Region Sarganserland-Werdenberg erarbeitet eine Vereinbarung zur raschen Hilfe bei Wasserknappheit

Die Region Sarganserland-Werdenberg reagiert auf Erfahrungen aus dem Hitzesommer 2018. Mittels einer Vereinbarung soll zukünftig ein einheitliches Vorgehen zur Bewässerung von Kulturen während Trockenperioden geregelt werden. Dies schreibt die Region Sarganserland-Werdenberg in einer Medienmitteilung. Im September wurden Partner an einer Informationsveranstaltung begrüsst und das weitere, gemeinsame Vorgehen abgesteckt.

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Die Hitzeperiode im Sommer 2018 zeigte eindrücklich, dass die Wasserversorgung von Alpgebieten sowie der Talebene zunehmend eine Herausforderung darstellt.

Die Hitzeperiode im Sommer 2018 zeigte eindrücklich, dass die Wasserversorgung von Alpgebieten sowie der Talebene zunehmend eine Herausforderung darstellt.

Thomas Schwizer

(pd) Die Hitzeperiode im Sommer 2018 zeigte eindrücklich, dass die Wasserversorgung von Alpgebieten sowie der Talebene zunehmend eine Herausforderung darstellt. Das fehlende Wasser musste in den Alpen mit Helikoptern oder mit provisorischen Leitungen zugeführt werden. Im Tal kam es aufgrund von Wasserknappheit zu Ertragsausfällen.

Die Region Sarganserland-Werdenberg (RSW), die 14 Gemeinden zwischen Sennwald und Quarten vereint, gründete in der Folge eine Arbeitsgruppe «Bewässerungskonzept» und nahm sich der Thematik an. Im Gremium wirkten das kantonale Amt für Wasser und Energie (AWE), das Landwirtschaftliche Zentrum St.Gallen in Salez (LZSG) sowie Vertreter von Ortsgemeinden und Gemüseproduzenten mit.

Ziel war es, ein Instrument zu schaffen

Als Konsequenz aus den Erfahrungen behandelte die Arbeitsgruppe die zukünftige Sicherstellung der Bewässerung in der Region. Diesbezüglich fand ein Austausch mit der Gebäudeversicherung des Kantons St.Gallen, Abteilung Löschwasserversorgung, sowie der kantonalen Plattform «öffentliche Wasserversorgung» statt.

Ziel war es, ein verfahrensrechtliches Instrument zu schaffen, womit bei Wasserknappheit mittels eines Bewilligungsverfahrens rasch, gezielt und koordiniert reagiert werden kann. Unter Mitwirkung des ehemaligen Leiters des Dienstes Recht und Legistik der Staatskanzlei des Kantons St.Gallen, Markus Bucheli, entstand eine «Vereinbarung über die Ausgestaltung eines Bewilligungsverfahrens zur Bewässerung von Kulturen bei Wasserknappheit».

Der vorliegende Vertrag bezweckt, ein einheitliches Vorgehen der öffentlich-rechtlichen Wasserversorgungen bei der temporären Wasserlieferung zur Bewässerung in Zeiten lang anhaltender Trockenperioden zu ermöglichen. Um die Autonomie der Wasserversorgungen zu wahren, müssen nach einer Unterzeichnung der Vereinbarung die Wasserversorgungsreglemente der politischen Gemeinden und – wo örtliche Korporationen oder Ortsgemeinden zuständig sind – dieser Körperschaften angepasst werden.

Breite Unterstützung für geregelte Zusammenarbeit

Mitte September informierte die Region Sarganserland-Werdenberg sämtliche Wasserversorger aus den Mitgliedsgemeinden. Christoph Gull, Präsident Region Sarganserland-Werdenberg und Gemeindepräsident Flums, begrüsste überdies die Verantwortlichen von beteiligten Dorf- bzw. Wasserkorporationen und Ortsgemeinden in der Flumserei. Zusammen mit dem Verfasser des Vereinbarungsentwurfs wurden Informationen über Inhalt sowie Sinn und Zweck des gemeinsamen, auf eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung abgestützten Vorgehens übermittelt. Als Fazit konnte festgehalten werden, dass eine geregelte Zusammenarbeit im Bereich «Bewässerung» auf breiter Basis unterstützt und zeitnah umgesetzt wird.

Anwendung im Idealfall schon im Sommer 2021

Die Vereinbarung soll von sämtlichen öffentlichen Wasserversorgungen in der Region Sarganserland-Werdenberg unterzeichnet werden und auf 2021 in Vollzug treten. Die notwendigen Änderungen der Reglemente werden nachfolgend im ersten Quartal 2021 vorgenommen, sodass idealerweise das in der Vereinbarung skizzierte, künftige Bewilligungsverfahren bereits im Sommer 2021 angewendet werden könnte. Auch die Bewilligung zum Bezug von Wasser in langen Trockenperioden soll, wenn immer möglich, auf einer vertraglichen Abmachung zwischen den Wasserbezügern und der zuständigen Wasserversorgung beruhen.

Bereits im Sommer 2019 wurden im Rahmen der ersten Projektphase der RSW-Arbeitsgruppe die befristeten Bewilligungen für den Wasserbezug zur Bewässerung von Kulturen in den Regionen Sarganserland, Werdenberg und Rheintal gemeinsamen sowie koordiniert beim Kanton St.Gallen erneuert.