Verschiedene Bauthemen beschäftigen die Gamser Behörden

Wegen der Kantonsstrassen- Planung blockierte Zentrumsentwicklung, zwei neue Wasserreservoirs, die Fortsetzung des Ausbaus der Haagerstrasse, der beabsichtigte Verkauf des Gewerbeteils beim Gemeindewerkhof von der Ortsgemeinde an die politische Gemeinde: Am Anlass «Behörden geben Auskunft» wurde die Bevölkerung aus erster Hand mit Wissenswertem über den aktuellen Stand von verschiedenen Projekten in der Gemeinde informiert.

Thomas Schwizer
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Den mittleren Teil des WPG-Gebäudes, zwischen dem Gemeinde-Werkhof (links) und der Polizeistation (rechts), will die politische Gemeinde von der Ortsgemeinde für die Wasserversorgung erwerben. (Bild: PD)

Den mittleren Teil des WPG-Gebäudes, zwischen dem Gemeinde-Werkhof (links) und der Polizeistation (rechts), will die politische Gemeinde von der Ortsgemeinde für die Wasserversorgung erwerben. (Bild: PD)

Mit einem sehr breiten Themenkreis, von Klimafragen über Biodiversität bis zu aktuellen und geplanten Bauprojekten, reichte das Spektrum der Informationen, die am Informationsanlass der Gamser Behörden vom Donnerstagabend zu erfahren waren.

Das Moderationsduo Barbara Dürr und Luca Frei von der CVP-Ortspartei, die turnusgemäss die Leitung hatte, bezeichnete die vereinigten Präsidenten und Vorsteher in der «Höfli»-Aula als Gamser Elefantenrunde.

Bei Zentrumsentwicklung die Hände gebunden

Die Zentrumsentwicklung, für die der Gemeinderat der Bevölkerung vor einiger Zeit ein Konzept präsentiert hat, sei derzeit blockiert, teilte Fredy Schöb mit. Es seien dafür Strassenumlegungen nötig, und davon seien auch die Kantonsstrassen betroffen.

Für die Finanzierung des Kantonsstrassen-Teils müsse ein solches Strassenprojekt im kantonalen Strassenbauprogramm aufgenommen sein, und das brauche Zeit. «Deshalb sind uns bei der Dorfkernentwicklung derzeit die Hände gebunden», betonte der Gemeindepräsident.

Zwei neue Wasserreservoirs im Dorfgebiet

Gemeindepräsident Fredy Schöb kündigte an, dass im Dorfgebiet zwei neue Reservoirs für Brauch- und Löschwasser realisiert werden sollen, und zwar in den Gebieten Haslen und Brudermäl. Sie sollen insgesamt 1100 m3 Brauchwasser und rund 450 m3 Löschwasser fassen. Die Kapazität des bisher einzigen Reservoirs im Dorf, des 108-jährigen Reservoirs Haslen, sei mit 250 m3 Brauchwasser zu gering, die Speicherkapazität in der Dorfzone müsse ausgebaut werden.

Die Kosten für das Projekt betragen laut Grobschätzung 4 Mio. Franken. Der Projektierungskredit wird im Budget 2020 enthalten sein. Die etappierte Realisierung der zwei neuen Wasserreservoirs ist ab 2021 geplant, sagte Schöb.

Politische Gemeinde will WPG-Mittelteil kaufen

Ortsgemeinde-Präsident Karl Lenherr teilte mit, dass die Ortsverwaltung der Politischen Gemeinde ein Verkaufsangebot für den mittleren Teil des WPG-Gebäudes (Werkhof, Polizei und Gewerbe) unterbreitet hat. Der gewerbliche Mieter sei hier ausgezogen. Seit Kurzem ist die Wasserversorgung der Politischen Gemeinde, die mehr Platzbedarf hatte, hier Mieter.

Für die Politische Gemeinde ergeben sich dadurch Synergien mit dem Gemeindewerkhof im gleichen Gebäude, der bereits im Eigentum der Politischen Gemeinde sei, sagte Gemeindepräsident Fredy Schöb. Der Kauf des mittleren Gebäudeteils ist im Baurecht geplant. Der Gebäudeteil mit der Polizeistation bleibt dagegen Eigentum der Ortsgemeinde und bringt dieser Mieteinnahmen.

Mit dem Bau des WPG-Gebäudes hat die Ortsgemeinde vor einigen Jahren einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die Polizeistation in Gams bleibt.

«Eine Desinvestition für eine Reinvestition»

Die Ortsbürger werden im Frühling über den Verkauf des Gebäudeteils an die Gemeinde abstimmen, sagte Lenherr. Bei der Politischen Gemeinde wird ein Kaufentscheid des Gemeinderates dem fakultativen Referendum unterstellt, teilte Gemeindepräsident Fredy Schöb mit.

Für die Ortsgemeinde sei das Verkaufsgeschäft eine Desinvestition, hielt Ortsverwaltungsrat-Präsident Karl Lenherr fest. Die Einnahmen würden es im Sinne einer Reinvestition ermöglichen, die vorgeschriebene Investition in die Heizzentrale des eigenen Wärmeverbundes und Leitungserweiterungen zu tätigen, ohne sich dafür weiter zu verschulden.

Ausbau der Haagerstrasse geht 2020 weiter

Fredy Schöb kündigte an, der Kanton habe mitgeteilt, er werde im nächsten Jahr die weiteren Etappen der Sanierung Haagerstrasse realisieren. Die zwei Etappen ab ARA und vom Neufeld bis Pilgerbrunnen sollen gleichzeitig starten, erläuterte Armin Wessner, Leiter der Bauverwaltung. Die Sanierung und Erweiterung der Haagerstrasse soll innert zwei Jahren abgeschlossen werden.

In Zusammenhang mit dem Projekt Haagerstrasse-Sanierung, für das zusätzliches Land gebraucht wird, müsse die Ortsgemeinde den Begegnungsplatz im Pilgerbrunnen neu gestalten, so Karl Lenherr. Für die Landabgabe werde sie vom Kanton entschädigt.

Die Schülerzahl steigt, Kirchen suchen Seelsorger

Der Schulratspräsident Matthias Wettstein führte aus, dass die Schülerzahl von Gams in den nächsten sechs Jahren, auch dank der regen Bautätigkeit der vergangenen Jahre, voraussichtlich um rund 10 Prozent steigen werde, von heute rund 400 auf zirka 450. Schon im Sommer 2020 sei eine zusätzliche Kindergartenklasse geplant.

Noch bis Ende Jahr ist Wettstein auch Präsident der katholischen Kirchgemeinde Gams. Für sie sei die Rekrutierung von Seelsorgern eine Herausforderung, sagte er. Das gelte auch für die evangelische Kirchgemeinde Grabs-Gams, sagte Vorsteherin Esther Grässli. Aktuell beschäftige man sich auch mit einer Sanierung der Kirche in Grabs.