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Lehrstellenvergabe in Liechtenstein läuft auf Hochtouren

Viele Lehrbetriebe in Liechtenstein vergeben seit dem 2. November ihre Lehrstellen - häufig auch an Bewerber aus dem Werdenberg. Bei den Betrieben des Bankenverbandes konnten bereits alle fünf IT-Stellen besetzt werden.
Susanne Quaderer
Zahlreiche Lehrstellen konnten bereits vergeben werden, einige sind aber noch offen. (Bild: Daniel Schwendener)

Zahlreiche Lehrstellen konnten bereits vergeben werden, einige sind aber noch offen. (Bild: Daniel Schwendener)

Viele Lehrbetriebe haben mit der Lehrstellenvergabe Anfang November angefangen. Besser gesagt am 2. November. Dass die Lehrstellenvergabe «erst» Anfang November beginnt, wurde vor rund fünf Jahren von dem Liechten¬steinischen Bankenverband, der Liechtensteinischen Treuhandkammer sowie der Arbeitsgruppe Industrielehre der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer (LIHK) beschlossen. Es gilt das Credo, die Lehrstellenzusage jeweils frühestens am ersten Arbeitstag nach dem 1. November zu erteilen. Die Wirtschaftskammer hat sich dieser Vereinbarung jedoch nicht angeschlossen, sie vergeben ihre Lehrstellen bereits früher.

Grossteil der Stellen vergeben

Die Lehrstellenvergabe läuft somit auf Hochtouren und ist zum Teil sogar bereits abgeschlossen. So sagt Claudia Guntli vom Liechtensteinischen Bankenverband, dass die ihnen angeschlossenen Unternehmen respektive Banken bereits sämtliche fünf IT-Lehrtellen vergeben haben. Auch 16 KV-Stellen konnten besetzt werden, drei seien aber noch offen: «Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir diese noch besetzen können», sagt Guntli. Bisher konnten die dem Bankenverband angeschlossenen Banken meistens sämtliche Lehrstellen bis zum Lehrbeginn besetzen. «Das Interesse an der Branche Bank ist nach wie vor sehr gross», erklärt Guntli weiter.

Ähnlich sieht es bei der Liechtensteinischen Treuhandkammer aus. So erklärt Roland Altmann, stellvertretender Geschäftsführer der Liechtensteinischen Treuhandkammer, dass bereits acht Lehrstellensuchende die Zusage erhalten hätten. «Jährlich vergeben wir zwischen zehn und zwölf neue Lehrstellen im Treuhandsektor», so Altmann. Auch dieser Sektor ist zufrieden mit der bisherigen Rekrutierung und stellt gar eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr fest.

Brigitte Haas, stellvertretende Geschäftsführerin der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer (LIHK) kann über den Verlauf der bisherigen Ver¬gabe für die neun Betriebe der ¬Arbeitsgruppe Industrielehre (AGIL) keine pauschale Aussage tätigen: «Einige Stellen konnten sofort und sogar mit den Wunschkandidaten besetzt werden, andere Stellen sind noch offen», so Haas. Klar ist, dass von den fast 100 Lehrstellen der AGIL-Lehrbetriebe noch 20 Stellen frei sind. Ivan Schurte, Bereichsleiter «100pro!» der Wirtschaftskammer Liechtenstein konnte bisher im Vergleich zu den anderen drei Verbänden am wenigsten Stellen vergeben. «Wir haben bisher 10 von 36 Lehrstellen besetzt, aber schliessen zurzeit noch Bewerbungsprozesse ab», erklärt er. Schurte rechne damit, dass bis Ende 2018 die Hälfte der Lehrstellen vergeben werden können. So laufe die Besetzung in gewohntem Rahmen ab.

«Interessante Lösung für Uni-Absolventen»

In Österreich hat sich die ÖVP/FPÖ-Regierung auf eine Reform der sogenannten Rot-Weiss-Rot-Karte verständigt. Die Karte berechtigt Drittstaatsangehörige zur befristeten Niederlassung und zum unbeschränkten Arbeitsmarktzugang. Im Grossen und Ganzen geht es darum, dass damit Schlüsselarbeitskräfte nach Österreich gebracht werden. Auch in Liechtenstein fehlen Schlüsselarbeitskräfte. So zum Beispiel im Bereich der Pflege. Auch im Bauhaupt- und Baunebengewerbe herrscht ein Mangel an Fachkräften, wie Jürgen Nigg, Geschäftsführer der Wirtschaftskammer Liechtenstein, erklärt. Daneben fehlen laut Brigitte Haas in Liechtenstein seit Jahren hauptsächlich Ingenieure, Informatiker sowie Elektronik- und Elektrotechnikfachleute.

Die LIHK unternimmt bereits einiges gegen den Fachkräftemangel, seien dies langfristige oder kurzfristige Massnahmen. So setzt die Industrie- und Handelskammer vor allem auch auf die Jugendförderung im Sinne von Bildungs- und Weiterbildungsangeboten. Das bekräftigt auch Jürgen Nigg. Brigitte Haas fügt an, dass natürlich auch auf Kräfte aus dem Ausland nicht verzichtet werden könne. «Wir brauchen Personen, die die Nischenjobs abdecken, sie kommen dann von überall aus dem Ausland, nur aus dem Rheintal reicht nicht aus», erklärt Haas. Auch für Jürgen Nigg ist klar, dass es Personen aus dem Ausland benötigt. Sich dem österreichischen System mit der Rot-Weiss-Rot-Karte anzuschliessen, sieht Nigg nicht als Lösung.

Liechtenstein ist im Bezug auf dieses Thema grundsätzlich anders aufgebaut als Österreich. In Liechtenstein wurde eine Sonderlösung mit der EU ausgehandelt. Dadurch werden 56 Arbeitsplätze, bei denen auf anderen Wegen keine Personen gefunden werden können, an EU-Staatsangehörige abgegeben. Das österreichische System mit der Karte komplett an das liechtensteinische anzupassen, ist für Brigitte Haas schwer vorstellbar. Sie erklärt aber, dass sie sich ein solches System gut für Absolventen der Uni Liechtenstein vorstellen könne. Diese müssten nach heutigem Gesetz – wenn sie zuvor noch keine Stelle in Liechtenstein gefunden hätten – direkt ausreisen. Das würde mit einer solchen Karte vermieden und sie hätten die Chance, sich für eine Stelle in Liechtenstein zu bewerben.

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