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Versuchter Mord: Zu zwölf Jahren Haft verurteilt

Das Kriminalgericht verurteilte gestern den Mann zu einer Haftstrafe, der im vergangenen Juni seine Frau im Schaaner Riet verprügelte. Er ist wegen versuchten Mordes schuldig.
Der Tatort: Auf einem Feldweg «Im Rösle» in Schaan wurde die junge Frau brutal zusammengeschlagen. (Bild: dv)

Der Tatort: Auf einem Feldweg «Im Rösle» in Schaan wurde die junge Frau brutal zusammengeschlagen. (Bild: dv)

(bfs) Es war die Nacht auf den 8. Juni vergangenen Jahres, die das Leben eines jungen Ehepaares folgenschwer veränderte: Ein 29-jähriger Mann verprügelte seine 25-jährige Ehefrau derart, dass diese einen Schädelbruch erlitt und in akuter Lebensgefahr schwebte. Sie überlebte – mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma, sodass sie mit einer halbseitigen Lähmung nun schwer­behindert im Rollstuhl sitzt und nicht mehr sprechen kann. Dafür verurteilte das Kriminalgericht den Mann gestern zu einer zwölfjährigen Haftstrafe. Es ist nicht nur die Tat selbst, für die er büssen muss. Erschwerend ist vor allem, dass er seine ohnmächtige Ehefrau nach der Tat rund zwei Stunden schwer verletzt in der Wiese liegen liess, ohne Hilfe zu holen. Zwar bestritt der Täter, dass es zwei Stunden waren, in denen er mit dem gemeinsamen Baby und dem Hund neben seiner bewusstlosen Frau tatenlos dagestanden hatte. Aufgrund der Körpertemperatur des Opfers von nur noch 32 Grad Celsius geht das Gericht aber von mindestens zwei Stunden aus, in denen der Liechtensteiner die notwendige Hilfe unterliess. Entsprechend sprach ihn der vorsitzende Richter wegen des Verbrechens des versuchten Mordes schuldig.

«Gar nichts ist in Ordnung, es ist vieles passiert»

Wie der Angeklagte in der ersten Verhandlung im Dezember selbst beschrieb, habe er seiner Frau das Blut abgewischt, das dickflüssig aus ihrer Nase rann. «So muss dem Mann bewusst geworden sein, dass seine Frau schwerwiegend verletzt war und entsprechende Hilfe brauchte», begründete das Gericht seine Entscheidung. Dass er auch noch ihr blutdurchtränktes Oberteil durch seinen Pullover austauschte, be­urteilte das Kriminalgericht nicht als Fürsorge. «Vielmehr erweckt dies den Eindruck, dass er vor allfälligen Passanten die Verletzung vertuschen wollte», so der Richter.

Passanten blieben auch tatsächlich nicht aus – schliesslich war es eine Frau, die gegen 5 Uhr morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhr und den Notruf alarmierte. Er habe ruhig dagestanden, schilderte die Zeugin am Mittwoch den Augenblick, als sie am Tatort auf den Mann traf. «Ich habe im ersten Moment gedacht, dass es sich um einen Landwirt handelt, der sein Feld begutachtet», so die Zeugin. Erst auf den zweiten Blick habe sie die bewusstlose Frau am Wiesenrand gesehen. «Ich fragte den Mann, was denn passiert sei», erzählte die Zeugin. «Gar nichts ist in Ordnung, es ist vieles passiert», habe er geantwortet. Schliesslich habe er die Frage bejaht, ob sie die Rettung alarmieren solle. Er habe seine Frau an den Schultern gepackt, sie geschüttelt mit den Worten: «Steh auf, Schatz, wir gehen nach Hause.»

Mit dem Rettungshelikopter wurde sie schliesslich ins Krankenhaus geflogen, wo sie wochenlang im Koma lag.

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