagte er. Die Patienten seien immer nach Voranmeldung empfangen und behandelt worden, und praktiziert habe er ohne weissen Kittel.

«Das wurde mir zuerst angekreidet, doch die Kinder schätzten dies und hatten den Plausch.»

Die soziale Gerechtigkeit war und ist Markus Gassner immer ein Anliegen. «Wer mich aufsucht, für den setze ich mich ein, egal wer», lautet sein Credo. Heute sind es noch dankbare ältere Kunden und Patienten, welche die Praxis an der Spitalstrasse aufsuchen und die den Hinweis «Bitte eintreten» an der Haustüre entsprechend gerne befolgen.

Sogar noch Platz für etwas Politik

Nicht nur die Praxisarbeit hält Markus Gassner à jour, es ist oder war auch der Einsitz in diversen medizinischen Organisationen, sei es als Präsident oder in der Kommission. Auch hält er noch Vorträge. Seine ungebrochene Aktivität ist ebenso in unzähligen Fachpublikationen, wie etwa neu über die Eschenpollenallergie, zu finden. In Markus Gassners Leben hatte sogar noch etwas Politik Platz. So war er von 1996 bis 2003 Präsident der katholischen Kirchenverwaltung Buchs-Grabs und Mitbegründer der Stiftung Mintegra.