Werdenberg: Das Vertrauen der Bevölkerung in die Brandretter ist gross

An der 101. Delegiertenversammlung des Werdenberger Feuerwehrverbandes in Buchs war auch von Umbruch die Rede.

Hansruedi Rohrer
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Verbandspräsident Marcel Senn verabschiedete am Freitagabend Andreas Rothenberger, Fritz Freund und Franz Marty (von links) aus dem Feuerwehrdienst.

Verbandspräsident Marcel Senn verabschiedete am Freitagabend Andreas Rothenberger, Fritz Freund und Franz Marty (von links) aus dem Feuerwehrdienst.

Bild: Hansruedi Rohrer

Verbandspräsident Marcel Senn konnte am Freitagabend in der Secli Weinwelten AG 36 Delegierte aus den Werdenberger Feuerwehren und 22 Gäste zum Nachtessen und zur Versammlung begrüssen. Im Namen der anwesenden Präsidenten der Feuerschutzkommissionen im Bezirk entbot Stadtrat Jules Strub nicht nur Willkomm und Gruss der Stadt, sondern bedankte sich für das einwandfreie Funktionieren der Feuerwehren und die Einsätze zum Wohle und im Dienst der Bevölkerung.

Ruhm, Ehre, Gärtlidenken?

Vertrauen in die Feuerwehren: Das war ein Punkt, den Präsident Marcel Senn im Jahresbericht ansprach. Dabei nannte er unter anderem eine im November 2019 erschienene Zeitungsschlagzeile: «Neues Drama um Brandschutz im Kanton St.Gallen. Feuerwehren fürchten um ihre Drehleitern.»

Da habe er sich gefragt, ob es denn bei der Feuerwehr um Ruhm, Ehre und Gärtleindenken gehe. Und sei es denn wichtig, wo die Drehleiter stehe? Das Gerät müsse in den Einsatz, wenn es gebraucht werde, egal, woher es komme.

Den Nachwuchs nicht aus den Augen lassen

«Wir sind in einer Zeit des Umbruchs bei den Feuerwehren angekommen», sagte Marcel Senn weiter. Da seien in vielen Bereichen Veränderungen spürbar geworden. Schliesslich sei die Feuerwehr gemäss gesetzlicher Grundlage zum Helfen da. Und dabei dürfe man den Nachwuchs nicht vergessen. Es brauche immer noch viele Feuerwehrler, die jederzeit bereit zum Ausrücken seien. Der Werdenberger Feuerwehrverband habe da zum Teil bereits den richtigen Weg eingeschlagen mit einem reich befrachteten Übungs- und Schulungsprogramm 2019.

Der Präsident blickte darauf kurz zurück, und nannte dabei auch den sehr erfolgreichen Abend der offenen Tore bei den Feuerwehren.

257 Mal ausgerückt

Die Feuerwehren im Werdenberg rückten im vergangenen Jahr 257-mal (4258 Einsatzstunden) aus. Im Vergleich zum Vorjahr waren es aber 100 Einsätze weniger. Man sei froh, dass alle Einsätze ohne grosse Zwischenfälle verliefen, sagte der Präsident. Im Weiteren verriet er auch, dass der Verband im Jahr 2016 insgesamt 386 Angehörige der Feuerwehren (AdF) hatte, Ende des Jahres 2019 waren es 348. Es seien zwar lediglich zehn Prozent weniger Leute, doch mit dem Problem dieses Abwärtstrends werde man sich in den nächsten Jahren beschäftigen müssen. 2019 wurden an den Vorstandssitzungen wichtige Themen erarbeitet. Nebst dem Abschluss des neuen Feuerschutzgesetzes, welches 2021 in Kraft tritt und der Festsetzung einer weiterhin möglichen dezentralen Grundausbildung war es die Erarbeitung einer neuen, gemeinsamen Schrift zur Ausbildungshilfe im Werdenberger Feuerwehrverband.

Michael Schoch trat als Rechnungsrevisor zurück, an seine Stelle rückte der bisherige Ersatzrevisor Tomas Sturzenegger nach. Als neuer Ersatzrevisor wurde Thomas Dürr gewählt. Der Jahresbeitrag von 12 Franken wurde beibehalten.

Verdiente Feuerwehrleute aus dem Dienst entlassen

Im Punkt «Ehrungen» gedachte die Versammlung zuerst dem verstorbenen Kameraden und ehemaligen Verbandspräsidenten und Grabser Feuerwehrkommandanten Matheus Vetsch. Mit dem besten Dank wurden drei Feuerwehrleute aus dem Dienst entlassen: Fritz Freund (Instruktor), Buchs, nach 26 Jahren; Andreas Rothenberger, Buchs (34 Jahre), und Franz Marty, Weite (25 Jahre). Eingeschlossen in den Dank waren auch die Delegierten der Betriebsfeuerwehr Acima/Dow. Infolge Schliessung der Chemiefirma in Buchs hatte die Gruppe letztmals Einsitz in dieser Funktion. «Ihr seid ein willkommener Teil des Verbandes gewesen», sagte der Präsident.

Zum Schluss berichtete Rebecca Rüdlinger über die Neuheiten im Kantonalverband, und Robin Ospelt überbrachte die Grüsse des liechtensteinischen Feuerwehrverbandes. «Wir wollen die Kameradschaft mit euch weiterhin pflegen, und wenn Not am Mann ist, könnt ihr auch auf uns zählen», sagte er. Auch deshalb sei im vergangenen Sommer die neue Brücke Schweiz-Liechtenstein geschlagen worden, ohne Barriere, meinte er schmunzelnd. Als Tagungsort im nächsten Jahr wurde Grabs bestimmt.